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Ärger um das EU-Energielabel

19. September 2018, 15:36 Uhr | Autor: Stefan Adelmann
Energielabel Stromverbrauch EU
© fotolia / M. Schuppich

Unter welchen Bedingungen der Stromverbrauch eines Staubsaugers ermittelt wird, erklärt das von der EU vorgeschriebene Energielabel nicht. Eine Irreführung der Verbraucher, sagt Dyson. Der Hersteller klagte gegen BSH und warf allgemeine Fragen bezüglich der Aussagekraft der Produktkennzeichnung auf.

Für viele Verbraucher ist das EU-Energielabel beim Kauf neuer Elektrogeräte eine wichtige Orientierungshilfe. Immerhin hat der Stromverbrauch bei der Entscheidungsfindung einen hohen Stellenwert, ein Vergleich der jeweiligen Produktspezifikationen wäre aber besonders für Laien nur schwer möglich. Die Energieeffizienzklassen der Europäischen Union sollen Abhilfe schaffen und auf einen Blick eine leicht vergleichbare Skala an die Hand geben. Viele Kunden greifen mittlerweile guten Gewissens dort zu, wo das A auf grünem Grund prangt. Doch immer wieder wurden Zweifel am Nutzen des Energielabeles laut, nicht zuletzt, weil die Klassen A bis G ab 2003 aufgrund technischer Entwicklungen erst um „A+“ sowie „A++“, und ab 2010 darüber hinaus um „A+++“ erweitert wurden. Dass ein Gerät mit der Energieklasse A auf dieser Skala zu den vergleichsweise energiehungrigen Modellen gehört, dürfte bei vielen Verbrauchern eher für Verwirrung als Aufklärung sorgen.

Unzureichende Auskunft
Ob die Energielabel Käufer nicht sogar täuschen würden, stand zuletzt im Fokus einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Dyson und BSH. Der britische Hersteller beutelloser Staubsauger hatte dem Münchner Unternehmen vorgeworfen, dass die Angaben bestimmter Staubsauger-Modelle unzureichend seien. Konkret geht es um den Siemens-Staubsauger „VSQ8POWER4“, der die Energieeffizienzklasse B ausweist. Da der Stromverbrauch unter Laborbedingungen und mit leerem Beutel gemessen wurde, soll der angegebene Wert laut Dyson aber wenig valide sein. Die Briten verweisen auf unabhängige Untersuchungen, die belegen sollen, dass der Energiehunger mancher Modelle steigt, wenn der Beutel voll ist.

Besonders im Fokus der Diskussion dürfte die sogenannte „PowerSensor Technology“ von BSH stehen. Mit dieser verspricht der Hersteller: „Kein Leistungsverlust, auch wenn sich der Beutel füllt“. Aufschluss, ob und wie sich diese Funktion auf den Energieverbrauch auswirkt, gibt ein Produkttest der Stiftung Warentest. Zwar hat die Stiftung nicht den VSQ8POWER4 geprüft, jedoch das Modell „VSQ8SEN72C“, das ebenfalls über die PowerSensor-Technologie verfügt. Das Ergebnis der Tester, das in Ausgabe 6/2015 erschienen ist: Unter den Beutelstaubsaugern erreicht das Siemens-Gerät die besten Werte. Da es bei vollem Beutel aber die Leistung hochdrehe, „braucht es etwas mehr Strom als die anderen“. Insgesamt erhält das Modell bei den Umwelteigenschaften die Note „sehr gut“, beim Stromverbrauch hingegen ein „befriedigend“. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein Sprecher der Stiftung jedoch kürzlich, dass sich zwischen leerem und vollem Beutel „in den meisten Fällen kein signifikanter Unterschied“ erkennen lasse.

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