Schwerpunkte

licht.de

Gutes Licht macht Schule

13. Dezember 2019, 10:06 Uhr   |  Stefanie Heyduck

Gutes Licht macht Schule
© licht.de

Gerade in Kindergärten und Schulen ist optimales Licht unabdingbar.

Wer lernt, braucht gutes Licht. Moderne Beleuchtungskonzepte können heute viel mehr als nur hell: Sie unterstützen den Biorhythmus von Schülern und Studenten, verbessern das Schlafverhalten und verhelfen so zu mehr Wohlbefinden.

Studien an Bildungseinrichtungen belegen: Mit einer biologisch wirksamen Beleuchtung arbeiten Schüler konzentrierter, schneller und zeigen bessere Leistungen. Human Centric Lighting (HCL) berücksichtigt neben den visuellen Anforderungen auch biologische und emotionale Aspekte.

HCL orientiert sich am natürlichen Verlauf des Tageslichts: Morgens ist es heller, und die Blauanteile im Licht höher, das Licht kommt flächig von oben. Der Körper wird so in Betriebsmodus versetzt. Gegen Abend steigen die Rotanteile, die Beleuchtungs-
stärke sinkt und punktuelles Licht dominiert: Der Körper kann zur Ruhe kommen. Lichtszenen, die an
die jeweilige Unterrichtssituation angepasst werden können, sorgen in Unterrichtsräumen für besondere Effekte.
Lichtduschen steigern die Aufmerksamkeit mit höheren Farbtemperaturen (mindestens 5.000 Kelvin), Beleuchtungsstärken und Anteilen direkten Lichts – eine willkommene Unterstützung bei Klassenarbeiten oder Leseaufgaben. Für mehr Ruhe bei der Gruppendiskussion sorgen warme Lichtfarben und ein hoher indirekter Lichtanteil bei mittlerer Wandhelligkeit. Soll die Lernatmosphäre zur Entspannung beitragen, etwa nach Prüfungen oder bei Gruppenarbeiten, sind ein geringeres Beleuchtungsniveau, Farbtemperaturen von maximal 3.000 Kelvin und indirektes Licht gefragt. Die Bewegungsunruhe lässt nach.

Teenager im sozialen Jetlag
Im Normalfall wird die Tageslichtautomatik genutzt. Denn sie hat Einfluss auf die nachhaltige Stabilisierung des 24-Stunden-Rhythmus (circadianer Rhythmus). Jugendliche, die abends spät schlafen gehen und morgens nur schwer in den Tag finden, leben im »sozialen Jetlag«. Schüler, die an Studien teilnahmen, führten Schlaftagebücher. Ihre Auswertung zeigt, dass sich das Schlafverhalten unter dem Einfluss von HCL verlagern kann: Die Probanden gingen früher zu Bett und waren morgens eher fit.

Grafik zu Human Centric Lighting
© licht.de

Die verschiedenen Wirkungen von HCL auf den Menschen.

Licht taktet die innere Uhr
Warum funktioniert das? Licht taktet die innere Uhr: Die Sonne geht auf, wir werden wach. Der Abend dämmert, wir werden müde. Registriert werden die unterschiedlichen Beleuchtungen von den dritten Zellen im Auge, denn neben Stäbchen und Zapfen gibt es Fotorezeptoren, die empfänglich für nicht-visuelle Lichtwirkungen sind. Sie haben eine direkte Verbindung zum Gehirn. Von dieser Master Clock werden Hormone ausgesandt oder unterdrückt. Am Morgen werden stimmungsaufhellendes Serotonin und das stoffwechselanregende Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Abends produziert die Epiphyse wieder den Müdemacher Melatonin.

Fördermittel nutzen
LED-Technologie und Lichtmanagementsysteme sind die Erfolgsfaktoren für eine HCL-Lichtlösung. Sie sparen Energie, reduzieren Betriebskosten und Treibhausgase. Die Umrüstung der Innen- und Hallenbeleuchtung auf hocheffiziente Beleuchtungstechnik wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit bis zu 25 Prozent bzw. 30 Prozent für finanzschwache Kommunen bezuschusst. Kitas, Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendwerkstätten sowie Sportstätten erhalten eine um fünf Prozentpunkte erhöhte Quote für ausgewählte Förderschwerpunkte.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

licht.de