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Türkommunikation auf IP-Basis

24. Juni 2013, 15:32 Uhr | Elcom
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IP hat Einzug in die Installationstechnik gehalten und bietet hervorragende Möglichkeiten Kommunikation, Sicherheit, Steuerung und Multimedia auf einer gemeinsamen Plattform zu vereinen.

Unterschiedliche Geräte kommunizieren miteinander, verschiedene Aufgaben können an zentraler Stelle durchgeführt werden und dem Nutzer eröffnen sich neue interessante Perspektiven und Bedienkonzepte. Damit wird die IP-Technik als neues Technologiefeld zum zentralen Thema für den Installateur. Die Türkommunikation ist ein nicht unbedeutender Teil davon.

Für die Steuerung in der Gebäudeautomation werden vorwiegend Touchpanel-Lösungen und Smartphones mit den jeweiligen Hersteller-Visualisierungen eingesetzt. Diese Geräte werden zur Bedienzentrale oder dienen als »mobiler persönlicher Assistent« der Alltagsdinge automatisiert und vereinfacht. Es liegt nahe, die Video-Türkommunikation als sinnvolle Ergänzung auch auf diesen Geräten in Form einer App oder Software zur Verfügung zu stellen. Die bisher herstellerspezifische Sprechanlagentechnik wandert damit auf eine universelle Plattform, die hohe Kompatibilität erlaubt.

Um alle Vorteile voll ausnutzen zu können, müssen aber auch Standardtechnologien unterstützt werden.
Da es sich bei der Türkommunikation im weitesten Sinne um eine Telefonieform mit Videoübertragung handelt, bildet die Internet-Telefonie (Voice-over-IP) hier eine geeignete technologische Basis. In den letzten Jahren hat sich mit SIP (Session Initiation Protocol) ein Standard-Steuerungsprotokoll etabliert, das mittlerweile als sehr ausgereift gilt und von vielen Anbietern in der Telekommunikationsbranche unterstützt wird. Das hat den unschlagbaren Vorteil einer vollumfänglichen Kompatibilität und der damit einhergehenden nahtlosen Integrationsmöglichkeit geeigneter Systemkomponenten.

Die Vielfalt der Netzwerk-Welt lässt sich damit vor allem auch auf die Türkommunikation übertragen. Damit ergibt sich nicht nur ein Mehrwert in Form hohen Bedienkomforts für den Benutzer. Auch technische Herausforderungen (z. B. aufgrund baulicher Gegebenheiten) lassen sich so unter Rückgriff auf Übertragungsmedien wie WLAN, Powerline, DSL und Glasfaser viel flexibler umsetzen. SIP - im Telefoniebereich als die Technologie der Zukunft angesehen - wird nach und nach ISDN- und Analog-Systeme ablösen. Ein jeder ist daher mit einer Sprechanlagen-Installation nach diesem Standard bestens gerüstet.

Die große Herausforderung für den Installateur stellt das erforderliche Umdenken bei der Ausführung solcher Installationen dar. Sprechanlagen-Technik over IP hat mit den bisher gewohnten konventionellen Systemen nicht mehr viel zu tun und ist viel stärker an den Netzwerk- und Telefonie-Bereich angelehnt. IP-Türkommunikation folgt einem Server/Client/Dienste-Konzept. Der SIP-Server stellt den Clients (hier: Türstation, Telefone) einen Dienst (hier: Kommunikation) zur Verfügung. Infrastruktur und Standort der Geräte spielen eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist nur, dass Server und Clients datentechnisch untereinander erreichbar sind. IP (Internet-Protokoll) als Schlagwort beschreibt dabei lediglich den Verbindungsaufbau und die Daten-Vermittlung zwischen netzwerkfähigen Geräten.

Alle weiteren Funktionen, z. B. Art des Datentransports, und spezifische Anwendungsdienste, z. B. Sprach- und Videoübertragung, werden mit eigenen Protokollmechanismen ausgehandelt und gesteuert. Damit bildet die IP-Video-Türkommunikation einen Teilbereich im IP-Kosmos, der seinen spezifischen Regeln folgt und eine entsprechende Konfiguration erfordert. Benutzt werden TCP und UDP als Transportprotokolle, SIP zur Steuerung der Kommunikationssitzung und RTP zur Übertragung der eigentlichen Audio- und Videodaten. Die im Grunde triviale Türkommunikation wird damit auf eine hochtechnologische Ebene gestellt. Das kann für Verständnisschwierigkeiten sorgen und ein gewisses Fehlerpotenzial bei Installation und Bedienung mit sich bringen.

Doch worum geht es? Der Kunde wünscht sich Video-Türkommunikation auf seinem Smartphone, Touchpanel und weiteren Telefoniegeräte, der Installateur eine reibungslose Installation und Inbetriebnahme. Elementares IP-Basiswissen und grundlegende Kenntnisse über die Funktionsweise der SIP-Telefonie sind hierzu die Voraussetzungen. Detailwissen sollte für Standard-In-stallationen nicht notwendig sein, denn schließlich geht es primär darum, Technologievorteile effizient zu nutzen.

IP-Türkommunikation im Heimbereich
Mit seinem »4-gewinnt«-Konzept für die einfache Installation bietet die Firma Elcom ein speziell für den exklusiven Einfamilienhaus-Bereich ausgelegtes IP-System. Herzstück bildet dabei der für sprechanlagentypische Funktionen ausgelegte und optimal parametrisierte IP-Sprechanlagen-Server. Der Leistungsumfang des Gerätes unterstützt bis zu vier Eingänge mit jeweils vier Ruftastern. Pro Ruftaster werden in einer Rufgruppe bis zu vier Windows und vier iOS-Videofon-Clients sowie die Kopplung einer VoIP-Telefonanlage, z. B. Fritzbox 7390, unterstützt. Alle weiteren Systemkomponenten wie IP-Kamera, Türlautsprecher und Videofon-Clients sind werkseitig aufeinander vorkonfiguriert. Eine erste funktionierende Basis-Installation lässt sich durch den Installateur ohne Konfigurationsaufwand lediglich durch Verkabelung der Geräte herstellen. Mögliche Fehlerquellen sind so bereits im Vorfeld rasch analysiert und alle weitere Installationsschritte sehr leicht nachvollziehbar. Damit sind Smartphones und Tablets (iPod, iPhone und iPad) sowie Touchpanel-PCs im Handumdrehen um die Video-Türkommunikation erweitert. Analog- und DECT-Telefone lassen sich über die gekoppelte Telefonanlage ebenfalls für die Türkommunikation nutzen.

IP Türkommunikation im Gewerbebereich
Ist bereits eine SIP-fähige Telefonanlage im Objekt vorgesehen, erfolgt die Integration der IP-Türkomponenten direkt und ohne nennenswerten weiteren Hardware-Aufwand. IP-Türlautsprecher und -Kamera werden per PoE-Switch versorgt und über das Netzwerk an der IP-Telefonanlage registriert, Klingeltaster oder digitale Rufanwahl im integrierten Telefonbuch mit den jeweiligen Rufzielen belegt. Die Kommunikation erfolgt über das Telefon am Arbeitsplatz. Das Videobild kann über eine Multiviewer-Software, Videofon-Clients oder videofähige Hardware-Telefone (z. B. Auerswald Comfortel 3500) empfangen werden. Die Videobild-Anzeige erfolgt immer bereits vor Rufannahme. Bei Anlagengröße und Anzahl der möglichen Gesprächswege besteht keine Einschränkung. Jede Türstation arbeitet als eigenständiger Telefonie-Client im System, alle weiteren Leistungsmerkmale werden vom Funktionsumfang der eingesetzten Telefonanlage bestimmt.


Zusammenfassung
IP-Türkommunikations-Lösungen stellen in Heim- und Gewerbebereichen eine sinnvolle Erweiterung für Gebäudesteuerung und IP-Telefonie dar. Die nahtlose Systemintegration in bestehende Netzwerkstrukturen ermöglicht dem Installateur eine flexible Installation. Dem Benutzer bieten sich durch die vielseitigen Möglichkeiten smarter Multifunktionsgeräte entscheidende Vorteile für Komfort und Sicherheit.


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