Beleuchtungssteuerung

Tunable White in KNX-Anlagen

22. November 2018, 8:46 Uhr | Dipl-Ing. (FH) Udo Nikolaus, Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Broadcast oder Multicast?

Bei der Broadcast-Steuerung werden alle angeschlossenen und physikalisch miteinander verbundenen DALI-Leuchten durch einen Broadcast-Befehl gleichzeitig und mit direkten Helligkeitswerten angesteuert. Da die Einzeladressierung und separate Konfiguration einzelner Leuchte dabei entfällt, gestaltet sich die Inbetriebnahme besonders einfach und schnell. Das gilt auch für die Wartung, da defekte Betriebsgeräte ganz einfach und ohne Neuprogrammierung ausgetauscht werden können (Bild 2). Allerdings ist diese Art der Steuerung auch mit gewissen Einschränkungen beim Funktionsumfang verbunden. So sind zum Beispiel weder Sammelrückmeldung möglich noch die Einbindung von Notleuchten. Und auch die Fehlerauslese von Einzelgeräten funktioniert nicht – Fehlermeldungen erfolgen nur »pro Strang«.

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Grafik: Broadcaststeuerung
Bild 2: Bei der Broadcaststeuerung werden alle angeschlossenen DALI-Geräte durch einen gemeinsamen Befehl angesteuert. Die separate Ansteuerung einzelner Leuchten oder Leuchtengruppen ist nicht möglich.
© Hager Vertriebsgesellschaft

Bei der Multicast-Steuerung werden mehrere Leuchten zu Gruppen zusammengefasst. Daher wird diese Variante auch als Gruppen- und Szenensteuerung bezeichnet (Bild 3). Beim Hager Gerät können dabei – wie oben beschrieben – bis zu 64 DALI-Betriebsgeräte in maximal 32 Gruppe aufgeteilt werden. Die Zuordnung der Gruppen ist bei dieser Steuerungsvariante ebenso im KNX-DALI-Gateway gespeichert wie die bis zu 16 programmierbaren Lichtszenen beziehungsweise Effektsteuerungen, die das Gerät ebenfalls ermöglicht. Der Vorteil dieser Steuerung liegt darin, dass sich jede dieser Gruppen über KNX separat ansteuern lässt. Neben der Gruppenadressierung können sogar ausgewählte Leuchtmittel einzeln adressiert werden. In diesem Fall spricht man von einer Unicast-Steuerung.

Grafik: Multicaststeuerung
Bild 3: Bei der Multicaststeuerung werden mehrere Leuchten zu Gruppen zusammengefasst. Jede dieser Gruppen kann einzeln über KNX angesteuert werden.
© Hager Vertriebsgesellschaft

Den Vorteilen der Multicast- und Unicast-Steuerungen steht ein erhöhter Konfigurationsaufwand entgegen, da ein separates Adressieren der Leuchten beziehungsweise Leuchtengruppen erforderlich ist. Für die Inbetriebnahme bedeutet dies, dass die Leuchtengruppen oder einzelnen Leuchten zunächst identifiziert und anschließend separat konfiguriert werden müssen. Daher gilt es im Vorfeld sorgfältig abzuwägen, welchen Funktionsumfang die Beleuchtungssteuerung bieten soll, um unnötige Kosten für den Endkunden zu vermeiden. Denn grundsätzlich ermöglichen KNX-DALI-Gateways Type 8 nicht nur eine komfortable, sondern auch kostengünstige Beleuchtungssteuerung in KNX-Anlagen mit DALI-Betriebsgeräten nach dem neuesten Standard.

 

Ein lukratives Marktsegment

DALI-Type-8-Funktionen wie Tunable White erlauben es dem Elektrohandwerker, den weitverbreiteten Wunsch von Endkunden nach einer möglichst tageslichtähnlichen Beleuchtung zu erfüllen. Damit eröffnen diese Geräte Elektrofachbetrieben ein lukratives Marktsegment sowohl im privaten Wohn- als auch im gewerblichen Zweckbau.

Als mögliche Einsatzgebiete bieten sich dort unter anderem Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Schulen an. Aber auch in Kranken- und Pflegeeinrichtungen sowie in Produktionsstätten und Lagerhallen – insbesondere mit Schichtbetrieb – ist eine tageslichtähnliche Beleuchtungssteuerung empfehlenswert. Da das Gateway von Hager zudem auch in bereits vorhandene KNX-Anlagen eingebunden werden kann, eignet es sich für die Installation in Neubauten gleichermaßen wie für die Nachrüstung in Bestandsbauten. Das erweitert den Anwendungsbereich dieser Technik zusätzlich.


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