Gesundheit & Wohlbefinden

Sound of Silence

14. Februar 2018, 10:19 Uhr |
Mann zufrieden
© yanlev / 123rf

Energieeffizient und klimafreundlich – viele Verbraucher richten ihr Augenmerk auf diese Produktmerkmale, wenn der Kauf eines Klein- oder Großelektrogerätes ansteht. In Zukunft könnte ein weiteres Kaufkriterium noch größere Bedeutung erlangen: die Lautstärke.

In Zeiten der Dieselaffäre und von Smog-verseuchten Metropolen dreht sich alles um Luftverschmutzung und über Möglichkeiten, diese zu reduzieren. Andere gesundheitsgefährdende Faktoren geraten dabei schnell ins Hintertreffen – wie die Belästigung durch Lärm. Um dem entgegenzuwirken, hat die Europäische Kommission 2017 Lärmbelästigung zu einer ihrer wichtigsten Sensibilisierungsinitiativen auserkoren. Sie möchte damit auf das Problem des Lärms aufmerksam machen und aufzeigen, was bisher getan wird und zukünftig getan werden muss, um das akustische Umfeld in Europa zu verbessern. Und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte das Thema „Noise Pollution“ als zweitwichtigste Bedrohung der öffentlichen Gesundheit auf die Agenda – direkt nach Luftverschmutzung.

Poppy Szkiler, Quiet Mark
Poppy Szkiler, Quiet Mark: "Konsumenten haben die Wahl, leise Produkte zu kaufen und können so den aktuellen Werdegang der anspruchsvollen Technik dahin lenken, dass die Gesundheit in der Produktion berücksichtigt wird.”
© Quiet Mark

Fortschritt muss nicht laut sein
Doch nicht nur die Politik reagiert. So hat sich die Wohltätigkeitsorganisation Quiet Mark (mehr dazu in Teil III) zum Ziel gesetzt, die Gesellschaft für das Thema Lärmbelästigung zu sensibilisieren. Dass ist nicht ganz einfach – schließlich lässt sich die Grenze zwischen Lautstärke und Lärm oft nicht genau ziehen und hängt mitunter vom subtilen Empfinden des Einzelnen ab. „Da Geräusche unsichtbar sind, ist uns oft nicht bewusst, dass wir in unserem täglichen Leben mit exzessiven technischen Lauten zurechtkommen müssen, sei es bei der Arbeit, zu Hause oder unterwegs. Unser Körper muss hart arbeiten, um übermäßigen Lärm auszublenden. Dies führt zu einer starken Negativauswirkung auf unsere Gesundheit, unseren Schlaf, unser Wohlbefinden und unsere Produktivität“, gibt Poppy Szkiler, Gründerin und Geschäftsführerin von Quiet Mark, zu bedenken. „Wie jeder andere Schadstoff kann dadurch zunehmender Stress, Ärger oder eine erhöhte Müdigkeit entstehen, die eine wesentliche Gefahr für unser Herz-Kreislauf-System darstellt. Wenn wir uns nicht mit der zunehmenden Lärmbelastung befassen, werden auch die kommenden Generationen mit gravierenden Problemen zu kämpfen haben.“ So würden der zunehmende mobile und urbane Lebensstil dazu führen, dass die Lärmbilanz in der persönlichen Umgebung auf ein kritisches Maß ansteigt, sodass das Wohlbefinden – gar die Gesundheit – deutlich bedroht ist. Aus der Sicht von Quiet Mark sollte Fortschritt beziehungsweise Leistung jedoch nicht mit zunehmender Lautstärke einhergehen. Vielmehr sollte Akustikdesign priorisiert werden, das heißt, die Technologie arbeitet an der Schaffung eines gesunden akustischen Umfelds für die Gesellschaft.


  1. Sound of Silence
  2. Ein Qualitätssiegel gegen den Lärm
  3. Über Quiet Mark

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