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devolo setzt auf den Rollout

27. Oktober 2015, 17:26 Uhr   |  Hagen Lang

devolo setzt auf den Rollout
© devolo AG

Dr.-Ing. Michael Koch, Vice President SmartGrid bei der devolo AG kündigt für 2016 die »devolo Steuerbox« an, mit der Photovoltaik-Anlagen, Nachtspeicher, Wärmepumpen und Elektromobil-Speicher steuerbar sind. Sie wird sich über die HAN_CLS-Schnittstelle künftiger Smart Meter Gateways einbinden lassen.

Die Smart Meter Gesetzgebung ist in der Pipeline. Wie devolos Vice President Smart Grid, Dr. Michael Koch der Energie&Technik erklärt, spüren die Aachener bereits eine gesteigerte Nachfrage. Zudem bereiten sie sich auf den Rollout proaktiv mit der Entwicklung neuer Produkte vor.

Frage: Herr Dr. Koch, das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wirft seine Schatten voraus. Spüren Sie als Hersteller von Smart Metering-Lösungen und –Hardware schon so etwas wie Aufbruchstimmung?

Dr. Michael Koch: Unsere Testpakete verkaufen sich zumindest sehr gut. Mit ihnen können Stadtwerke und Netzbetreiber in ihren Netzgebieten die Eignung der Powerline Communications (PLC) für die bevorstehende Digitalisierung des Messwesens evaluieren.

Frage: Woraus besteht dieses Testpaket genau?

Dr. Michael Koch: Ein Testpaket umfasst 20 G3-PLC-Modems, die nötige Software sowie einen betreuenden Ingenieur der devolo AG, der den Kunden mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Paket simuliert die Datenübertragung zwischen Smart Meter Gateway und Administrator, wie sie nach Einführung der intelligenten Messsysteme im Verteilnetz zu erwarten ist.

Frage: Wie werden die Daten erzeugt und erhoben?

Dr. Michael Koch: 19 der Geräte werden an Netzzugängen eingebaut und ein Gerät, der sogenannte PAN-Generator, in der Netzstation. Ein Simulator im PLC-Moden erzeugt den Datenstrom, da ja noch keine realen Daten von den Kunden erzeugt werden. Die Datenauswertung findet in einem Messsystem statt, das an den PAN-Koordinator in der Netzstation angeschlossenes ist. Die aufgezeichneten Daten werden nach Abschluss der Testphase gemeinsam von den Kunden und dem devolo-Ingenieur analysiert und in einem Bericht zusammengefasst. Dabei steht der devolo-Experte den Kunden während der Testphase und bei der Analyse jederzeit zur Verfügung.

Frage: Die Technik ist also marktreif?

Dr. Michael Koch: In jedem Fall. Die Zuverlässigkeit der kompletten Mess-Lösung haben wir vorab in großen Pilotprojekten in Hamburg und Berlin überprüft. Hier waren die Vattenfall Europe Metering GmbH und die Vattenfall Hamburg Metering unsere Partner. Mit 1.000 G3-PLC 500k Powerline Modems wurden in Netzgebieten Hamburgs und Berlins in typischen Mischbebauungsarealen mit überdurchschnittlich hohem Gewerbeanteil ein Vollausbau intelligenter Messsysteme simuliert. Das von den Modems verwendete Übertragungsband zwischen 150 kHz und 500 kHz hat sich dabei in Sachen Reichweite und Datendurchsatz sehr gut bewährt. Der Einsatz von Repeatern war auch bei schwierigen örtlichen Gegebenheiten nie notwendig.

Frage: Gab es nicht in Sachen elektromagnetischer Verträglichkeit Vorbehalte gegen die PLC-Technologie?

Dr. Michael Koch: Das wurde in den Feldtests nochmals überprüft. Es gab keinerlei Beeinträchtigungen oder Beanstandungen. Die Modems erfüllen alle Vorschriften bezüglich der elektromagnetischen Verträglichkeit.

Frage: Ihre Tests gehen aber noch weiter?

Dr. Michael Koch: Ja, wir beteiligen uns wiederum mit unseren Partnern in Hamburg und Berlin an der »Koordinierten Testphase zur Einführung intelligenter Messsysteme« des Forums Netztechnik/ Netzbetrieb (FNN) des VDE. Nach FNN-Vorgaben werden 1000 PLC-G3-Modems in fünf Netzgebieten überprüfbaren Dauertests unterworfen. Parallel arbeiten wir an der Fertigstellung unseres »devolo Smart Meter Gateways« und der »devolo Steuerbox«, mit der Netzbetreiber eine sichere Fernwirklösung  für Last- und Energiemanagement steuerbarer Verbraucher und Stromproduzenten erhalten. Photovoltaik-Anlagen, Nachtspeicher, Wärmepumpen und die Speicher von Elektromobilen lassen sich damit gezielt steuern. Besitzer dezentraler Erzeugungsanlagen können damit auch in die Direktvermarktung ihres Regenerativstroms einsteigen.

Frage: Ab wann werden diese Lösungen verfügbar sein?

Dr. Michael Koch: Wir wollen dem Markt Mitte 2016 ein zukunftssicheres Produkt anbieten. Zukunftssicher heißt, dass es sich bei einem späteren Rollout intelligenter Messsysteme an Smart Meter Gateways über deren Home-Area-Network-Controllable-Local-Services-Schnittstelle (HAN_CLS) einbinden lässt.

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