Raumklima

Es liegt was in der Luft

Allergie Katze
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Schnupfen, tränende Augen und Niesattacken – etwa jeder Dritte leidet hierzulande unter einer Allergie. Tendenz steigend. Vom Luftreiniger bis zum -befeuchter: Welche Highlight-Produkte der Hersteller in diesem Zusammenhang Abhilfe versprechen.

Luftverschmutzung ist in vielen Fällen die Ursache für Asthma, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen und kann insbesondere bei Kindern schwerwiegende Spätfolgen nach sich ziehen. Menschen, die bereits unter Asthma oder anderen Allergien leiden, wissen daher reinere Luft zu schätzen.

Die Indoor-Generation
Was in diesem Zusammenhang jedoch oft übersehen wird, ist der Umstand, dass die Gefahr nicht nur draußen lauert: Jeden Tag inhalieren wir bis zu 9.000 Liter Luft. Da der Mensch etwa 90 Prozent seines Lebens in geschlossenen Räumen verbringt, ist insbesondere reine Raumluft wichtig für ihn. Die Luftverschmutzung in Gebäuden kann von außen kommen, wenn wir die Fenster oder Türen öffnen, aber sie kann auch durch unsere alltäglichen Aktivitäten entstehen. Die Luft in Innenräumen enthält dabei zwei bis fünf Mal mehr Allergene und Schadstoffe als die Außenluft. Generell machen Pollen und Hausstaub Allergikern das Leben schwer. Aber auch Tierhaare und Schimmelpilze stehen ganz weit oben auf der Liste der meist gefürchtetsten Allergiestoffe. Speziell im Schlafzimmer, in dem wir ungefähr ein Drittel unseres Lebens verbringen, kann es Luftverschmutzung geben. Mögliche Quellen sind Feinstaub aus dem alltäglichen Schmutz in Städten, VOCs (flüchtige organische Verbindungen) aus Haarspray und Parfüm, Formaldehyd aus Schaumstoffmöbeln, Staub und Allergene aus Teppichen sowie Benzol aus Duftkerzen. In der Küche und im Wohnzimmer setzen Reinigungsprodukte flüchtige organische Verbindungen frei und auch Hautschuppen von Haustieren, Gasherde und andere Kochprozesse produzieren Feinstaub, Dämpfe und Gerüche. Da moderne Häuser besser abgedichtet sind, um die Energieeffizienzanforderungen zu erfüllen, können Schadstoffe im Inneren eingeschlossen werden und die Luftzirkulation ist gegebenenfalls beeinträchtigt.

Luftreiniger: Was es zu beachten gilt
Eines der wichtigsten Kaufkriterien bei Luftreinigern und ähnlichen Produktklassen ist die Filterleistung im Verhältnis zur abgedeckten Raumgröße. Viele Hersteller setzen in diesem Zusammenhang auf mehrstufige Filtersysteme, bestehend beispielsweise aus einem waschbaren Vorfilter für größere Partikel, dem EPA-Filter etwa für Hausstaub und Pollen, dem Aktivkohle-Filter für Feinstaub, dem Nano-Silber-Filter für Viren sowie dem UV-Licht-Filter für Bakterien oder Gase. Wie Cornelia Pabijan, Product Manager Linen Care/Home Comfort Rowenta, weiß, sind für optimal gereinigte Luft verschiedene Filterebenen wichtig. „Darüber hinaus ist die Clean Air Delivery Rate (CADR) eines Geräts zu beachten. Sie dient als Indikator für die Luftreinigungsleistung und gibt an, wie effizient beziehungsweise schnell die Luft im Raum gereinigt wird.“ Markus Schwichtenberg, Brand Manager bei De’Longhi Deutschland, ergänzt: „Nicht zu unterschätzen ist zudem die Geräuschentwicklung. Meist steht der Luftreiniger im Wohn- oder Schlafraum, entsprechend leise sollte das Gerät arbeiten. Ein Richtwert ist 36 bis 50 dB.“

Wer sichergehen will, dass ein Luftreiniger Allergene zuverlässig beseitigt und bei der Linderung von Symptomen hilft, kann sich an Gütesiegeln, wie dem Allergy-UK-Siegel, orientieren. Ein Großteil der Hersteller lässt sich seine Luftreiniger beispielsweise ECARF-zertifizieren. So heißt das Prüf-/Gütesiegel für allergikerfreundliche Produkte und Dienstleistungen, das von der gemeinnützigen Stiftung European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) verliehen wird. Abhängig von den Produkten und Dienstleistungen existieren definierte Kriterienkataloge, die auf neuesten Erkenntnissen der allergologischen Forschung basieren sollen und regelmäßig aktualisiert werden. Das Siegel ist zwei Jahre gültig und kann lizenzgebührenfrei genutzt werden. Die Gültigkeit kann verlängert werden, wenn weder das Produkt oder die Dienstleistung noch die Vergabekriterien verändert wurden. Wer trotz optimaler Raumluft unter allergischen Symptomen leidet, kann ergänzende Maßnahmen wie regelmäßiges Inhalieren einleiten. Justin Weingärtner, Vertriebsleiter Fachhandel der Medisana: „Das Inhalieren von Wasserdampf und speziellen Wirkstoffen kann die Symptome zwar nicht vollständig abstellen, bewirkt aber in der Regel eine deutlich spürbare Linderung. Besonders bei starkem Pollenflug oder Kontakt mit Tierhaaren kann das Inhalieren gereizte Schleimhäute beruhigen.“ Ein Inhalator ist zudem in der Regel einfach anzuwenden und insbesondere für unterwegs geeignet.

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    Fred Hitzler, Geschäftsführender Gesellschafter, Venta
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    Fred Hitzler, Geschäftsführender Gesellschafter, Venta: “Luftreiniger sind gerade zur Pollenzeit bei Allergikern im Dauereinsatz. Beim Kauf sollte entsprechend neben einer guten Qualität des Produktes explizit auf einen hohen Reinigungsgrad und das ECARF-Siegel, eine Auszeichnung für allergikerfreundliche Produkte, geachtet werden. Wichtig ist, dass das Gerät samt Reinigungsleistung passend zur Raumgröße ausgewählt wird. Die beste Orientierung hierfür ist die Raumgröße in Kubikmetern. Bei Dauereinsatz sind außerdem der Geräuschpegel sowie der Stromverbrauch des Geräts nicht zu unterschätzen.”

    Exkurs: Filter, Filter, Filter
    Die Luft in Innenräumen ist bis zu hundert Mal mehr belastet als Außenluft. Menschen mit Allergien benötigen daher einen Luftreiniger mit starkem Filter, der die Luft auch von kleinsten Partikeln befreit. Die Funktionsweise eines Luftreinigers ist sehr simpel. Die Raumluft wird meist über eine Art Ventilator angesaugt und durch unterschiedliche Filter, zum Beispiel Aktivkohle- oder HEPA-Filter, geleitet. Diese fangen feinste Partikel und Schadstoffe auf. Die gereinigte Luft wird danach wieder aus dem Gerät geleitet.

    Unterschiedliche Filterarten, die häufig in Luftreinigern zum Einsatz kommen, sind:

    • Ein Vorfilter sorgt für die Filterung gröberer Staubpartikel und (Tier-)Haare. Er kann in der Regel mit dem Staubsauger abgesaugt und/oder unter warmem Wasser abgewaschen werden.
    • Der HEPA-Filter (High Efficiency Particulare Air), auch Schwebstofffilter genannt, besteht aus Glasfaser-Filtermatten mit besonders efffektivem Partikelfilter, der Schwebstoffe bis zu 0,1 Mikron aus der Luft entfernt. HEPA-Filter werden bevorzugt von Allergikern zum Beispiel bei Tierhaarallergie genutzt. Aber auch viele andere Partikel werden nachhaltig aus der Raumluft entfernt, wie Asbest, Bakterien, Viren, Staub beziehungsweise Hausstaubmilben und Milbeneier, Pollen, Rauch oder   schadstoffhaltige Staubpartikel. Der Nachteil bei HEPA-Filtern ist allerdings, dass Kleinst-partikel wie Gerüche, Gase oder Feinstaub nur eingeschränkt gefiltert werden.
    • Beim Aktivkohlefilter wird die Luft durch eine Aktivkohlematte geleitet, die die durchströmende Luft reinigt. Gase, Rauchpartikel und Gerüche werden besonders effektiv gefiltert. Einziger Nachteil: Der Filter muss regelmäßig gewechselt werden, da sonst die Reinigungskraft nachlässt. Beim Aktivkohlefilter lässt sich eine zunehmende Verschmutzung erfühlen. Je härter die Matte, umso dringender muss der Filter ausgetauscht werden.
    • Mithilfe der UV-Bestrahlung werden Keime abgetötet.
    • Der photokatalytische Filter kommt in der Regel in Kombination mit der UV-Bestrahlung zum Einsatz und sammelt die durch das UV-Licht aufgespaltenen Gase und Bakterien ein.

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