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Photovoltaik-Stromspeicher

Neues Prüfverfahren für Batterien

18. Juni 2020, 12:44 Uhr   |  Lukas Steiglechner

Neues Prüfverfahren für Batterien
© PI Berlin

Ein neues Verfahren von Photovoltaik-Institut Berlin überprüft die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Solarstromspeicher. Da die Überprüfung des fertigen Energiespeichers oft nicht ausreicht, um Batteriemängel zu erkennen, muss bereits bei der Herstellung die Qualität geprüft werden.

Das Photovoltaik-Institut Berlin hat ein Verfahren entwickelt, um die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Solarstromspeicher zu überprüfen. Die Effektivität eines Energiespeichersystems hängt stark von der Qualität der verbauten Batterien ab. Die Überprüfung des fertigen Energiespeichers reicht oft nicht aus, um Batteriemängel zu erkennen. Das neue Verfahren von PI Berlin soll deshalb bereits in den Batteriefabriken zum Einsatz kommen.

Überprüfung eines Energiespeichers
© PI Berlin

Überprüft man einen bereits komplett fertig gebauten Energiespeicher, lassen sich oft nicht genug Schlüsse in Bezug auf die Qualität der verbauten Batterien ziehen.

Die Anzahl an Batteriespeicherprojekten, wie zum Beispiel Photovoltaik-Stromspeicher, wächst global rasant an. Mit der steigenden Projektzahl entsteht auch eine vermehrte Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien, die bislang die dominante Technologie für Batteriespeicher sind. Wenn Batterien allerdings Mängel aufzeigen, leidet darunter zum einen die Leistung und zum anderen bildet es ein Sicherheitsrisiko im Einsatz. Die Produktion der Batterien besteht aus hoch spezialisierten Herstellungsprozessen, so dass auch Raum für Fehler besteht. Damit die Batterie sicher und langfristig leistungsfähig ist, müssen unter anderem chemische Elektrolyte ausreichend rein sein, die Elektrodenbeschichtungen müssen sehr gleichmäßig sein und die verarbeiteten Rohstoffe müssen richtig gelagert werden in Bezug auf die Temperatur und die Feuchtigkeit.

PI Berlin hat sein Prüfverfahren zusammen mit Experten für Batteriechemie und -technik entwickelt, um Schwachstellen im Fertigungsprozess von Batterien identifizieren zu können. Die Notwendigkeit für ein solches Prüfverfahren stammt aus der Tatsache, dass er Qualitätsstandards für die Batterieherstellung gibt, die herstellerübergreifend einheitlich angewandt werden. Das Fabrik-Audit von PI Berlin prüft und vergleicht über 170 Prozesse und Materialien, um die Batterien in ihrem Bewertungssystem aussagekräftig einstufen zu können.

Um eine Unabhängigkeit von PI Berlin zu gewährleisten, können Batteriehersteller selbst kein Audit beantragen. Davon profitieren sollen letztendlich Investoren und Betreiber von großen Solarparks. Diesen wird eine Möglichkeit geboten, Batteriehersteller zu vergleichen, gleichzeitig können die Solarparkbetreiber aber auch mit den Batterieherstellern proaktiv arbeiten, um Risiken zu reduzieren.

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