Vernetzte Türsprechstellen

Auch die Haustür wird smart

18. Januar 2019, 11:09 Uhr | Tillmann Braun, freier Journalist
Junge Frau klingelt an einer Haustür.
© Telegärtner Elektronik

Das Smart Home beginnt immer häufiger an der Haustür. Schließlich bieten vernetzte Türsprechstellen genau das, was Anwender sich von ihrem Smart Home versprechen: mehr Komfort und Sicherheit. Die einzelnen Modelle und Systeme unterscheiden sich allerdings stark.

Bei manch einem klingelt der Lieferservice von Amazon nahezu täglich. Und so scheint es nur logisch, dass der Großkonzern mittlerweile neben allen anderen Artikeln auch eine eigene Türsprechstelle anbietet. Selbst entwickelt hat der Online-Riese die Türsprechstelle »Ring« allerdings nicht. Für die Summe von einer Milliarde US-Dollar kaufte Amazon kurzerhand den kompletten Hersteller der gleichnamigen Türsprechstelle.

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Ring Doorbell 2 von Amazon
Die »Ring Doorbell 2« mit integrierter Video-Kamera von Amazon.
© Ring

An derartigen Summen wird schnell deutlich, wie groß die Nachfrage und damit der Markt für smarte Türsprechstellen mittlerweile sind. Gemeinsam haben die neuen Produkte, dass sie deutlich mehr können, als einfach nur ein Gespräch zu einer festen Gegensprechstelle im Innern des Hauses aufzubauen. Bezüglich der jeweiligen Technologien, Features und Funktionen sowie beim Preis unterscheiden sich die einzelnen Modelle jedoch mitunter deutlich.

 

Kabel oder Funk?

Die herkömmlichen Systeme verwenden in der Regel Kabel, die im Idealfall schön verputzt durch die Wände laufen. Neben dem hohen Aufwand bei der Installation und Montage haben Lösungen, die proprietäre Kabeltechnik wie beispielsweise 1+n oder den In-Home-Bus von Siedle nutzen, einen weiteren entscheidenden Nachteil: In der Regel sind sie nicht mit Produkten anderer Hersteller kompatibel. Für Laien ist es schwierig bis unmöglich, diese Türsprechanlagen zu installieren – vor allem dann, wenn das System mit der Telefonanlage oder dem Internet verbunden werden soll. Ohne ein zusätzliches Gateway ist dies nämlich nicht möglich. Neben den Außen- und Innenstellen muss letztlich auch die Kamera zur Bild- beziehungsweise Videoübertragung vom gleichen Hersteller bezogen werden, wenn man die Person vor der Tür auch sehen möchte. Flexibel und zukunftssicher sind die klassischen Systeme somit eher nicht.

Google bietet mit Nest Hello ein WLAN-basiertes System an.
Google bietet mit »Nest Hello« ein WLAN-basiertes System an.
© Nest Labs

Nicht zuletzt wegen der einfachen Einrichtung wünschen sich viele Verbraucher zunehmend funkbasierte Türsprechstellen wie die WLAN-basierte »Ring Doorbell« von Amazon, die »Nest Hello« von Google oder die »DoorBird« von Bird. Mit WLAN sind die meisten Endanwender mittlerweile vertraut – sei es vom heimischen Router oder WLAN-Hotspots in der Innenstadt oder am Flughafen. Berührungsängste mit der Technologie gibt es nicht.

Auch die zumeist App-basierte Einrichtung und Steuerung über das Smartphone oder Tablet ist den meisten bekannt. Problematisch ist hier eher, dass es mittlerweile so viele WLAN-Geräte rund ums Haus gibt, dass diese sich untereinander stören. Schließlich können selbst die WLAN-Geräte oder sogar Mikrowellen oder Garagentoröffner des Nachbarn, die dieselbe Frequenz wie WLAN nutzen, die Qualität der Funkverbindung beeinträchtigen. Kommt es zu Interferenzen, kann es also passieren, dass das Türgespräch nicht richtig aufgebaut wird, wenn es an der Tür klingelt.


  1. Auch die Haustür wird smart
  2. Mit der Telefonanlage verbunden
  3. Mit WLAN geht’s schnell und preiswert, aber nicht immer

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