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Ladeinfrastruktur

Elektromobilität braucht effektive Lademöglichkeiten

19. Juni 2020, 10:36 Uhr   |  Lukas Steiglechner

Elektromobilität braucht effektive Lademöglichkeiten
© ArGe Medien im ZVEH

Mobilität wird immer mehr elektrisch – seien es nun E-Autos, E-Bikes oder E-Roller. Die steigende Nachfrage führt auch zwangsläufig zu einer Ausweitung der Ladeinfrastruktur. Doch gilt es, bei den verschiedenen Elektrofahrzeugen auch auf die richtige Ladestation zu achten.

Die Anzahl der Elektrofahrzeuge in Deutschland steigt. Laut dem Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung sollen bis zum Jahr 2030 zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen sein. Natürlich brauchen diese Fahrzeuge die entsprechende Ladeinfrastruktur. Hierfür will die Bundesregierung eine Millionen öffentlich zugängliche Ladepunkte bis zu Jahr 2030 schaffen.

Die Bundesregierung will immer mehr E-Autos auf den Straßen sehen. Dafür wird der Kauf der Fahrzeuge auch mit einer Prämie unterstützt. Die Förderung durch die "Umweltprämie" wird jetzt im Rahmen des Konjunkturprogramms gegen die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Krise erhöht. Bis Ende 2021 wird die Förderung für E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro angehoben. Doch mit einer wachsenden Anzahl an E-Autos ist auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur nötig. Im zweiten Quartal 2020 lag die Anzahl der öffentlichen Ladestationen in Deutschland bei rund 19.200, was fast 4.000 mehr als im Vorjahr sind. Seit 2016 müssen alle neuen Ladestationen mindestens mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet sowie barrierefrei und ohne vorherige Vertragsbindung zugänglich sein. CCS ist als einheitlicher Ladestandard in Europa, den USA und weiteren Automobilmärkten angesehen. Dadurch wird einer Inkompatibilität bei Ladepunkten vorgebeugt.

Dadurch ist die Basis für eine flächendeckende öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Autos geschaffen. Allerdings bleibt die komfortabelste Lösung das Aufladen zuhause. Für einen Großteil der zurückgelegten Strecken ist das auch ausreichend. Dabei sollten Fahrer sich Gedanken machen, inwiefern sie eine Ladeinfrastruktur in ihrem Zuhause planen und realisieren wollen. Findet man sich vor dem Beginn eines Neubaus oder einer umfassenden Renovierung wieder, sollte überlegt werden, ob es in der Zukunft einen Bedarf an einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge geben könnte. In einem solchen Stadium lassen sich die Maßnahmen für eine Ladeinfrastruktur relativ einfach und kosteneffizient implementieren, vor allem im Vergleich zu einer späteren Nachrüstung einer solchen Struktur. Um besonders klimaneutral und energieeffizient mobil zu sein, kann man Photovoltaik-Anlagen beispielsweise auf dem Dach des Wohnhauses, der Garage oder des Carports installieren und somit das E-Auto mit dem eigens erzeugten schadstofffreien Strom tanken. Der überschüssige Strom versorgt hier zusätzlich das eigene Heim mit Strom.

Wichtig ist: Die benötigte Steckdose unterscheidet sich je nach Fahrzeug. Ein E-Bike hat einen anderen Anspruch beim Aufladen als ein E-Auto. Für das Aufladen von Elektroautos sind einfache Steckdosen ungeeignet. Man benötigt hierfür eine spezielle Ladestation, sogenannte Wall-Boxen. Ein Innungsfachbetrieb kann hierbei helfen, mit dem E-Check E-Mobilität die vorhandene elektrische Anlage zu überprüfen. Damit werden die nötigen Voraussetzungen für die Installation einer Ladestation geschaffen. Der Akku eines E-Bikes kann hingegen über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass sich das E-Bike nicht in der Nähe brennbarer Materialien befindet. Außerdem benötigt der Akku etwa zehn Minuten, um sich an die Raumtemperatur zu gewöhnen, da er sich sonst möglicherweise beim Laden aufblähen und entzünden könnte. Ein ebenso großes Sicherheitsrisiko ist eine mögliche Tiefenentladung des Akkus. Sollte dies geschehen, erhöht sich die Brandgefahr beim Aufladen, weshalb Besitzer ihr E-Bike spätestens etwa alle ein bis zwei Monate aufladen sollten.

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