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Einkaufsverhalten der Deutschen

Elektrogeräte: Bitte nachhaltig, aber nicht zu teuer

15. September 2021, 09:12 Uhr   |  Diana Künstler

Elektrogeräte: Bitte nachhaltig, aber nicht zu teuer
© Andriy Popov/123rf

Wie verantwortungsbewusst agieren die Deutschen beim Kauf von Elektronikprodukten? Eine von Reichelt Elektronik durchgeführte Studie zeigt: Nachhaltigkeit ist mittlerweile für den Großteil der Bevölkerung ein Kaufkriterium.

87 Prozent der Deutschen achten beim Kauf von Elektrogeräten auf Nachhaltigkeit – knapp ein Drittel (31 Prozent) gibt das sogar für jeden Kauf an. Die größte Orientierung bieten den Befragten dabei die jeweiligen Energieeffizienzlabel, sowohl im stationären Handel als auch online. 94 Prozent konsultieren immer oder manchmal die Informationen auf den Labels.

Grundsätzlich sind die Deutschen sogar bereit, einen höheren Preis für ein nachhaltigeres Produkt zu zahlen – durchschnittlich 6,7 Prozent mehr. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um ein Handy, eine Waschmaschine oder einen Drucker handelt. Bei einem Produkt im 300 Euro-Preissegment macht das gerade einmal einen Zuschlag von etwa 20 Euro aus. Für Unternehmen ist also erkennbar: Die Bereitschaft, mehr Geld für nachhaltigere Produkte auszugeben ist da, jedoch nur in einem begrenzten Ausmaß. Auffällig ist auch, dass die Jüngeren deutlich mehr Bereitschaft zeigen, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu zahlen als Ältere. So wären die 18-24-Jährigen bereit einen Aufpreis von durchschnittlich 9,3 Prozent zu zahlen, während die Altersgruppe 55+ nur 5,1 Prozent in Kauf nehmen würde.

Es muss nicht immer neu sein

Elektrogerätekauf Nachhaltigkeit Studie, Reichelt
© Reichelt Elektronik

Die Alternative zum Neukauf ist der Kauf von gebrauchten Geräten. Auf der Suche nach dem besten Angebot haben sich mehr als die Hälfte aller Deutschen (53 Prozent) bereits für ein gebrauchtes Produkt aus zweiter Hand entschieden. Allerdings geben nur 14 Prozent an, dass der Nachhaltigkeitsgedanke dabei eine Rolle spielt. Noch weniger, nämlich nur neun Prozent geben an, dass die neueste Technologie ausschlaggebend für den Kauf eines neuen Produkts ist.

Darüber hinaus ist sich die Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) darin einig, dass die Reparatur eines defekten Elektrogeräts grundsätzlich sinnvoll ist. Immerhin 73 Prozent erklärten, ein Gerät bereits selbst repariert oder es in professionelle Hände gegeben zu haben. Hauptgründe, ein Gerät nicht reparieren zu lassen, waren die zu erwartenden Kosten, die eine Neuanschaffung übersteigen würden (76 Prozent) oder die Erwartung, dass der neueste technologische Standard nicht in das alte Gerät integriert werden könne (38 Prozent).

Die Lebenszeit hängt vom Produkt ab

Der Großteil der Deutschen erklärt dabei, sie würden ihre Geräte vor allem dann austauschen, wenn sie kaputt und nicht mehr zu reparieren sind (67 Prozent). Welche Lebenszeit die einzelnen Geräte haben, hänge im Großen und Ganzen von der Produktkategorie ab: Die höchste durchschnittliche Lebenserwartung besitzen große Geräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke – in einem deutschen Haushalt werden sie etwas mehr als acht Jahre genutzt, bevor sie ausgetauscht werden. Kleingeräte wie Smartphones werden immerhin etwa vier Jahre und zehn Monate genutzt.

Bemerkenswert ist dabei, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen ein Kalkül hinter einem defekten Gerät vermutet: 74 Prozent gehen davon aus, dass Hersteller die Lebenszeit mancher Produkte künstlich limitieren, um so die Verkaufszahlen hochzuhalten.

Über die Studie
 Die Zahlen wurden vom internationalen Umfrageinstitut OnePoll für Reichelt Elektronik erhoben und umfassen 4.000 Teilnehmer aus Europa, davon 1.000 aus Deutschland.

 

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2. Aufklärungsbedarf beim Recyclingangebot

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