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Ladesäulen in Deutschland

Ein verworrenes Netz aus Tarifen und Vertragsmodellen

30. August 2021, 13:00 Uhr   |  Quelle: dpa / Redaktion: Diana Künstler

Ein verworrenes Netz aus Tarifen und Vertragsmodellen
© Marijan Murat/dpa

Eine Ladesäule für Elektroautos auf einem Parkplatz in Bad Urach.

Für E-Autofahrer ist das Ladesäulennetz ein Labyrinth. Um das Stromtanken für ihre Kunden einfacher zu machen, nutzen Audi, Toyota und Fiat einen Dienstleister von BMW und Daimler. VW und Skoda setzen auf Elli. Und zwei Autobauer probieren etwas Neues aus.

Mit einem Benziner oder Diesel ist das Tanken und Bezahlen einfach, rund 14.500 Tankstellen gibt es in Deutschland mit 150.000 Zapfsäulen, in zehn Minuten ist der Fahrer wieder auf der Straße. Ein Elektroauto unterwegs zu laden ist vertrackter: Es gibt 46.174 öffentlichen Ladesäulen, aber hunderte Betreiber, Ladekarten, Vertragsmodelle und Tarife. Mit ganz unterschiedlichen Ansätzen versuchen die Autokonzerne, den Käufern ihrer E-Autos den Alltag einfacher zu machen – und sie an sich zu binden.

„Einfach überall Strom tanken“, wirbt Volkswagen, „einfach mit einer Karte“. VW, Skoda und Seat bieten ihren E-Auto-Kunden eine Karte oder App an, mit den sie europaweit 238.000 Ladepunkte verschiedener Betreiber anzapfen können. Die Kunden bekommen dann einmal im Monat eine Rechnung von ihrem Autobauer. „Am liebsten hätten die Kunden Fixpreise für den geladenen Strom“, sagt VW-Sprecher Tim Fronzek. Aber nicht alle Ladesäulen-Betreiber lassen sich darauf ein. Deshalb bietet VW keine Fixpreise für alle Ladesäulen an. Skoda schon – aber je günstiger, desto mehr verlangt der Autobauer als monatliche Grundgebühr.

„Einfach“ ist das Schlüsselwort

Anders als VW, Skoda und Seat ist Audi nicht an die Volkswagen-Ladetochter Elli angeschlossen, sondern an DCS – die gemeinsame Ladetochter der Konkurrenten Mercedes und BMW. Die wirbt mit dem Zugang zu 98 Prozent der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland und insgesamt fast 250.000 in Europa. Ebenfalls mit einer Karte, ebenfalls mit monatlicher Abrechnung. Inzwischen sind auch Fiat, Toyota, Hyundai und Kia dabei. Und der Ölkonzern BP steigt gerade als dritter Eigentümer ein.
„Wir haben Verträge mit 500 Anbietern von Ladeinfrastruktur geschlossen und bieten das Autoherstellern gebündelt als ein Paket an. Das kann der Autohersteller dann seinen Kunden zur Verfügung stellen“, sagt DCS-Chef Jörg Reimann. Künftig würden E-Autofahrer auch über freie Säulen informiert und könnten reservieren.

Einfach sei auch hier das Schlüsselwort. „Wer früh am Markt ist und den Kunden einfache, bequeme Lösungen anbietet, der wird sie behalten und auch in Zukunft das Geschäft machen“, sagt Reimann. Über Umsatz und Ergebnisse heute will er nicht sprechen. Aber das Geschäft mit Ladediensten „wird sehr bald profitabel für die großen Spieler“, sagt Reimann. „Der Profit kommt mit dem Volumen.“ Exklusive Angebote dagegen rentierten sich heute nur selten. Reimann sagt: „Das geht zu Lasten der Auslastung.“

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