Fachkräftemangel

„Coca-Cola-Rezept“ für die Personalgewinnung


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Candidate-Flow-Methode

Smarthouse Pro: Elektro- und SHK-Betriebe, die auf Sie zukommen, möchten bei der Mitarbeitersuche einen neuen Weg einschlagen. Was haben solche Unternehmen klassischerweise für Erfahrungen bei der – erfolglosen – Mitarbeitersuche hinter sich?
Krasontovitsch: In 80 Prozent der Fälle sind es immer sehr klassische Ansätze: Zeitung, Jobportale, Plakate, bedruckte Kundendienstfahrzeuge mit der Aufschrift: Wir suchen neue Kollegen. Das sind alles Maßnahmen, die mit wenig Arbeit verbunden sind und leider zu immer den gleichen Ergebnissen führen: keine Bewerbungen oder Bewerbungen von den falschen Leuten.

Smarthouse Pro: Wie läuft der Prozess über Candidate Flow ab?
Krasontovitsch: Am Anfang einer Zusammenarbeit steht immer die Potenzialanalyse. Dort stimmen wir mit den Inhabern folgende Themen ab: Zuerst steht die Analyse der Region in Hinblick auf wechselwillige Fachkräfte mithilfe der Candidate-Flow-Technologie. Danach stellen wir die Candidate-Flow-Methode im Detail vor. Und dann sprechen wir über den Betrieb. Die zwei zentralen Fragen dabei sind: Wie attraktiv ist der Betrieb für potenzielle wechselwillige Fachkräfte? Wie steht es um die Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter? Uns ist es wichtig, mit Betrieben zu arbeiten, in denen die Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskraft gesehen werden. Damit stellen wir sicher, dass der Inhaber und auch wir die Sicherheit haben, dass eine mögliche Zusammenarbeit auch erfolgreich sein wird.

Candidate Flow Mitarbeitergewinnung
Dimitrij Krasontovitsch (links) und Gian-Marco Blum haben Candidate Flow im Jahr 2019 gegründet. Der Sitz des Unternehmens ist in Düsseldorf.
© Candidate Flow

Smarthouse Pro: Was verbirgt sich hinter der Candidate-Flow-Methode genau?
Krasontovitsch: Die Candidate-Flow-Methode umfasst im Wesentlichen drei Elemente: Zum Einen haben wir eine eigene Technologie auf Basis von Machine Learning entwickelt, um wechselwillige Fachkräfte digital zu identifizieren und auf ihrem Mobiltelefon anzusprechen. Damit sind wir in der Lage, unsere Kunden in die Sichtbarkeit der Fachkräfte zu bringen. Also dort, wo die Fachkräfte im Schnitt 1,5 Stunden pro Tag verbringen. Damit erreichen wir acht von zehn Fachkräften in einer Region, die aktuell unzufrieden sind. Wie es technisch genau funktioniert, ist sozusagen unser Coca-Cola-Rezept.

Zum Zweiten stellen wir den Betrieb authentisch dar, sodass Fachkräfte sich mit der Arbeit und vor allem mit dem Betrieb identifizieren. Es geht darum, das Betriebsklima, Firmenwerte und die Arbeitgeber-Vorteile durch Texte und Bilder erlebbar und vor allem glaubhaft rüberzubringen. Unser Anspruch ist es, dass die eigenen Mitarbeiter über die Kampagne sagen: „Mensch Chef, das sind ja genau wir auf den Punkt“.

Und zum Dritten machen wir es den Fachkräften sehr einfach, sich zu bewerben, damit die Bewerbung auch in eine Zigarettenpause passt.

Smarthouse Pro: Direkt vom Handy?
Krasontovitsch: Genau, wir sorgen dafür, dass wechselwillige Fachkräfte aus der Region sich über ihr Mobiltelefon direkt beim suchenden Betrieb bewerben, wir bleiben dabei im Hintergrund.

Smarthouse Pro: Wie lange dauert es, bis sich bei den suchenden Betrieben die ersten BewerberInnen vorstellen können?
Krasontovitsch: In der Regel kommen die ersten drei bis fünf Bewerbungen bereits nach zwei Tagen, sobald wir mit der Kampagne online sind. Das können sich die meisten Inhaber nicht vorstellen, aber das ist die Realität, in der unsere Kunden leben, wenn sie mit uns zusammenarbeiten.


  1. „Coca-Cola-Rezept“ für die Personalgewinnung
  2. Die Candidate-Flow-Methode
  3. Gebietsschutz und Geld-zurück-Garantie?

Verwandte Artikel

Smarthouse Pro