Stromzähler

Voller Energie

Stromzähler
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Energie ist in aller Munde: Es wird gezählt, gemessen und gespart wie nie zuvor. Doch wo fand der Begriff eigentlich seinen Ursprung? Unser Autor Peter Respondek hat einen Blick in die Vergangenheit geworfen.

In diesen Tagen feiert die kleine Stadt Altdorf einen großen Philosophen, Juristen und Mathematiker. 2016 jährt sich sein Geburtstag zum 370. und sein Todestag zum 300. Mal. Am 4. Oktober 1666, also vor 350 Jahren, schrieb sich Gottfried Wilhelm Leibniz als Doktorand an der Altdorfina, der Universität in Altdorf, ein. Nach nur sechs Wochen promovierte er dort.

Ihm stand jedoch nicht der Sinn danach, im Nürnberger Land zu bleiben. »Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, um sie niederzuschreiben«, wird Leibniz zitiert. Und tatsächlich: Als Mathematiker begründete er die Infinitesimalrechnung, entwickelte das binäre Zahlensystem mit den Ziffern 0 und 1 und schuf damit die Voraussetzungen für die Computertechnik. Bereits 1670 baute er eine Rechenmaschine, die »bei korrekter Fertigung und richtiger Bedienung alle vier Grundrechnungsarten richtig und vollständig rechnet.«

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Der Energiemonitoring-Server »agardio.manager« von Hager.
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Die lebendige Kraft

Im Jahre 1668 beschäftigte ihn der Gedanke, dass ein Körper nur durch die ihm innewohnenden Kräfte Wirkungen verursachen kann, und nannte die Größe mv² als das wahre Maß für die Größe der Bewegung. Er bezeichnete die Größe seinerzeit als »lebendige Kraft« (vis viva). Erst im Jahre 1807 wurde der Begriff der Energie, der aus dem Griechischen stammt und bis dahin die philosophische Bedeutung von »lebendiger Wirklichkeit« hatte, vom Physiker Thomas Young als naturwissenschaftlicher Begriff in die Mechanik eingeführt. Albert Einstein konkretisierte ihn dann 1905 in seinem berühmten E=mc². Seither ist der Begriff Energie eine fundamentale physikalische Größe, die in allen Bereichen des Lebens, der Wissenschaft und sogar der Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt.

In der Physik ist die Zufuhr von Energie nötig, um einen Körper oder eine Substanz zu beschleunigen, zu bewegen, zu erwärmen, ein Gas zusammenzudrücken, elektrischen Strom fließen zu lassen oder elektromagnetische Wellen abzustrahlen. Sie tritt in verschiedenen Formen auf, zum Beispiel als potenzielle, kinetische oder thermische Energie. Sie kann von einem System zu einem anderen System übertragen werden und sich von einer Form in eine andere umwandeln lassen.
Beim Blick auf die Stromrechnung, aber spätestens mit der »Energiewende« wissen wir, dass die Energie auch einen wesentlichen wirtschaftlichen Aspekt unserer Zukunft darstellt. Daher wird es immer wichtiger Energie zu messen, zu erfassen und zu kontrollieren. »Energieeffizienz ist die Schwester der Energieeinsparung«, wird Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zitiert. Intelligentes Energiemonitoring ist in der Tat ein Gebot der Stunde – und dazu gehört: »Wissen statt Vermuten. Schätzung oder Präzision? Verschwendung oder Effizienz?«

Peter Respondek, freiberuflicher Fachautor und Publizist.
Peter Respondek ist freier Fachautor und Publizist.
© Peter Respondek

Keine Energiewende ohne intelligente Steuerung

IP-basierte Automation hat Einzug in alle Bereiche gehalten. Beim Energiemonitoring und -management ist Ethernettechnik mittlerweile ein Standard, um flexible und skalierbare Netzwerkarchitekturen bereitzustellen. Hier laufen alle Messdaten aus Beleuchtung, Belüftung, Heizung und Produktion zusammen und können im betrieblichen Energiemanagement nach ISO 50001 oder für Energieaudits genutzt werden.

Die Reihe der Anbieter liest sich wie das »Who is who« der Elektrotechnik. ABB, Siemens, Hager, Schneider Electric, Beckhoff oder Lingg & Janke, aber auch GMC-I Messtechnik, Metz Connect, Herholdt Controls oder Sinapsi bieten eine Vielzahl von Produkten an – von einzelnen, auf die DIN-Schiene installierbaren Geräten bis hin zu frei wählbaren und konfigurierbaren Boxen.

Dabei sind die Produkte und ihre Funktionen schon längst weit über das reine Zählen der Energie hinausgewachsen. Ob »agardio«, »EQUOBOX« oder »eXtendable Room Box«, ob »Link 150« oder »KNX REG Zähler« alle wollen nur das eine. Oder wie Eva Lingg von Lingg & Janke es formuliert: »Die Energiewende kann nur dann funktionieren, wenn die Verbräuche transparent sind und Gebäude intelligent gesteuert werden.« Und das geht doch schon weit über die »korrekte Fertigung und richtige Bedienung« von Leibniz hinaus.


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