Siedle

Vernetzte Türkommunikation

19. Juli 2018, 12:03 Uhr | Richard Rutschmann, Geschäftsführer Technik bei Siedle
Die Kommunikationszentrale »Siedle Axiom« ist Innenstation, Telefon und Bedienpanel in einem.
Die Kommunikationszentrale »Siedle Axiom« ist Innenstation, Telefon und Bedienpanel in einem.
© Siedle

IP ist bereits heute die beste Basis, um Türkommunikation im Smart Home zu integrieren. Modulare Software und Systemarchitektur garantieren eine flexible Anwendung mit praktisch unbegrenzten Erweiterungsmöglichkeiten – vom Einfamilienhaus bis zum großen Gewerbebau.

Als Spezialist für Gebäudekommunikation geht Siedle seit Jahren konsequent den Weg der Vernetzung: technologisch mit dem IP-System »Siedle Access«, strategisch in der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Jung und der eNet Smart Home-Allianz.

Türkommunikation im Smart Home

Siedle ist in engem Austausch mit Anbietern von Smart-Home-Plattformen. Bei unseren Gesprächen ist klar geworden, dass die Grundfunktionen der Gebäudekommunikation sich nicht direkt auf den Plattformen integrieren lassen. Der Grund: Wir haben sehr hohe Bandbreiten- und Systemleistungs-Anforderungen an die Echtzeit-Kommunikation bei der Video- und insbesondere der Audio-Übertragung.

Diese Anforderungen implizieren ein annähernd latenz-, rausch- und echofreies Verhalten. Das können Smart-Home-Plattformen üblicherweise nicht leisten; deshalb binden wir die Gebäudekommunikation über ein Applikationsinterface an die jeweilige Plattform an. Darüber werden dann entsprechende Ereignisse mit der Plattform ausgetauscht, wenn etwa ein Besucher klingelt oder der Bote die Post einwirft. Daraufhin werden individuell programmierbare, gewerkeübergreifende Szenarien ausgelöst.

Ein einfaches Beispiel: Der Türruf wird während des Fernsehens auf dem Monitor des Smart-TVs eingeblendet, Audio- und Videokommunikation mit der Tür sind möglich, und der Besucher kann per Tastendruck über die TV-Fernbedienung eingelassen werden. Gleichzeitig wird ein einladendes Lichtszenario im Eingangsbereich aktiviert.

Anbieterkompass Anbieter zum Thema

zum Anbieterkompass
Richard Rutschmann ist Geschäftsführer Technik bei Siedle
Der Autor: Richard Rutschmann ist Geschäftsführer Technik bei Siedle.
© siedle

Türruf auf dem Smartphone

Apropos Fernbedienung: Eine weitere wichtige Anforderung ist die mobile Remote-Steuerung der verbundenen Systeme. Das Smartphone wie auch das Tablet nehmen heute als personalisierte, multifunktionale Steuergeräte eine zentrale Rolle ein. Diesen Trend hat Siedle früh erkannt und bereits vor sechs Jahren im Zuge der Entwicklung des IP-basierten Systems Access eine App mit WLAN-Anbindung herausgebracht.

Mittlerweile ist die App natürlich auch an den Mobilfunk angebunden. Abhängig von der Netzabdeckung kann der Nutzer den Türruf praktisch weltweit entgegennehmen und die Tür öffnen. Der logische nächste Schritt in dieser Entwicklungsreihe sind Cloud-Lösungen. Wir arbeiten daran, weil sie neue Optionen hinsichtlich der Konnektivität, der Anwendungen sowie neuer Dienste und Geschäftsmodelle bieten und für eine vereinfachte, kundenfreundlichere Installation bzw. Inbetriebnahme stehen.

Vernetzung mit Partnern

Die integrierte, vernetzte Technologie im Smart Home stellt alle Hersteller vor Herausforderungen, die keiner für sich allein lösen wird. Siedle kooperiert deshalb seit längerem mit Jung und hat sich 2018 der eNet Smart Home Allianz angeschlossen. Diese Allianz aus starken Fachvertriebsmarken bildet aus unserer Sicht das überzeugendste Angebot im Bereich Smart Home.

Nachhaltige Technik und Datensicherheit gemäß den strengen Regeln des deutschen Datenschutzes sind überzeugende Argumente für die Nutzer. Und die Beratung und Installation leisten die Profis aus dem Handwerk, die dem Bauherrn maßgeschneiderte Angebote machen können. Dabei sind unsere Handwerkspartner immer auf dem aktuellen Stand: Die Allianz legt Wert auf Wissensvermittlung und unterstützt den Fachvertrieb mit Schulungen. Das ist sehr wichtig, denn durch die digitale Offenheit werden die Systeme so schnell und agil weiterentwickelt wie nie zuvor.

Türkommunikation zum Anfassen

Bei aller Agilität wird uns in der Türkommunikation auch zukünftig ein Thema begleiten: Wie können wir Software mit Materialität und Haptik verbinden? Eine Antwort, die Siedle 2018 darauf gegeben hat, ist die Kommunikationszentrale »Siedle Axiom«. Das intelligente Gerät ist Innenstation, Telefon und Bedienpanel in einem. Es bündelt die Erfahrungen von Siedle in analogen und digitalen Technologien und ist flexibel einsetzbar.

Über eine Schnittstelle ist Axiom offen für die Siedle-Systemwelt – mit Einbindung der App, die das Smartphone, das Tablet und sogar die Smart Watch zur mobilen Video-Sprechstelle macht. Und über den Jung Smart Visu Server lässt sich die Gebäudeautomation mit KNX ansteuern. Gleichzeitig ist Axiom ein Gerät zum Anfassen. Das 7-Zoll-Touch-Display ist mit Sensoren ausgestattet. Sie aktivieren das Display bei Annäherung und passen die Bildschirm-Helligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse an. Und die wesentlichen Funktionen der Türkommunikation – Sprechen und Öffnen – lassen sich per Taste steuern. Das wird bei Siedle auch in Zukunft so bleiben.

Die Türkommunikation ist digital und mobil geworden; zugleich erwarten die Menschen, dass sie intuitiv bedienbar ist. Beides in Einklang zu halten, die agile Entwicklung und die einfache Handhabung: Das ist die zentrale Aufgabe und Herausforderung in der Türkommunikation – heute und in Zukunft.

 

Mehr Ausblicke in die Zukunft finden Sie in unserem Online-Special »70 Jahre elektrobörse smarthouse«.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Siedle & Söhne, Telefon- und Telegrafenwerke GmbH