Interview mit Viessmann

Maßgeschneiderte Pakete für Installateure

6. Juni 2017, 8:35 Uhr | Cornelia Meier
Karlheinz Reitze ist Leiter der Viessmann PV + E-Systeme GmbH.
Karlheinz Reitze ist Leiter der Viessmann PV + E-Systeme GmbH.
© Viessmann

Der Leiter der Viessmann PV + E-Systeme GmbH, Karlheinz Reitze, stand unserer Redaktion für ein Interview zur Verfügung. Darin führt er aus, welche Strategie er und sein Team mit dem neuen Geschäftsbereich verfolgen.

Herr Reitze, seit Anfang des Jahres gibt es den Viessmann Geschäftsbereich PV + E-Systeme. Was ist Aufgabe und Ziel der neuen GmbH?
Primäres Ziel ist es, die intelligente Erzeugung und Nutzung von elektrischem Strom verstärkt in die Gebäudetechnik zu bringen. Darüber hinaus wird die bisherige Wärmetechnik ergänzt. Damit entstehen für die Kunden neue Möglichkeiten, sich unabhängig zu versorgen. Wir bieten ihnen und den Installateuren maßgeschneiderte Pakete an – für Einsteiger bis hin zu komplexen Systemen. Unsere Philosophie ist es, dass der Kunde mit seinen Wünschen stets im Mittelpunkt steht.

Und wer sind Ihre Kunden?
Das sind sowohl die Solarteure als auch Elektrofachhandwerker und SHK-Betriebe. Strom gehört zur Haustechnik mittlerweile dazu: Beim KfW-40-Haus sind Batteriespeicher vorgeschrieben. Warmwasser und Lüftung sind eng mit Photovoltaik verknüpft. Damit die Systeme wirklich effizient funktionieren, braucht man ein intelligentes Energiemanagementsystem, das über Smartphone oder Tablet gesteuert werden kann.

Wie kann man den Kundenwunsch nach mehr Unabhängigkeit befriedigen?
Indem wir Überkapazitäten aus dem Stromnetz in der Haustechnik nutzbar machen. Im Sommer steht uns die Photovoltaik zur Verfügung; im Winter werden wir ein Überangebot an Windstrom bekommen. Über Speicherbatterien, E-Autos, thermische Speicher oder den direkten Verbrauch im Haus lassen sich diese Angebote nutzen. Das hat ökonomische Vorteile für die Nutzer.

Sind Sie bereits in der Lage, die vollständige Energieversorgung von Gebäuden aus elektrischem Strom anzubieten?
Erste, vollelektrisch versorgte Musterhäuser haben wir bereits ausgestattet. Das Thema wird im Neubau und bei Anbietern von Fertighäusern eine Rolle spielen. Im Gebäudebestand werden elektrische und thermische Systeme Hand in Hand gehen. Für vollelektrische Versorgung decken wir bisher rund 90 Prozent der Komponenten an.

Immer öfter bauen Installateure auch Ladesäulen ein. Was bieten Sie in Sachen Elektromobilität?
Unser Programm umfasst künftig Ladesäulen, die über den Energiemanager angesteuert werden. 80 Prozent der Autos, die zu Hause geladen werden, stehen tagsüber in der Firma. Dafür braucht man Systeme, die Strom ins Gebäude zurückspeisen. Bidirektionale Ladesysteme werden kommen und eine marktbestimmende Rolle einnehmen.

Brennstoffzellen spielen eine große Rolle in der Elektromobilität. Setzen Sie auch darauf?
Ja, wir bieten eine leistungsstarke Brennstoffzelle an. Denn wir brauchen ein leistungsfähiges System zur Ablösung der Brennwerttechnik. Zusammen mit der Photovoltaik und stationären Speichern kann man eine Vielzahl von Versorgungssystemen aufbauen. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Die Firma Digital Energie Solutions gehört zur Hälfte Viessmann und zur Hälfte BMW. Sie wird zunehmend Stromprodukte anbieten, einigen bereits als »Grundgrün« bekannt. Wir haben bereits einen Wärmestromtarif für Wärmepumpen oder für thermische Speicher aufgelegt.

Wie sehen die Zukunftspläne für Ihren Geschäftsbereich aus?
Wir wollen das Geschäftsfeld ausbauen und mit den anderen Kanälen der Viessmann Gruppe verzahnen. Für unsere Kunden möchten wir weitere Pakete schnüren, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Ein gutes Beispiel ist unser Wärmespeicher »Vitocell 100 B« mit elektrischem Heizelement. Noch stärker als auf der Technik liegt unser Fokus aber auf dem Kunden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Reitze.

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