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Sicherheitsrisiko Smart Home

Bequemlichkeit macht Diebe

09. Januar 2020, 11:31 Uhr   |  Cornelia Meier

Bequemlichkeit macht Diebe
© Gerd Altmann | Pixabay

Smarte Geräte erleichtern das Leben. Immer wieder auftretende Sicherheitslücken machen sie aber auch zum perfekten Einfallstor für Kriminelle. Sicherheitsspezialist McAfee warnt aktuell vor zwei Smart-Home-Geräten.

Regelmäßig analysiert das Advanced-Threat-Research-Team (ATR-Team) von McAfee die Sicherheit von Produkten und Technologien. Bei der Untersuchung von Produkten für den Endverbraucher entdeckte das Team nun Probleme im Sicherheitsdesign des McLear-Rings sowie bei der Automatisierungsplattform für Garagentore “MyQ Hub“ von Chamberlain.

Der McLear-Ring lässt sich mit einem NFC-fähigen Türschloss koppeln. Befindet der Bewohner sich mit seinem smarten Ring in Reichweite des Schlosses, erhält er Zugang. Wie die Untersuchung von McAfee zeigt, lässt sich der smarte Ring jedoch leicht duplizieren. Mögliche Angreifer erhalten so Zugang zu einem mit NFC-fähigen Türschlössern ausgestatteten Haus. Das Problem resultiert, so McAfee, aus dem Design des smarten Schmuckstücks.

Als unsicher erwies sich auch der IoT-Garagentoröffner MyQ Hub von Chamberlain. Obwohl es laut McAfee gut gesichert ist, ist es potenziellen Angreifern aufgrund eines Fehlers in der Kommunikation mit dem Funksensor möglich, die Funkfrequenzsignale zu stören, während die Garage ferngesteuert geschlossen wird. Der Bewohner erhält dann eine Fehlermeldung und wird dazu aufgefordert, das Tor noch einmal über seine Smartphone-App zu schließen. In Wirklichkeit öffnet sich das Garagentor aber und der Angreifer erhält Zugang.

Komfort versus Sicherheit

Es sei vor allem die Bequemlichkeit, die IoT-Geräte bieten, die dazu führt, dass Verbraucher mögliche Risiken außer Acht lassen: ”Wo und wann ziehen wir die Grenze zwischen Komfort und Sicherheit? IoT-Geräte halten aus Gründen der Bequemlichkeit und des Komforts Einzug in unser Leben, da sie häufig alltägliche Aufgaben optimieren. Auch wenn diese Geräte hilfreich sind, machen sich viele Verbraucher nicht bewusst, wie weit Cyber-Kriminelle gehen können, wenn die Geräte ungeschützt bleiben”, erklärt Steve Povolny, Leiter der McAfee Advanced Threat Research.

In Zeiten des Internet of Things und der zunehmenden Vernetzung ist die richtige Balance zwischen Sicherheit und Komfort ein wichtiger Faktor, sagt Andreas Volkert, Sicherheitsexperte von McAfee in Deutschland. ”Denn die Einfachheit und der Grad der Bequemlichkeit, die notwendig sind, damit die Produkte vom Verbraucher angenommen werden, können gleichzeitig das erforderliche Sicherheitsniveau dieser Produkte beeinträchtigen.“

Tipps für ein sicheres Smart Home

  • Angemessene Cyber-Hygiene: Verbraucher müssen die Kontrolle über ihre digitalen Medien übernehmen und das schützen, was ihnen eichtig ist. Dazu gehört es auch, regelmäßig die Passwörter zu aktualisieren. Hilfreich sind hier Tools für das Online-Passwortmanagement.
  • Gründliche Recherche: Verbraucher sollten gewährleisten, dass sie sich der Sicherheitsrisiken bewusst sind, die mit den auf dem Markt erhältlichen Produkten verbunden sind.
  • Login-Daten nicht teilen: Obwohl es verlockend sein kann, Passwörter für Streaming-Dienste und soziale Medien zu teilen, sollte der persönlicher Login immer genau das bleiben: persönlich.
  • Zwei-Faktor-Option nutzen: Die Implementierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung kann dazu beitragen, Cyber-Kriminellen das Handwerk zu legen. Sie bietet mehr Schutz, da hierfür zusätzlich zu den Anmeldeinformationen des Benutzers auch der Zugriff auf ein Mobiltelefon erforderlich ist.
  • IoT-Geräte stets auf dem neuesten Stand halten: Schwachstellen in der Software kommen vor, aber mit der neuesten Firmware-Version lässt sich das Risiko senken.

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