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500 Jahre alt und schöner denn je

13. Dezember 2019, 09:19 Uhr   |  Stefanie Heyduck

500 Jahre alt und schöner denn je
© Serge Brisom für WE-EF

Die Antwerpener Liebfrauenkathedrale ist von nahezu allen Standorten der Stadt aus zu sehen und hebt sich eindrucksvoll aus ihrer Silhouette hervor.

Die Liebfrauenkathedrale in Antwerpen lockt mit ihren Kunstschätzen und ihrer Architektur jährlich etwa 360.000 Besucher an. Seit Herbst 2018 inszeniert eine neue Anstrahlung das Meisterwerk flämisch-brabantischer Baukunst.

Die reiche Ornamentik und das Maßwerk, die prächtigen Türme und Fialen, Giebel, Gesimse und Portale sind jetzt auch bei Dunkelheit detailreich erkennbar. Gleichzeitig präsentiert sich die Domkirche aus der Ferne als brillantes Highlight in Antwerpens Skyline. Für ihr Lichtkonzept setzte Lichtplanerin Susanna Antico mehrere Hundert Leuchten ein – ein großer Teil davon stammt von WE-EF.

Mit dem Chanson »Le plat pays« hat der belgische Sänger Jacques Brel seiner Heimat eine berühmte lyrische Hommage geschrieben. Neben tosenden Wellen und dem tiefhängenden Himmel besingt Brel die Kathedralen als einzige Erhebungen des flachen Landes, denn weithin sichtbar wie kaum woanders erheben sich in dieser Region die Kirchtürme über der Ebene, dienen als Orientierungspunkte und sind der Stolz der Städte.
Ein prominentes Beispiel dafür ist die »Onze-Lieve-Vrouwekathedraal« von Antwerpen. Der Nordturm des siebenschiffigen Kirchenbaus ist 123 Meter hoch und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Liebfrauenkathedrale ist von nahezu allen Standorten der Stadt aus zu sehen und hebt sich dominant aus ihrer Silhouette hervor. Angesichts der immensen Bedeutung des Bauwerks wurde das 500. Jubiläum der Fertigstellung des Turms im September 2018 natürlich gebührend gefeiert. Außerdem beeindruckt die Kathedrale seit diesem Geburtstag mit einer komplett neuen Anstrahlung.

Handwerker arbeitet in großer Höhe
© Fluvius Belgium (vormals Eandis)

Die Arbeiten mussten in großen Höhen durchgeführt werden.

Ein Masterplan und ein Wettbewerb
Schon im Jahr 2012 hat Antwerpen in einem Masterplan gestalterische und technische Direktiven für die öffentliche Beleuchtung festgeschrieben. Sukzessive erneuert die Stadt nach diesen Vorgaben in vielen Bereichen die Lichtlösungen. Auch die Liebfrauenkathedrale ist ein Abschnitt in dem langfristig angelegten Modernisierungsprozess. Daher fungierten die Richtlinien des Licht-Masterplans auch als zentrale Kriterien des Wettbewerbs, den die Stadt für die Anstrahlung der Kathedrale ausgeschrieben hatte. Durchsetzen konnte sich im Bewerberfeld der Entwurf von Susanna Antico. Fragt man die Lichtplanerin nach den Grundideen ihres Konzeptes, wird schnell klar, wie gut es mit dem Masterplan korrespondiert.

Weniger Energie, Streulicht und Blendung
»Die vorhandenen Strahler waren mit Natriumdampf-Hochdrucklampen bestückt. Jetzt setzen wir moderne LED-Leuchten ein. Obwohl sich die Leuchtenanzahl deutlich erhöht hat, konnten wir den Energieverbrauch der gesamten Anlage um etwa 40 Prozent senken«, erklärt Susanna Antico. Die Effizienzvorgaben hat man damit schon einmal souverän erfüllt, aber auch bezüglich der Lichtqualität wurden drastische Verbesserungen erreicht.
Ein Schlüssel dafür war die Umpositionierung zahlreicher Lichtpunkte, die vorher auf den umliegenden Dächern und an Fassaden installiert waren und von denen das Licht teilweise aus großen Distanzen auf das Bauwerk traf. »Wir haben viele Leuchten jetzt direkt an die Kathedrale herangeholt. Dadurch genügen geringere Lichtströme, aber wir erreichen eine viel präzisere Lichtwirkung, das Streulicht wird erheblich reduziert und Blendung – trotz der vielen möglichen Beobachterpositionen – konsequent vermieden«, erörtert dazu die Lichtplanerin.

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1. 500 Jahre alt und schöner denn je
2. Anspruchsvolle Aufgaben, vielseitige Lichttechnik
3. Fazit

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