Laudeley Betriebstechnik

Balkonkraftwerk für die Steckdose

24. April 2014, 13:58 Uhr | Sebastian Voigt
Schon mit zwei Modulen von je 1 m² Fläche lassen sich rund 350 kWh jährlich einsparen.
Schon mit zwei Modulen von je 1 m² Fläche lassen sich rund 350 kWh jährlich einsparen.
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Erster Energieversorger unterstützt Solarmodule, die am Balkon montiert direkt in das Hausnetz einspeisen ...

Wenn die Sonne in Norderstedt auf Günter Harders Balkon scheint, bekommt er nicht nur gute Laune, es klingelt auch in seinem Geldbeutel. Seit Ostern ist er stolzer Besitzer eines Balkonkraftwerkes für die Steckdose. In Zusammenarbeit mit der Gruppe Erneuerbare Energien Norderstedt (GEEN) hat ihm das von Holger Laudeley und Axel Joost neu gegründete Unternehmen e.cube systems GmbH & Co. KG aus Ritterhude kostenlos je ein Solarmodul vom Typ »e.cube L200« (mit integriertem Wechselrichter) und vom Typ »e.cube S200« (mit integriertem Wechselrichter, Controller und Lithium-Ionen-Speicher) zum ausgiebigen Testen zur Verfügung gestellt. Die Sonnenenergie kann mithilfe der neuartigen Plug-In-Solarmodule direkt ins Hausnetz eingespeist oder zuerst zwischengespeichert werden.

Mit den kompakten Anlagen am Balkongitter, die wie bei Familie Harder direkt an eine Balkonsteckdose angeschlossen werden, können Eigentümer und Mieter mit Balkon den steigenden Strompreisen den Kampf ansagen. Schon mit zwei Modulen von je 1 m² Fläche lassen sich rund 350 kWh jährlich einsparen – was ungefähr zehn Prozent des Stromverbrauchs eines Einfamilienhauses entspricht. Rund 1.300 € kostet eine solche Mini-Photovoltaikanlage mit zwei Modulen von e.cube systems. So ergibt sich eine Einsparung von rund 90 € pro Jahr – Tendenz aufgrund der Strompreisentwicklung steigend.

Unterstützung erfahren Harder, die GEEN und ecube Systems bei ihrer Pionierarbeit im Sinne der Energiewende von den Stadtwerken Norderstedt. Als einer der ersten örtlichen Versorger begrüßen sie die Mini-Photovoltaik-Anlagen und prüfen derzeit nach eigener Auskunft den Einbau in Mehrfamilienhäusern in Norderstedt.
Dies sei eine gute Möglichkeit für Bürger ohne oder mit ungeeigneter Dachfläche, sich direkt an der Energiewende zu beteiligen, so Theo Weirich, Geschäftsführer der Stadtwerke Norderstedt kürzlich. Das ecube-System mit den zwei miteinander verbundenen Photovoltaik-Modulen für die Steckdose ist somit wohl das erste Balkonkraftwerk Deutschlands, das von örtlichen Stadtwerken ohne formale Anmeldung ausdrücklich begrüßt wird.

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Dipl.-Ing. (FH) Holger Laudeley, Jahrgang 1963. Lebt mit seiner Frau in Ritterhude, Niedersachsen.
Dipl.-Ing. (FH) Holger Laudeley, Jahrgang 1963. Lebt mit seiner Frau in Ritterhude, Niedersachsen.
© Laudeley Betriebstechnik

Verantwortlich für die Technik von ecube Systems sind die Gründer Holger Laudeley (auf dem Foto, bekannt aus den Kinofilmen 'Leben mit der Energiewende 1 + 2') und Axel Joost. Beim e.cube L200 – das Solarmodul verfügt über eine Leistung von 200 W – wird die gewonnene Energie direkt ins Hausnetz eingespeist. Möglich macht dies ein auf der Rückseite integrierter Micro-Wechselrichter von AEconversion. Mit dem e.cube S200 kann die Sonnenenergie zunächst zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt, gewöhnlich am Abend, genutzt werden. Energieerzeugung und Energieverbrauch sind unabhängig voneinander. In das S200 integriert ist neben dem Micro-Wechselrichter auch ein Lithium-Ionen-Speicher (Entladung: 250 Wh) sowie ein Controller, der Speicherung und Leistungsabgabe steuert.

Das e.cube S200 ermöglicht dem Verbraucher so eine effiziente Nutzung der von ihm gewonnenen Energie. Laudeley: »Das Energieaufkommen ist durch die hohe Sonneneinstrahlung mittags am stärksten. Die meisten Haushalte brauchen aber vor allem in den Abendstunden Strom. Diese Diskrepanz wird mit dem Speichermodul überbrückt.« Der Großteil des Stroms wird damit vom Besitzer selbst genutzt und nicht wie bei herkömmlichen Solaranlagen in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Zwischenspeicherung ermöglicht die Versorgung zahlreicher Standby-Geräte über Nacht.


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