Synergie von Handwerk und Energiewende

Gebäudetechniker sind gefragt

21. November 2022, 10:49 Uhr | Diana Künstler
Ausbildung Handwerker
© Thomas Hardtmann/Caverion Deutschland

Während die Arbeit als Lebensmittelpunkt in Deutschland eher an Bedeutung verliert, registriert Caverion steigende Bewerberzahlen – auch und gerade in den handwerklichen Ausbildungsberufen.

Der Sinn der Arbeit war für Berufseinsteiger noch nie so wichtig: Die Tätigkeit muss nützlich sein für die Gesellschaft. Zwar ist der KFZ-Mechatroniker nicht selten das erste Berufsziel, vor allem der männlichen Klientel, doch büßt die Arbeit am Verbrennungsmotor heute einiges an Strahlkraft ein. Weniger der schnelle Wagen ist zurzeit das Statussymbol, als vielmehr das energieautarke Haus, das Smart Building. Energie- und Klimakrise haben das Verhalten der Menschen verändert. Und folgerichtig kalibriert sich auch der Fokus bei der Berufswahl neu.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat festgestellt, dass die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in den letzten Jahren gestiegen ist – gegen den allgemeinen Trend. Ohne Handwerker keine Energiewende, ohne Energiewende keine Zukunft, dessen sind sich immer mehr junge Leute bewusst. Diese Entwicklung stellt auch Caverion, Lösungsanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude, fest: Seit 2018 steigen die Bewerberzahlen für den Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker bei Caverion stetig an – obwohl 2020 bundesweit deutlich weniger Ausbildungsplätze angeboten wurden1.

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Zu viele Master, zu wenige Meister

Die Bindung an die Arbeit nimmt allgemein eher ab, vor allem bei der jungen Generation. Das hat das Umfrageinstitut Yougov für eine alljährliche Berufe-Studie ermittelt: Ein Leben ohne Beruf können sich 58 Prozent der unter 25-Jährigen nicht vorstellen. 2020 waren das noch 11 Prozent mehr gewesen. Besonders die handwerklichen Ausbildungsberufe klagen zurzeit über Nachwuchsmangel. Keine Lust auf „richtige“ Arbeit, wird da postuliert. Die jungen Leute wollten eher studieren, als sich die Finger schmutzig zu machen: zu viele Master, zu wenige Meister.

Dass die heutige Generation – entgegen einem gängigen Vorurteil – weder besser noch schlechter ist als die vorangegangene, hatte Caverion in einem Blog nach eigener Aussage bereits betont. Verändert habe sich allenfalls die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Hauptsache irgendwo unterkommen, das war gestern. Arbeitskräfte sind knapp – und sie können wählen. Wer heute als Arbeitgeber überschaubare Perspektiven bietet, braucht sich über einen ebenso überschaubaren Bewerber-Pool nicht zu wundern. Und das sei, so Caverion, auch gut so.

1 https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/downloads/files/21-04-28-bbb-2021.pdf?__blob=publicationFile&v=1


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