Smart-Home-Interview: Telekom

"Die Qualität der Beratung ist entscheidend"

22. Juni 2017, 9:57 Uhr | Stefan Adelmann
Telekom Smart Home Henri Vandré
Henri Vandré, Leiter Smart Home bei der Telekom Deutschland
© Telekom Deutschland GmbH

Noch hat sich im Smart Home kein Standard herauskristallisiert. Doch genau davon kann der Handel laut Henri Vandré von der Telekom Deutschland profitieren. Hier ist umfassende Beratungsleistung gefragt - im Gegenzug bieten entsprechende Produkte enormes Umsatzpotenzial.

Herr Vandré, seit Jahren wird das Potenzial des Smart Home-Marktes betont – noch scheint es aber nur langsam voranzugehen. Was sind hier die ausbremsenden Faktoren?

Henri Vandré: Aus Sicht der Verbraucher gibt es sehr viele verschiedene Smart-Home-Systeme. Sie unterscheiden sich in der konkreten Anwendung, aber auch in der zugrunde liegenden Technik – schwierig hier einen Überblick zu bekommen und das Passende zu finden. Ein weiterer Hemmschuh sind die Sicherheitsbedenken der Verbraucher. Sie fürchten um ihre persönlichen Daten: Welche Informationen speichert der Anbieter von mir? Sind sie und mein Zuhause vor unberechtigtem Zugriff und Verlust geschützt? Ein weiterer bremsender Faktor ist die Technik. Die Installation manch eines Smart-Home-Systems ist teilweise noch aufwändig und erfordert ein gewisses Fachwissen. Darüber hinaus sind die einzelnen Lösungen häufig nicht kompatibel. Wenn aber die Kamera, die Bewegungsmelder oder das Alarmsystem nicht zusammenspielen, bleibt alles Stückwerk und der Bewohner kann das volle Potenzial seines Smart Home nicht ausschöpfen. Deshalb werden sich langfristig Systeme durchsetzen, die vornehmlich per Plug-and-Play zu installieren sind und reibungslos zusammenspielen. Und genau darauf setzen wir auch mit unserem “Magenta Smart Home”-Portfolio: Es erfüllt höchste Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz, ist einfach einzurichten, funktioniert mit vielen Herstellern und alle Produkte und Lösungen sind miteinander kompatibel.

Wird dieses Stückwerk in absehbarer Zeit überwunden? Kristallisiert sich ein gemeinsamer Standard heraus?

Vandré: Nach wie vor ist unklar, was sich technisch als Standard durchsetzen wird. Die meisten Hersteller setzen weiterhin auf die Vernetzungslösung, die aus ihrer Sicht sinnvoll sind. Aber die Verbraucher wollen die Sicherheit, dass ihr Smart Home nicht plötzlich ein Auslaufmodell ist. Unser Magenta Smart Home basiert auf der Smart-Home-Plattform Qivicon, also auf einer offenen Lösung, die viele relevante Funkstandards wie ZigBee, Wi-Fi, IP, HomeMatic/Homematic IP oder DECT ULE unterstützt. Dadurch ist sie kompatibel mit Produkten unterschiedlichster Hersteller. Bereits jetzt sind mehr als 40 Marken bei Qivicon an Bord und viele davon bereits bei Magenta Smart Home eingebunden. Weitere Partnerunternehmen kommen kontinuierlich hinzu.

Was sind im Smart Home hingegen die wichtigstens Treiber? Welche Teilbereiche haben aktuell den größten Nutzen?

Vandré: Laut Umfragen sehen Verbraucher den größten Nutzwert von Smart-Home-Lösungen in Punkto Einbruchsschutz und Schadensprävention. Eine aktuelle Bitkom-Studie besagt beispielsweise, dass 61 Prozent der Smart-Home-Bewohner ihr Zuhause mit intelligenter Haustechnik schützen. Die Nutzer haben Interesse an vernetzten Tür- und Fensterkontakten, Rauch- und Wassermeldern, Bewegungsmeldern und Lichtsteuerung. Mit einem Alarmsystem sichern sie ihr Zuhause ab, der Bewegungsmelder erfasst zusätzlich den Außenbereich und mit geschickter Lichtsteuerung täuscht Smart Home Anwesenheit im Haus vor, obwohl niemand zuhause ist. Praktisch: Zum Beispiel im Magenta SmartHome kann der Anwender auch erstmal klein anfangen, und im ersten Schritt die Türen und Fenster im Erdgeschoss mit Kontakten bestücken. Dann baut er sein Smart Home Stück für Stück aus.

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