Ausbildung im E-Handwerk

Kein „0815, sondern etwas mit Spannung“

12. August 2021, 7:12 Uhr | Diana Künstler
 E-Zubi installiert KNX-Kabel an LED-Beleuchtung an der Decke
E-Zubi installiert KNX-Kabel an LED-Beleuchtung an der Decke
© ArGe Medien im ZVEH

Smart Building und Home, Energiemanagement und Elektromobilität werden immer wichtiger. Vor dem Hintergrund braucht es ElektronikerInnen, die diesen neuen Anforderungen gerecht werden. Deshalb gibt es seit diesem Jahr im E-Handwerk die Ausbildung als Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration.

Die Ausbildung richtet sich an junge Menschen, die Innovationsgeist und Spaß daran haben, Systeme und Prozesse mithilfe neuester Technik zu optimieren. Kurzum: An alle, die ein ausgeprägtes Interesse an komplexeren Zusammenhängen mitbringen. Daher spricht dieser neue Ausbildungsberuf gerade auch Abiturientinnen und Studienumsteiger an.

Die ausgebildeten Gebäudesystemintegratorinnen und –integratoren fungieren als Bindeglied zu Planenden im Bereich intelligenter Gebäudetechnologien. Mit ihrem Fachwissen rund um Digitalisierung und Energiewende finden sie Lösungen für komplexe Infrastruktursysteme und sind damit auch auf Baustellen unentbehrlich.

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Smarte Technologien mit Impact

Digitalisierung und Energiewende sind die großen Themen, die in den kommenden Jahrzehnten die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik beschäftigen werden. Im Zuge dessen wird auch die Nachfrage nach intelligenter Gebäudetechnik immer größer und erfordert Spezialistinnen und Spezialisten mit innovativer Denkweise. ElektronikerInnen für Gebäudesystemintegration planen, konfigurieren und analysieren gebäudetechnische Systeme, beraten Kundinnen wie Kunden in Sachen Smart Home und sorgen so dafür, dass alles auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Auch die Themen Elektromobilität, erneuerbare Energien und Ambient Assisted Living (AAL) spielen eine wichtige Rolle im Berufsalltag der Gebäudesystemintegratorinnen und -integratoren. Sie leisten damit, so der ZVEH, einen wichtigen Beitrag, Zukunftstechnologien umzusetzen und die Energiewende sowie die Digitalisierung voranzubringen. Die Auszubildenden lernen, in ihren Betrieben individuelle Systemlösungen für jede Gebäudegröße und sind in der Lage gebäudetechnische Komplettlösungen anzubieten und umzusetzen. Auf dem Youtube-Kanal der E-Handwerke finden Jugendliche ein Video mit Einblicken in den neuen Beruf.

Nicht nur Boys Club

Egal, für welchen der Ausbildungsgänge im E-Handwerk Interessierte sich entscheiden: Die zukunftsträchtigen Themen Digitalisierung, Energiewende, Smart Living und  intelligente Raum- und Gebäudeautomation für Gewerbebauten spielen in allen Berufen eine bedeutende Rolle. „Wer sich im E-Handwerk ausbilden lässt, ist aktiver Teil einer Dynamik, wie sie spannender nicht sein kann. Bei uns macht man schließlich nicht 0815, sondern etwas mit Spannung“, erklärt Gabi Schermuly-Wunderlich der Arge Medien im ZVEH und nimmt damit Bezug auf eine aktuell laufende Kampagne der E-Handwerke. Die Fachbetriebe sind bemüht, auch und vor allem junge Frauen für die Berufe zu begeistern. Neben der Ausbildung zur Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration bieten die Betriebe vier weitere Berufe zur Ausbildung an: Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker/in Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, Informationselektroniker/in und Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Berufen liefert die eigens für Auszubildende zusammengestellte Internetseite des ZVEH: www.e-zubis.de. Dort können Interessierte über den Stellenfinder auch den passenden Ausbildungs- oder Praktikumsplatz finden: www.e-zubis.de/stellenfinder. Viele Betriebe suchen noch nach KandidatInnen. Auszubildende hätten laut ZVEH angesichts der guten Konjunktur in den Elektrohandwerken gute Chancen für eine Karriere. Zum Beispiel könne nach der Ausbildung mit der Meisterschule begonnen werden. Mit Erwerb des Meistertitels kann dann ein eigener Betrieb gegründet oder mit dem dadurch erreichten Hochschulzugang sogar ein Studium begonnen werden. Der Weg für einen Einsatz als Führungskraft sogar in einem internationalen Unternehmen sei damit geebnet. Elektroniker seien überall sehr gefragt und der Bedarf steige aktuell immer noch weiter.

Die Branche
In den Elektro- und Informationstechnischen Handwerke in Deutschland arbeiten über 516.000 Beschäftigte, davon über 45.000 Auszubildende.  Die rund  50.000 Unternehmen erwirtschafteten 2020 einen Jahresumsatz von 68,4 Milliarden Euro. Die Branche ist attraktiv für junge Meschen und hat Zukunft: Die Zahlen der Mitarbeiter, der Auszubildenden und die Umsätze steigen seit Jahren. Auch in der Corona-Krise hat die systemrelevante Branche Konjunktur.

 


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