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Ist Ihr Amazon-Business auf Q4 vorbereitet?

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Weihnachten rückt näher. Händler mit Online-Auftritt beispielsweise auf Amazon sollten die Planung für das jährliche Wettkaufen der Deutschen daher so bald wie möglich angehen. Ex-Amazonian Alexander Ortner von Factor-a hat die acht besten Tipps für Händler in einem Ratgeber-Beitrag gesammelt.

Das Weihnachtsfest liegt gefühlt noch in weiter Ferne. Trotzdem fängt einer Mastercard-Umfrage zufolge jeder sechste Deutsche bereits im September an, nach Weihnachtsgeschenken zu stöbern. Im Oktober schon jeder Dritte. Da fast jeder zweite Online-Kunde die Suche nach passenden Präsenten auf Amazon startet, ist es für Hersteller und Marken wichtig, sich rechtzeitig auf die steigende Nachfrage vorzubereiten. Das gilt vor allem für Hersteller von Elektronik-Artikeln, Spielzeug und Textilien. Wer jetzt noch nicht die entsprechenden Vorbereitungen für Q4 getroffen hat, für den heißt es allerhöchste Eisenbahn.

1. Bei Top-Sellern auf hochwertigen und vollständigen Content achten
In Q4 kommt bis zu 200 Prozent mehr Traffic auf die Seite. Viele Hersteller und Händler machen hier die Hälfte ihres Jahresumsatzes. Das ist nicht nur dem Weihnachtsgeschäft geschuldet, sondern auch Events wie der Cyber Week. Der wichtigste Monat ist dabei der November. Im Dezember werden eher Weihnachts-Not-Käufe getätigt.
 
Um das Potenzial nicht zu verschwenden, sollte spätestens jetzt damit begonnen werden, die eigenen Listings einem kritischen Blick zu unterziehen und mit top-optimierten Content auszustatten. In dieser Zeit nimmt die Bereitschaft zu Impulskäufen erfahrungsgemäß zu. Händler sollten daher ihre Ressourcen vor allem auf ihre Top-Performer und Produkte mit 5-Sterne-Bewertungen konzentrieren. Sie haben am ehesten eine Chance, sich im harten Weihnachtsgeschäft gegen den Wettbewerb durchzusetzen.

Produkte, die jetzt erst für das Weihnachtsgeschäft neu gelistet werden, haben es dagegen schwer. Der Traffic ist für Q4 bereits verteilt. Es braucht deutlich mehr Zeit und Aufwand, für neue Listings Sichtbarkeit und Traffic aufzubauen.
 
2. Saisonale Keywords hinterlegen
Es ist noch nicht zu spät, saisonale Keywords zu recherchieren und in den Content sowie die Backend-Keywords zu integrieren. So können Händler zum Beispiel Verbraucher abfangen, die auf der Suche nach “Weihnachtsgeschenke für Frauen” oder “Weihnachtsgeschenke Mama” sind. Hierbei ist natürlich wichtig, dass die Keywords für die jeweiligen Artikel auch relevant sind.
 
3. Amazon-Advertising-Kampagnen aufsetzen
Vendoren und Seller nutzen die Kampagnen, um während der Traffic Peaks den Abverkauf von geeigneten Produkten zu steigern. Mit dem Setup sollten sie bereits jetzt loslegen. Für das Weihnachtsgeschäft schalten Werbetreibende zum Beispiel Sponsored Ads auf Longtail Keywords, die saisonale und generische Suchbegriffe verbinden, wie “Dekoration Garten Weihnachten”.

Wer zudem Display-Werbung schalten möchte, sollte die längere Freigabedauer vor dem Weihnachtsgeschäft beachten. Amazon braucht in dieser Phase oft mehr als zwei Tage. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Klick- und Tausenderkontakt-Preise während der Traffic Peaks stark steigen und der Wettbewerb sich verschärft. Gerade während der Prime Week und der Cyber Monday Week verändern sich außerdem Produktumfeld und Kaufverhalten. Es gilt gründlich zu evaluieren, welche Produkte man tatsächlich bewerben möchte und welche sich gegen den Wettbewerb durchsetzen können. Je nach Sortiment und Ziel kann es sogar Sinn machen, die Events auszulassen und sich auf die Nebensaison zu fokussieren.
 
4. Verfügbarkeit im Amazon-Lager sicherstellen
Logistik und Supply Chain Management sind die mit Abstand wichtigsten Themen für Q4. Bereits jetzt sollte sicher sein, dass Produkte in ausreichenden Mengen bei Amazon auf Lager liegen. Die Fulfillment Center sind zu dieser Zeit bereit jedes Jahr voll. Ansonsten laufen Händler und Hersteller Gefahr, dass ihre Produkte während des Weihnachtsgeschäft Out-of-Stock laufen und nicht mehr für Kunden verfügbar sind.
 
Amazon konzentriert sich in Q4 vor allem darauf, dass die Produkte rechtzeitig bei den Kunden sind (outbound), statt darauf neue Waren nachzubestellen und einzulagern (inbound). Hintergrund: Der Handelsriese verspricht seinen Kunden, dass die Lieferung pünktlich zum Fest erfolgt.  Vendoren, die dieses Jahr bereits zu spät dran sind, sollten im nächsten Jahr frühzeitig Forecast-Gespräche für Q4 mit ihrem Vendor Manager vereinbaren. Strategische Partner erhalten im Idealfall feste Anliefer-Slots. Die Vereinbarung kann zum Beispiel so aussehen, dass im Oktober noch Ware ins Lager geht. Danach wird es schwieriger.

Wenn man avisiert, bekommt man normalerweise in ein bis zwei Tagen einen Anliefer-Slot. In Q4 kann sich das Ganze schnell schon mal um zwei Wochen verzögern. Ware, die nicht im Vorfeld mit Amazon vereinbart wurde, wird dann oft nicht mehr angenommen. Eins der Hauptprobleme im Weihnachtsgeschäft, das man unbedingt im Blick behalten sollte.


  1. Ist Ihr Amazon-Business auf Q4 vorbereitet?
  2. Vorausschauend denken und wachsam sein

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