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Die Krux mit der Rücknahmepflicht

25. August 2020, 09:49 Uhr   |  Autor: Stefan Adelmann

Die Krux mit der Rücknahmepflicht
© Adobe Stock / Gabriel Cassan

Seit 2016 gilt die Rücknahmepflicht für Elektroaltgeräte für den Einzelhandel mit einer Erweiterung um passive Geräte seit 2019. Doch Deutschland verfehlte die europäische Vorgabe einer Mindestquote 2018. Gefordert werden daher eine einfachere Rückgabe und eine Verschärfung der Richtlinien.

Für Handel und Industrie sind es potenziell erfreuliche Zahlen: 2018 lag der Umsatz der Home-Electronics-Branche, bestehend aus den Bereichen Consumer Electronics und Elektro-Hausgeräte, laut der gfu bei 42,4 Milliarden Euro. Das Umweltbundesamt zieht hingegen eine andere Maßeinheit vor. Die Behörde kommunizierte vor wenigen Tagen 2.375.643 Tonnen im vorletzten Jahr in Verkehr gebrachte Elektrogeräte, was einem Anstieg von 294.000 Tonnen (rund 15 Prozent) zu 2017 entspricht. Knackpunkt laut der Behörde: Sammlung und Rücknahme von Elektrogeräten stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 16.217 Tonnen. Ganz konkret schrammte Deutschland mit diesem Ergebnis knapp an der europäischen Vorgabe einer Mindestsammelquote vorbei. Während der deutsche Handel eigentlich 45 Prozent der Masse aller in den drei Vorjahren auf den Markt gebrachten Geräte wieder zurücknehmen sollte, lag der tatsächliche Anteil letztlich bei 43,1 Prozent.

Dabei zeigt sich laut den Angaben des Bundesamtes, dass Konsumenten das seit dem 24. Juli 2016 geltende Angebot einer kostenfreien Rücknahme besonders gerne für Kleingeräte wie Haartrockner, Toaster, aber auch Digitalkameras und Radios in Anspruch nehmen. Hier liegen die Quoten bei über 75 Prozent. Anders fällt das Ergebnis jedoch bei den Großgeräten aus. Bei Produkten wie Waschmaschinen und Kühlschränken liegt die Lücke zwischen den in Verkehr gebrachten und den gesammelten Geräten bei einer halbe Million Tonnen. Und auch gewerbliche Geräte drücken die Gesamtquote deutlich.

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1. Die Krux mit der Rücknahmepflicht
2. Abgegebene Menge je Einwohner steigt
3. Potenzielle Belastung für den stationären Handel

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