Luftreiniger

Zeit zum Durchatmen

12. April 2017, 10:05 Uhr |
Saubere Luft Frau Fenster
© Anna Bizoń-123rf

Der Markt für Luftreiniger wächst kontinuierlich, leidet doch jeder dritte Deutsche heutzutage mindestens einmal unter Problemen mit einer krankhaft hyperaktiven Immunreaktion, welche sich oft gegen Tierhaare, Pollen oder Hausstaub richtet. Doch auch andere Stoffe bergen Gefahren für die Gesundheit.

Luftverschmutzung entpuppt sich als zunehmendes Problem von globaler Dimension. 96 Prozent aller Europäer leben bereits in einer Stadt, deren Feinstaubbelastung von der Europäischen Umweltagentur (EEA) als gesundheitsschädlich betrachtet wird. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Smog. Doch die Gefahr lauert nicht nur im Freien. In Innenräumen, in denen wir durchschnittlich 90 Prozent unserer Zeit verbringen, stellt kontaminierte Luft ein besonderes Gesundheitsrisiko dar und kann unter anderem bestehende Beschwerden wie Allergien oder Asthma verschlimmern.

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André Rahe, Philips
André Rahe, Philips: "Ein hilfreicher Indikator, an dem sich Käufer beim Vergleich der Leistungsfähigkeit verschiedener Luftreinigermodelle orientieren können, ist die CADR (Clean Air Delivery Rate).”
© Philips

„Der Bedarf für Luftreiniger besteht keinesfalls nur bei besonders empfindlichen Menschen wie Allergikern und Asthmatikern“, unterstreicht Martin Runschke, Dyson Category Director DACH. „Das Problem Luftverschmutzung‘ ist in Europa angekommen. Stuttgart steht exemplarisch dafür und findet sich regelmäßig auf der medialen Agenda.“ Weniger bekannt sei hingegen, so Runschke, dass die Luftbelastung in Innenräumen durch Ausdünstungen aus Einrichtungsgegenständen und Baustoffen, durch Schimmel, Reinigungsmittel, Deodorants, Küchengase, Tierhaare, Pollen und Allergene fünf Mal größer sein kann als draußen.

Martin Runschke, Dyson
Martin Runschke, Dyson: "Ein gutes Produkt muss kleinste Nanopartikel bis zu einem Zehntausendstel Millimeter und auch gasförmige Schadstoffe zuverlässig entfernen. Dies gelingt am besten durch eine Kombination aus HEPA- und Aktivkohlefilter."
© Dyson

Adäquate Luftreiniger sollten laut Verbraucherportal Raumklimatest.de in der Lage sein, die Raumluft zwei Mal pro Stunde umwälzen und reinigen zu können. Dazu geben die Hersteller in der Regel die Quadratmeterzahl an, für die sich das jeweilige Modell eignet. Geht man von einer durchschnittlichen Raumhöhe von 2,50 Metern aus, so lässt sich aus diesen Angaben auch das Raumvolumen in Kubikmetern ableiten. Eine Beispielrechnung: Bei einer von Raumgröße von 30 Quadratmeter und einer Deckenhöhe von 2,5 Meter beträgt das Raumvolumen 75 Kubikmeter. Damit die Raumluft zwei Mal pro Stunde gereinigt werden kann, sollte der Luftreiniger demzufolge über eine Luftumwälzungs-Rate von mindestens 150 Kubikmetern pro Stunde verfügen. „Besonders praktisch sind dabei vernetzte Luftreiniger, die sich zusätzlich über eine App steuern und sogar timen lassen, die Pollenbelastung vorhersagen und Informationen sowie Tipps zum Allergiemanagement liefern“, sagt André Rahe, Marketing Manager Air bei Philips. „Grundsätzlich empfehlen wir Käufern außerdem auf natürliche Reinigungstechnologien zu setzen und solche Technologien zu meiden, die Stoffe wie Ozon, Ionen oder Chemikalien an die Luft abgeben, um diese zu reinigen.“

Ina Mangi, De’Longhi
Ina Mangi, De’Longhi: "Generell gilt, je feiner die Partikel, desto effizienter muss gefiltert werden. Bei einer Pollenallergie sollte deshalb auf eine mehrfache Filterung geachtet werden."
© De’Longhi

Da viele Menschen auch während des Schlafens eine saubere und verträgliche Luft bevorzugen, gibt es zudem einige Geräte, die mit einem integrierten Nacht- beziehungsweise Schlafmodus ausgestattet sind. Der Betrieb ist dabei besonders leise und das Bedienpanel kann in der Regel gedimmt werden. Wer sichergehen will, dass ein Luftreiniger Allergene zuverlässig beseitigt und bei der Linderung von Symp-tomen hilft, kann sich auch an Gütesiegeln orientieren. Ein Großteil der Hersteller lässt sich seine Luftreiniger  ECARF-zertifizieren – so heißt das Prüf- beziehungsweise Gütesiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen, das von der gemeinnützigen Stiftung European Centre for Allergy Research Foundation verliehen wird. Abhängig von den Produkten und Dienstleistungen existieren definierte Kriterienkataloge, die auf neuesten Erkenntnissen der allergologischen Forschung basieren und regelmäßig aktualisiert werden. Das Siegel ist zwei Jahre gültig und kann lizenzgebührenfrei genutzt werden. Die Gültigkeit lässt sich verlängern, wenn weder das Produkt oder die Dienstleistung noch die Vergabekriterien verändert wurden.

Was Luftreiniger auszeichnet
Eine Geräteklasse, die in diesem Zusammenhang in Innenräumen zum Einsatz gebracht werden kann, sind die Luftreiniger – nicht zu verwechseln mit Luftwäschern. Luftreiniger verfügen in der Regel über ein mehrstufiges Filtersystem. Dabei wird Raumluft mit Hilfe eines Ventilators angesaugt. Ein Vorfilter übernimmt die grobe Filterung, ein HEPA-Filter die Fein-Filterung. Ein Aktiv-Kohlefilter beseitigt die Gerüche. Bakterien werden schließlich mittels Nano-Filter oder UV-Bestrahlung der Luft und unter Einsatz eines photokatalytischen Filters entfernt. Am Schluss wird die gereinigte Luft wieder abgegeben. Ein Großteil der Geräte verfügt darüber hinaus über einen sogenannten Ionisator. Dieser erzeugt negativ geladene Teilchen, die selbst kleinste Partikel in der Raumluft binden (Cluster), welche anschließend durch den HEPA-Filter herausgesiebt werden.


  1. Zeit zum Durchatmen
  2. Vorteile gegenüber anderen Klimageräten
  3. So unterstützen die Hersteller den Verkauf

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