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E-Mobility rollt an

Das Elektroauto und die Krux mit dem Stromverbrauch

18. August 2021, 14:05 Uhr   |  Autor: Jan-Christoph Pakusa / Redaktion: Diana Künstler

Das Elektroauto und die Krux mit dem Stromverbrauch
© etovarga/123rf

Der immer konkreter werdende Umstieg auf Elektromobilität, der auch von der Europäischen Union mit dem Klimapaket „Fit for 55“ vorangetrieben wird, ist ein wichtiger Schritt, um das Klima zu schützen; er heizt aber auch Diskussionen um die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien an.

Immer mehr namhafte deutsche Automobilhersteller verabschieden sich in naher Zukunft von Verbrennungsmotoren und produzieren ausschließlich Autos mit elektrischem Antrieb. Doch lässt sich das Fahren mit dem E-Auto hierzulande wirklich so umweltfreundlich gestalten wie angepriesen wird?

Nach Audi und VW kündigte nun auch Daimler an, ab 2025 alle Modelle auf Elektromobilität umzustellen. Im Falle von Mercedes schätzt man, dass die letzten Autos mit Verbrennungsmotoren wohl noch vor 2035 komplett ausgedient haben – spätestens dann will die EU-Kommission nur noch die Neuzulassung von emissionsfreien Autos erlauben. Abgesehen vom Gebrauchtwagenmarkt, wird der Verbraucher über kurz oder lang keine andere Wahl mehr haben, als auf Elektroautos umzusteigen.

Die Bundesregierung rechnet in den nächsten zehn Jahren mit bis zu elf Millionen neuen E-Autos. Die Diskussion, ob E-Auto oder Verbrennungsmotor, wird daher langfristig gesehen nicht mehr relevant sein. Eine viel interessantere Frage ist, ob fossile oder erneuerbare Energien genutzt werden, um die zukünftigen Autos anzutreiben.

Denn rein elektrisch betriebene Fahrzeuge stoßen zwar beim Fahren kein CO2 aus, für die Energiebilanz sollte der genutzte Strom aber aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Nur so können die Fahrzeuge zu einer Reduktion der CO2-Belastung beitragen. Andernfalls könnte sich das Konzept mit der Elektromobilität im Hinblick auf Klimaneutralität nicht auszahlen.

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© Reichelt Elektronik

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Bislang ist es aber eher ein Strommix, der die Elektroautos versorgt. Dieser besteht teilweise aus erneuerbaren Quellen, teilweise aus fossiler Stromerzeugung sowie Atomkraft. Spätestens 2038 soll der Ausstieg aus der Kohle komplett vollzogen sein. Das Ziel ist nachvollziehbar, aber reicht der Strom aus erneuerbaren Energien für den erhöhten Stromverbrauch, der durch den vermehrten Einsatz von Stromern auf uns zukommt?

In einer Umfrage von Reichelt Elektronik sollten die Befragten genau zu diesem Thema Stellung beziehen: 27 Prozent gaben an, dass man darüber nachdenken sollte, die Atomkraftwerke nicht abzuschalten. 57 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass mehr in den Ausbau von Windkraftanlagen und Solarstrom investiert werden solle. Windkraft ist aktuell der größte grüne Energieträger Deutschlands; Solarenergie auf Platz zwei. Aber gerade der Ausbau in Windkraft ist in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten: Lange Genehmigungsverfahren scheiterten am Ende oft an Klagen oder den verschärften Abstandsregeln von Windrädern zu Wohnsiedlungen, was in vielen Teilen Deutschlands das Aus für diese Art von Stromerzeugung bedeutet.

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2. Ausbau der Ladestationen

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