Die Stadt als Speicher

Herten speichert Energie virtuell

7. Juli 2016, 14:46 Uhr | Cornelia Meier
Der Buzzer macht es offiziell: Am 30. Juni 2016 startete der Feldtest der »Stadt als Speicher«.
Der Buzzer macht es offiziell: Am 30. Juni 2016 startete der Feldtest der »Stadt als Speicher«.
© Hertener Stadtwerke

Wie lässt sich das Speicherpotenzial städtischer Regionen nutzen? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt »Die Stadt als Speicher« nach und startete einen Feldversuch im nordrhein-westfälischen Herten.

Besonders in städtischen Gebieten trifft eine hohe Nachfrage nach elektrischer Energie auf eine hohe Dichte wärmetechnischer Anlagen, die zu einem virtuellen Energiespeicher zusammengeschlossen werden können. Die hohe Anzahl unterschiedlicher Verbrauchs und Einspeisetypen in einer Stadt stellen aufgrund ihrer statistischen Durchmischung ein besonders großes virtuelles Speicherpotenzial zur Verfügung. Gleichzeitig ermöglicht die hohe Leistungsfähigkeit städtische Verteil‐ und Kommunikationsnetze die Schaffung eines virtuellen Energiespeichers.

Innerhalb der »Stadt als Speicher« untersuchen Wissenschaftler deshalb, inwieweit in städtischen Lastzentren bereits vorhandene Lasten und Erzeugungsanlagen dazu genutzt werden können, die fluktuierende Einspeisung Erneuerbarer Energien auszugleichen. Hierzu versuchen sie, die Zeitpunkte der Einspeisung beziehungsweise elektrischer Energieentnahme aus dem Stromnetz dezentraler Energieanlagen so zu koordinieren, dass das Gesamtsystem als virtueller elektrischer Energiespeicher dient. Die Verschiebepotenziale, speziell von wärmetechnischen Anlagen, werden hierbei durch den Einsatz von thermischen Energiespeichern bereitgestellt beziehungsweise erweitert. So lässt sich mit einem vergleichsweise preiswerten thermischem Energiespeicher ein virtuelles elektrisches Speicherpotenzial erschließen. Mit zusätzlichen elektrischen Batteriespeichern bis hin zu Elektrofahrzeugen kann das entwickelte Aggregationskonzept flexibel erweitert und laufend an künftige Anforderungen der Energieversorgung angepasst werden.

Ingenieuren der Technischen Universität Dortmund und des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT erarbeiten Grundlagen um  die Verschiebepotenziale individuell für unterschiedliche Städte abschätzen zu können. Dazu koordinieren sie die Fahrweise einer Photovoltaik(PV)-Anlage, eines Lithium-Ionen-Speichers mit 30-kWh, einer privaten Elektrospeicherheizung und dreier Blockheizkraftwerke (BHKW) eines Freizeitbads, Hallenbads sowie eines Nahwärmenetzes.

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