Waschen & Trocknen

Erlösmodelle 2.0 für den Fachhandel

10. August 2016, 8:20 Uhr | Autor: Markus Kien
Wash & Dry Self Service
© Brenda Kean - 123rf

Wird der Fachhandel im Zeitalter des Smart Home neben dem Geräteverkauf künftig weitere Erlösquellen erschließen können – beispielsweise nach dem Prinzip "Pay as you use"? elektrobörse handel hat für das Segment der Elektro-Großgeräte nachgeforscht.

Herr Reichenberger, was müssen Hersteller tun, um Großgeräte smart zu machen?
Jan Reichenberger: Die Europäer sind anspruchsvoll – sie sind ein hohes technisches Niveau gewöhnt und erwarten sehr viel von technischen Produkten. Zwar stehen sie den Vorteilen vernetzter Hausgeräte grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, wollen aber gleichzeitig von deren Alltagswert überzeugt werden. Das ist eine Grunderkenntnis unserer repräsentativen Bauknecht Connectivity-Studie, für die Verbraucher in fünf europäischen Ländern befragt wurden. Hersteller können nur mit durchdachten Lösungen punkten, die der Erwartungshaltung der Kunden standhalten.

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Jan Reichenberger verantwortet als Marketing Director Germanics die Marketingaktivitäten für die Bauknecht Hausgeräte GmbH und die Indesit Company Deutschland GmbH.
Ein Interview mit Jan Reichenberger, Marketing Director Germanics bei Bauknecht Hausgeräte
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Welche vernetzungsfähigen Geräteserien hat Bauknecht am Markt?
Reichenberger: Bereits zur IFA 2015 haben wir unsere „Connectivity Range“ vorgestellt: Waschmaschine, Trockner und Kühl-/Gefrierkombination lassen sich völlig unabhängig vom Ort steuern – ganz gleich ob aus der Küche im Erdgeschoss oder aus dem Supermarkt während des Einkaufs.

Mit unserer Connectivity Range setzen wir auf ein ganzheitliches Konzept, das echten Mehrwert schafft und den Fokus auf Bedienkomfort, Zeitersparnis und Energieeffizienz richtet. Dabei richten wir uns ganz streng nach den Vorlieben des Konsumenten: In Deutschland gibt es aktuell rund 50 Millionen Smartphones – Tendenz steigend. Bevor wir also unsere Hausgeräte aufwändig mit immer größeren Displays ausrüsten, nutzen wir diese Technik, die vom Verbraucher bereits bestens akzeptiert ist. Unsere „BLive App“ macht Smartphones und Tablets zur Schaltzentrale für die vernetzten Hausgeräte von Bauknecht – dabei nutzen wir das vorhandene WLAN-Netz und setzen auf etablierte Standards.

Was haben die Kunden beziehungsweise Fachhändler von der Vernetzungsfähigkeit?
Reichenberger: Im Mittelpunkt steht bei Bauknecht nicht die Technik, sondern der Alltagsnutzen von Connectivity: Ist die Waschmaschine fertig, kann aber nicht sofort entladen werden, lässt sich auch von unterwegs die Funktion „Fresh Finish“ aktivieren, die die Wäsche bis zu sechs Stunden in der Trommel bewegt und so Knitterfalten und Gerüche verhindert. Der Trockner weiß bereits von der Waschmaschine, welches Pflegeprogramm er anbieten muss – das Einstellen von Hand entfällt. Die „BLive App“ hilft außerdem durch aktives Energiemanagement, wertvolle Ressourcen zu sparen. Und bringen die Gäste zur Party noch spontan Prosecco mit, kühlt der Kühlschrank die Flaschen mit dem „Perfect Drinks Mode“ schnell herunter und informiert den Nutzer per Push-Nachricht, sobald die ideale Trinktemperatur erreicht ist. Diese konsequente Orientierung am Alltag überzeugt die Konsumenten. In einem einjährigen Testprogramm haben Familien die Connectivity-Funk-tionen als überaus erleichternd im Alltag empfunden – sie schätzen Hausgeräte, die vernetzte Intelligenz mit hervorragender Qualität vereinen, außergewöhnliche Performance bieten sowie einfach zu bedienen sind. Von diesen Argumenten profitiert auch der Händler im Verkaufsgespräch.


  1. Erlösmodelle 2.0 für den Fachhandel
  2. Aktuelle Geschäftsmodelle überdenken
  3. Waschmaschine as a Service

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