2-Draht-Technik

Die Zukunft der Türkommunikation

15. Oktober 2018, 8:45 Uhr | Christian Weinard, Hager Vertriebsgesellschaft mbH und Co. KG
Moderne Türkommunikation von Elcom.
Moderne Türkommunikation von Elcom.
© Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Die 2-Draht-Technik macht die Türkommunikation schneller, wirtschaftlicher und einfacher. Aber kann sie damit auch die bisherige 6-Draht-Video- und 1+n-Audio-Technologie ablösen?

Bei der 2-Draht-Technik (2-Draht) werden Audio- und Videosignale sowie sämtliche Steuerbefehle der Türkommunikation über nur zwei Adern weitergeleitet. Dadurch vermeidet die verpolungssichere und mithörgesperrte 2-Draht-Bustechnik Anschlussfehler und reduziert den Installationsaufwand in Neuanlagen. Bereits vorhandene Leitungen von Klingel- oder Sprechanlagen in Altbauten können zudem ohne zusätzliche Verdrahtung mit neuen Funktionen belegt werden. Nicht zuletzt wegen dieser Vorteile setzen Hersteller wie Elcom verstärkt auf die 2-Draht-Technik.

 

Einfach und wirtschaftlich

2-Draht kann aufgrund ihrer Einfachheit durchaus als technologische Weiterentwicklung der i2-Audio/6-Draht-Videotechnik betrachtet werden. Aufgrund der im Vergleich zu anderen Systemen geringeren Zahl an benötigten Komponenten lassen sich mit der 2-Draht-Technik besonders wirtschaftliche Lösungen für Neuanlagen, Nachrüstung und Renovation realisieren. Gegenüber der bekannten 1+n-Technik hat 2-Draht den Vorteil, dass sie deutlich schneller zu installieren ist, ohne dass es Abstriche bei den Funktionen gibt. Denn der Leistungsumfang der 2-Draht-Systemtechnik ermöglicht bereits auf Einzelstrangbasis die Einbindung von bis zu 32 Innenstationen. In ein 2-Draht-System mit dem Elcom Strangkoppler »RED011Y« beispielsweise lassen sich im Rahmen einer Backbone-Infrastruktur sogar bis zu 256 Außenstationen und 150 Innenstationen verbinden. Dabei ist 2-Draht offen gegenüber anderen Elcom-Technologien: So können Komponenten aus der i2-Audio-Technik wie Telefon-Gateways über den a/b-Anschluss der Strangversorgung oder über einen Audio-Auskoppler eingebunden werden. Zur Unterscheidung ist die Audio-Busleitung mit a/b und die 2-Draht-Busleitung mit X/X gekennzeichnet.

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Produktbild: Strangversorgung Elcom RED011Y von Hager
Eine für alles: Die Strangversorgung »Elcom RED011Y« für Audio und Video verfügt über zwei potenzialfreie Relais zur Steuerung von Licht und Türöffner.
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Auch hinsichtlich der möglichen Leitungslängen lassen sich selbst anspruchsvolle Anwendungen abdecken. So kann die maximale Leitungslänge im Backbone zwischen dem ersten und dem letzten Strangkoppler bis zu 300 Meter betragen; zwischen Außenstation und Strangkoppler sind bis zu 100 Meter zulässig und zwischen Innenstation und Strangkoppler noch einmal 150 Meter. Insgesamt lässt sich also eine Leitungslänge von 550 Metern realisieren.

Weiterer Vorteil: Im Backbone stehen bis zu drei gleichzeitige Gesprächswege zwischen den Strängen zur Verfügung. Gleichzeitige Gespräche zwischen Außenstation und Innenstation sind so auf gleichem Kopplerstrang möglich.

 

2-Draht-Verdrahtung: Was Sie wissen müssen

Werden bei einer Installation Videogeräte mit X/X-Anschluss verwendet, lassen sich diese ausschließlich am 2-Draht-Bus betreiben. Weil das Videosignal hochfrequent übertragen wird, müssen zudem Videoverteiler eingesetzt werden. Audiogeräte mit X/X-Anschluss können mit Videogeräten am 2-Draht-Bus (X/X) gemischt betrieben werden. Ein Beispiel für solch eine gemischte Audio/Video-Anlage ist eine Kombination der Innenstationen »Elcom.Touch Video« mit »Elcom.Touch Audio« in einer Installation. Hierzu muss jedoch die 2-Draht-Busleitung für Video ausgelegt sein. Das heißt: Videoverteiler und/oder Abzweiger müssen zwingend eingesetzt werden. Dabei ist die Gesamtdämpfung des Systems zu beachten.

Der entscheidende Vorteil der Videoauslegung liegt zum einen darin, dass Audio- und Video-Innenstation gemischt eingesetzt werden können und zum anderen darin, dass die Option einer späteren Umrüstung von Audio auf Video gewahrt wird. Alternativ können gemischte Anlagen auch mit zwei Zweigen – also Audio und Video getrennt – ausgelegt werden. Ganz wichtig: Audiogeräte mit a/b-Anschluss sind nicht mit Videogeräten mischbar. In reinen Audio-Anlagen kann die 2-Draht-Busleitung X/X wie eine Audio-Busleitung a/b gesehen und auch so verdrahtet werden. Der Einbau eines Videoverteilers ist nicht erforderlich. Die Vorteile dieser Kombination liegen in der einfachen Verdrahtung durch den Verzicht auf Videoverteiler und in dem damit verbundenen Kostenvorteil sowie in der Tatsache, dass bei einer reinen Audio-Installation die Dämpfung nicht beachtet werden muss.

Tipp: Wird die Anlage nur für Audio ausgelegt, sollte an der Strangversorgung »RED011Y« der a/b-Anschluss genutzt werden. So kann der Elektrohandwerker bei späteren Wartungen sicher erkennen, dass es eine reine Audio-Installation ist. Der Nachteil einer solchen Installation: Eine spätere Umrüstung auf Video ist nicht möglich.


  1. Die Zukunft der Türkommunikation
  2. Installationsarten für 2-Draht-Video

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