Amazon, Otto und Zalando

Im E-Commerce haben die Großen weiterhin das Sagen

E-Commerce, Online-Handel
© Pattanaphong Khaunkaew/123rf

Der Onlinehandel hat durch die Corona-Pandemie gewaltige Wachstumsraten vorzeigen können. Doch der Großteil des Geschäfts bleibt bei wenigen riesigen Anbietern wie Amazon, Otto und Zalando. Experten sehen im Nischengeschäft jedoch Raum zur Veränderung.

Die drei Anbieter Amazon, Otto und Zalando dominieren weiterhin den Onlinehandel in Deutschland. Im Jahr 2020 hätten sich die Internetriesen erneut als umsatzstärkste Onlinehändler in der Bundesrepublik behauptet, sagte der Leiter des Forschungsbereichs E-Commerce des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, Lars Hofacker, der Deutschen Presse-Agentur.

Hofacker zufolge profitierten insgesamt die 1.000 größten Onlineshops in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich von der Corona-Pandemie und steigerten ihren Umsatz um mehr als 33 Prozent auf knapp 69 Milliarden Euro. Das Wachstum fiel damit fast dreimal so groß aus wie im Jahr 2019.

Den Löwenteil des Geschäfts – 40 Prozent der Umsätze – sicherten sich dabei die zehn größten E-Commerce-Händler, zu denen laut EHI neben Amazon, Otto und Zalando auch Media Markt, Saturn, Lidl, Apple, Ikea, Notebooksbilliger.de und H&M gehören. Die Top 100 kamen zusammen sogar auf fast drei Viertel des Gesamtumsatzes. „Der Onlinehandel bleibt auch weiterhin hochkonzentriert“, sagte Hofacker. Ein besonders kräftiges Wachstum verzeichneten in der Pandemie die Onlineshops der Baumarktkette Hornbach, des Möbelhändlers Ikea und des Elektronikhändlers Saturn.

Der Branchenkenner schätzt, dass es in Zukunft Bewegung bei den Internet-Markplätzen geben könnte, die bislang noch von Generalisten wie Amazon oder eBay dominiert werden. Denn derzeit versuchen in vielen Branchen – von der Kosmetik bis zum Tierbedarf – etablierte Branchengrößen wie Douglas oder Fressnapf mit eigenen auf ihre Kundengruppen spezialisierten Marktplätzen Boden gegenüber den Riesenanbietern gut zu machen. „Viele Verbraucher vertrauen ihnen. Deshalb hat dieser Vorstoß durchaus Erfolgschancen“, glaubt der EHI-Experte.

Ein Ende des Onlinebooms sieht Hofacker derzeit nicht. „Das Wachstum wird weitergehen.“ Allerdings sei nicht damit zu rechnen, dass die Wachstumsraten von 2020 wiederholt werden können. Eher bestehe die Gefahr, dass die weltweiten Probleme in den Lieferketten das Online-Wachstum etwas bremsen.

Zuerst erschienen auf funkschau.de.


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