VDE|DKE

Kurs auf AAL-Normungs-Roadmap 2.0

15. Mai 2013, 18:31 Uhr | Thomas Jungmann
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Das 2. AAL-Symposium treibt Normung von altersgerechten Assistenzsystemen voran.

»Ambient Assisted Living« (AAL: technische Assistenzsysteme) gewinnt mit Blick auf den demografischen Wandel zusehends an Bedeutung. Die Ausstattung von Häusern und Wohnungen mit altersgerechten Assistenzsystemen und -geräten kann die Lebensqualität vor allem älterer und benachteiligter Menschen im Alltag erhöhen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Technologien für AAL-Anwendungen sind bereits vorhanden. Eine große Herausforderung liegt allerdings in der Interoperabilität: Damit sich Komponenten und Geräte vergleichen, kombinieren, austauschen und nachrüsten lassen, sind spezifische Normen und Standards erforderlich. Nachdem die im VDE verankerte Normungsorganisation DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (VDE|DKE) 2012 die Deutsche Normungs-Roadmap AAL – die erste ihrer Art weltweit – verabschiedet hatte, trafen sich am 17. April 2013 AAL-Expertinnen und -Experten zum 2. Symposium zur Normung und Standardisierung für AAL in Frankfurt.

Das Symposium, das drei Workshops zu den Schwerpunkten »Technik«, »Qualifizierung« und «Wohnungs(um)bau und -angebot« umfasste, zog eine Zwischenbilanz und stellte die Weichen für die Fortschreibung der AAL-Normung. Die Empfehlungen richten sich dabei vor allem auf die Aspekte Internationalisierung, Steuerung und Informationsaustausch. So müsse AAL übergreifend und möglichst in allen Facetten international beleuchtet werden. Auch werde eine möglichst international steuernde Einheit für das AAL-Umfeld benötigt. Darüber hinaus wird die Gründung eines »Dachs« für die Parallelqualifizierungen im AAL-Bereich innerhalb Europas angestrebt. Empfohlen wird des Weiteren die Entwicklung einer zentralen Datenbank, die AAL-Fachkräfte auflistet, und eine deutliche Abgrenzung zwischen den Berufsbildern AAL-Berater und AAL-Betreuer. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Kompetenzen der Akteure zu erweitern. Schließlich sollen eine konkrete Produktdatenbank entwickelt und eine interoperable technische Basis geschaffen werden, um für alle Komponenten Modularität zu gewährleisten.

Das Fazit aus dem 2. AAL-Symposium lautet: Die bisherigen Normungsanstrengungen haben das Thema »Ambient Assisted Living« bereits weit vorangebracht. Damit AAL als erfolgreiches und weitverbreitetes Geschäftsmodell akzeptiert wird, sind jedoch weitere Schritte erforderlich. Im nächsten Schritt gilt es, die in den Workshops erzielten Ergebnisse als notwendige Grundlage für die Erstellung der zweiten deutschen Normungs-Roadmap AAL zu nutzen. Die Veröffentlichung der 2. Deutschen Normungs-Roadmap AAL ist für den 7. AAL-Kongress im Januar 2014 in Berlin geplant.


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