Energiewende

Deutschland braucht einen flexiblen Strommarkt

LiFi, Datenübertragung via Licht
© Aleksandr Khakimullin-123rf

Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und der Weg zu erneuerbaren Energien braucht einen flexiblen Strommarkt. Aspekte wie ein intelligentes Stromnetz und die Smart Meter benötigen einen steuerbaren Markt, in dem Bedarf gelenkt werden kann. Laut einer Studie besteht in Deutschland Aufholbedarf.

Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss es einer Studie zufolge bei der Energiewende deutlich zulegen. Vor allem die Flexibilität des Strommarkts und die Beteiligung der BürgerInnen seien stark ausbaufähig, heißt es in der Vergleichsstudie von zwölf europäischen Ländern. Die Studie „Energy Transition Readiness Index 2021“ wurde vom Fachverband Association for Renewable Energy and Clean Technology (REA) und dem Energiemanagement-Unternehmen Eaton durchgeführt. Untersucht wurden den Angaben zufolge sozio-politische Faktoren, der Marktzugang sowie Innovationskraft und technologische Faktoren. Das Ergebnis: Während Finnland, Norwegen und Schweden Spitzenwerte erzielen, schafft Deutschland nur drei von fünf möglichen Punkten.

Deutschland habe zwar von allen untersuchten Ländern den größten Strommarkt und produziere gleichzeitig die größte Strommenge aus erneuerbaren Energien. Dennoch betrage sein Anteil wegen des hohen Bedarfs nur 41 Prozent am gesamten Stromverbrauch – während etwa Norwegen mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziere als es brauche. Um das erklärte Ziel von 65 Prozent grünem Strom bis 2030 zu erreichen, müsste Deutschland der Studie zufolge zusätzlich 138 Terawattstunden Strom aus Solar- und Windenergie gewinnen, was einer Wachstumsrate von 85 Prozent entspreche.

Um das schaffen zu können, benötige Deutschland mehr Flexibilität auf dem Strommarkt. Insbesondere müssten die BürgerInnen mitgenommen werden. So würden Energiespeichersysteme hinter dem Zähler, durch die KonsumentInnen selbst Teil des Strommarkts werden können, einerseits immer wichtiger. Andererseits verfügten in der Bundesrepublik erst 17 Prozent der Bevölkerung über intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Die wiederum seien aber essenziell für die Überwachung und Abrechnung etwa von Solardächern. Nicht nur die skandinavischen Länder, auch Italien und Spanien seien da deutlich weiter. Noch schlechter stehe es um die Möglichkeit, Strom in Elektroautos zwischenzuspeichern und bei Bedarf in das öffentliche Netz zurückführen.

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