Wirtschaft

GfK Konsumklima September 2013

21. Oktober 2013, 16:10 Uhr | Andrea John
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In Europa macht sich Hoffnung breit, dass das Schlimmste der Krise überstanden ist und sich die Wirtschaft langsam wieder erholt. Mehrere Länder zeigten im zweiten Quartal ein zum Teil deutliches Wachstum. In anderen hat sich die Talfahrt zumindest stark verlangsamt.

Seit dem zweiten Quartal mehren sich die Hoffnungen, dass die Talsohle der Finanzkrise überwunden ist. Die Wirtschaft in der EU ist mit einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal wieder leicht gewachsen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Portugal haben zum Teil ein deutliches Plus erreicht. Auch die Wirtschaft in Spanien und Italien scheint sich zu erholen, wenngleich sie noch schrumpft. In Frankreich schmolz das Außenhandelsdefizit. In Griechenland drehte diese Bilanz sogar ins Plus. In Portugal ging die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit zwei Jahren wieder zurück.

Laut der GfK-Studie gäbe es für diese Erholung in Europa mehrere Gründe: Die Exporteure profitieren vom bescheidenen weltweiten Wachstum. Die Verbraucher sind in einigen Ländern wieder häufiger bereit, mehr Geld auszugeben. Die Politik rückt etwas deutlicher von ihrer harten Sparpolitik ab, die die Binnenkonjunktur gebremst hat. Der Tourismus hat vor allem in den südlichen Krisenländern zu einer Verbesserung der Lage beigetragen.

Im Sommer gab es den ersten leichten Rückgang bei der absoluten Zahl der Arbeitslosen in der EU. Die Quote liegt jedoch nach wie vor bei 11,0 Prozent. Eine echte Trendwende auf dem Arbeitsmarkt sei somit noch nicht in Sicht. Im kommenden Jahr sollen sogar noch einmal mehr Menschen arbeitslos sein. Erst im Jahr 2015 komme es voraussichtlich zu einer signifikanten Reduzierung. Allerdings rechnen Experten nicht damit, das Vorkrisenniveau mittelfristig wieder zu erreichen.

In fast allen Ländern zeigt die Konjunkturerwartung deutlich nach oben. Lediglich in Griechenland und Italien stagniert sie. Die höchsten Zuwächse zwischen Juli und September verzeichnen Frankreich, die Tschechische Republik und Österreich. Griechenland (- 41,1 Punkte) weist aktuell den niedrigsten Wert auf. Italien (- 34,8 Punkte) zeigt sich minimal verbessert. Polen (- 29,5 Punkte) hat deutlich hinzugewonnen, weist aber dennoch den drittniedrigsten Wert auf. Von einer wachsenden Wirtschaft in den nächsten Monaten gehen Großbritannien (19,2 Punkte), Deutschland (10,7 Punkte) und Österreich (6,7 Punkte) aus. 

Auch die Kreditvergabe bei den Banken ist nach wie vor extrem schwach. Und die geringen Wachstumsimpulse, die sich in den kommenden Monaten möglicherweise durchsetzen könnten, werden sicherlich noch nicht ausreichen, um die weiter steigende Verschuldung der EU-Länder zu stoppen.


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