Die »neue Synergie«

Siedle und Jung kooperieren

19. März 2015, 10:59 Uhr | Peter Wintermayr
Arbeiteten über ein Jahr an der Kooperation: Gabriele Siedle und Harald Jung
Arbeiteten über ein Jahr an der Kooperation: Gabriele Siedle und Harald Jung
© Siedle

Es war die Überraschung auf der eltefa: Türkommnikationsspezalist Siedle und Gebäudesystemtechnikspezialist Jung kooperieren. Die Kooperation bietet für beide Seiten Vorteile.

Die beiden Spezialisten ergänzen sich perfekt: Im Rahmen der Kooperation bieten Jung und Siedle die gesamte Elektroinstallation  aus einer Hand an, vom Schaltersystem über passende Innenstationen und die Gebäudeautomation mit KNX bis zum gesamten Siedle-Sortiment für die Türkommunikation. Inklusive App, der mobilen Videosprechstelle Scope und Systemerweiterungen wie Briefkästen, Zutrittskontrolle und Beleuchtung.

Zum Start der Kooperation hat Jung die Innenstationen im Schalterdesign komplett auf Siedle-Technik umgestellt; Siedle hat das technische Innenleben als voll kompatible Komponenten des In-Home-Bus-Systems entwickelt. Am Eingang verlässt der Schalterspezialist sich künftig ganz auf das umfassende Programm von Siedle. Im Gegenzug finden die Türsprechanlagen von Siedle Anschluss an die KNX-Gebäudetechnik von Jung. Sämtliche Produkte für die Türkommunikation sind sofort lieferbar.

In der Kooperation, die als »Neue Synergie« auftritt, treffen sich zwei eigenständige, inhabergeführte Unternehmen auf Augenhöhe. »Eine Zusammenarbeit wie unsere gab es in der Branche bisher nicht«, erläutert Gabriele Siedle. »Synergie bedeutet, gemeinsam mehr zu bewirken als einzeln. Unsere Produktportfolios ergänzen sich zu einem sehr breiten Sortiment, beide Unternehmen können künftig ganzheitlich anbieten.« Und das biete enorme Vorteile für den Markt, so Harald Jung: »Die Forderung nach dem Zusammenspiel von Gebäudekommunikation und Gebäudesystemtechnik begegnet uns immer häufiger.« Im wichtigen Projektgeschäft, beispielsweise. Dort wird anspruchsvolle Gebäudekommunikation verlangt, häufig in Kombination mit einer KNX-Gebäudeautomation. Bisher konnte keiner der beiden Hersteller die gesamte Nachfrage bedienen. Die Kooperation ermöglicht künftig gestalterische und technische Gesamtlösungen in höchster Qualität und enormer Vielfalt. Auch gemeinsame Entwicklungen seien denkbar, erklärt Gabriele Siedle: »Unsere Synergie ist neu, aber noch lange nicht ausgereizt.«

Für die Kooperation hat Siedle, bisher nicht als OEM-Hersteller aktiv, eigens eine Submarke entwickelt: die »Siedle Systemtechnik«. Das neue Markenzeichen kennzeichnet Produkte, die nicht von Siedle stammen, aber voll kompatibel mit der Siedle-Technologie sind. »Damit funktionieren die Innenstationen von Jung mit allen In-Home-Anlagen von Siedle«, erläutert Harald Jung, »sogar in der Nachrüstung«. Und das ist ein entscheidender Vorteil nicht nur für Endkunden, sondern auch für das Handwerk. Kundenwünsche nach Innenstationen im Schalterdesign können nun erfüllt werden. Nicht von Siedle – sondern von dem Spezialisten, der sich auf Schalter bestens versteht. Umgekehrt lassen sich die Schaltersprechstellen in Siedle-Bus-Anlagen einbinden.

Gleichzeitig erhält die Gebäudekommunikation von Siedle Anschluss an die KNX-Gebäudesystemtechnik von Jung. KNX ist weltweiter Standard im gehobenen Privat- und Objektbau. Die Verbindung der beiden Welten erfolgt über LAN, Schnittstelle ist das Smart Gateway von Siedle. Die Visualisierung auf den Jung Panels leistet das virtuelle Haustelefon von Siedle. Sobald ein Türruf eingeht, öffnet sich das virtuelle Haustelefon auf den Panel-PCs. Diese Anbindung ist voraussichtlich ab Juni 2015 verfügbar. Die Jung Panels mit kapazitivem Touch sind in drei Displaygrößen erhältlich.

Wer den In-Home-Bus beherrscht und Technik von Jung installieren kann, zieht sofort Nutzen aus der Synergie. Denn mehr braucht er nicht zu wissen. Die Abläufe sind die gleichen, und alle Geräte sind in die relevanten Planungs-Tools, Programme und Handbücher eingebunden. Und im Siedle-Online-Konfigurator, der ab sofort auch auf der Website von Jung zur Verfügung steht. Mit dem innovativen Online-Tool lassen sich komplette Türsprechanlagen Schritt für Schritt aus einer Hand planen, kalkulieren und visualisieren. Inklusive der Innenstationen von Jung. Und ohne spezielle Kenntnisse oder Schulungen.

Mit dem Start der Kooperation Mitte März sind sämtliche Vertriebsmitarbeiter bestens vorbereitet. Sie kennen die Produkte und die Technik des Kooperationspartners im Detail und erstellen Angebote für gemischte Systeme. Und der Service endet nicht nach der Inbetriebnahme. Beide Unternehmen haben auch die After-Sales-Services genau definiert. Service im Bereich Türkommunikation übernimmt grundsätzlich Siedle, Service im Bereich KNX Jung. Auch für Garantie- und Kulanzfragen haben die beiden Premiumanbieter klare Regelungen getroffen.

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