Messe München

Die Intersolar Europe 2013 im Rückblick

2. Juli 2013, 13:40 Uhr | Thomas Jungmann
Unterm Strich war in den Hallen der Intersolar – nachdem der »Schock der Branche« einer »realistisch gefassten Grundstimmung« gewichen ist – eine Art positive Aufbruchs- bzw. Neuanfangsstimmung zu spüren.
Unterm Strich war in den Hallen der Intersolar – nachdem der »Schock der Branche« einer »realistisch gefassten Grundstimmung« gewichen ist – eine Art positive Aufbruchs- bzw. Neuanfangsstimmung zu spüren.
© Solar Promotion

Krise hin, Krise her, die Intersolar Europe hat sich inzwischen zur weltgrößten Fachmesse für die Solarbranche entwickelt.

Rund 50.000 Besucher aus über 150 Ländern strömten in den drei Tagen des Events im vergangenen Juni über die Intersolar Europe auf dem Gelände der Messe München. Insgesamt präsentierten 1.330 Aussteller aus 47 Ländern ihre Technologien und Dienstleistungen aus den Bereichen »Photovoltaik«, »PV-Produktionstechnik«, »Energiespeicher« und »Solarthermie« in zwölf Messehallen und einem Freigelände auf 121.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. 53 Prozent der Aussteller kamen 2013 aus dem Ausland. Mit 608 Ausstellern war Deutschland dabei am stärksten vertreten. Danach folgen China mit 242, Italien mit 59, Österreich mit 40 und Spanien mit 29 Unternehmen.

Bei den Besuchern lag der Auslandsanteil in diesem Jahr bei rund 44 Prozent und damit nochmals höher als im Vorjahr. Gestärkt wurde die Internationalität der Messe zudem durch hochkarätige internationale Delegationen und zahlreiche Länderpavillons, darunter die Auftritte von Marokko sowie von Ägypten, das in dieser Form erstmals auf der Intersolar Europe vertreten war.

Gerade im Wahljahr stand in der Bayerischen Metropole die Frage nach der künftigen Gestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Mittelpunkt zahlreicher Gespräche zum Thema Photovoltaik. Weitere Diskussionspunkte ergaben sich durch die so genannte Strompreisbremse und besonders die Entwicklung im Bereich Energiespeicher im Hinblick auf eine angestrebte Steigerung des Eigenverbrauchsanteils bei der Erzeugung von PV-Strom. Einig waren sich die Experten über die Fortführung des Ausbaus erneuerbarer Energien. Auch die Förderung von Energiespeichern wurde einhellig begrüßt. Darüber hinaus befürwortete die Runde nach den Erfahrungen aus der nahen Vergangenheit natürlich verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien. Der Bestandsschutz für bestehende Anlagen solle ferner ebenfalls bestehen bleiben. Unterschiedlicher Meinung war das Podium allerdings in puncto Geschwindigkeit und Finanzierung des weiteren Ausbaus der Photovoltaik hierzulande.

Unterm Strich war in den Hallen der Intersolar – nachdem der »Schock der Branche« einer »realistisch gefassten Grundstimmung« gewichen ist – eine Art positive Aufbruchs- bzw. Neuanfangsstimmung zu spüren. Nach den Worten von Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar, eines der Träger der Intersolar Europe, befinden wir uns in einer »schmerzhaften Konsolidierungsphase«. Und das trifft die Atmosphäre recht gut. Viele Unternehmen mussten in dieser ernüchternden Situation ihre Strategie von Grund auf neu überdenken und gehen tendenziell von der Komponente zum System über. D. h. immer mehr Hersteller bieten komplette Anlagen aus einer Hand an, bei denen neben der Kompatibilität vor allem der Qualitätsaspekt der einzelnen Komponenten eine tragende Rolle spielt. Dieser Weg ist sicherlich mühevoll und braucht Zeit, aber er scheint momentan einer der einzigen zu sein, die mittel- und langfristig Erfolg versprechen.


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