Praxistipp

Überspannungsschutz korrekt installieren

11. Mai 2017, 14:44 Uhr | Stefan Fritzenwanker, Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG
Aufmacherbild Überspannungsschutz
© Hager

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl an Geräten mit Elektronikbauteilen ist ein umfassender Überspannungsschutz heute wichtiger denn je. In unserem Praxistipp erfahren Sie, wie man Überspannungsschutzeinrichtungen richtig installiert.

Ziel eines abgestimmten Überspannungsschutzkonzeptes ist es, elektrische und elektronische Geräte vor zu hohen elektrischen Spannungen zu schützen. Diese können beispielsweise durch einen Blitz ausgelöst werden oder aber durch Schalthandlungen im Mittel- oder Niederspannungsnetz. Daneben können selbst banale elektrostatische Entladungen für Überspannungen verantwortlich sein. Ein umfassender Überspannungsschutz sollte dabei nicht nur die elektrischen Zuleitungen in ein Gebäude abdecken, sondern auch weitere Netze wie Telefon- oder Datenleitungen sowie Leitungen, die das zu schützende Gebäude verlassen.

Generell werden beim Überspannungsschutz drei Arten von Schutzgeräten unterschieden, mit denen sich die gefährlichen Auswirkungen von Überspannungen eliminieren lassen: Überspannungsableiter Typ 1 bieten Schutz, wenn hohe Blitzströme über die Erde oder über Teile des äußeren Blitzschutzsystems in den Potenzialausgleichsleiter der Niederspannungsanlage einkoppeln. Diese umgangssprachlich auch als Blitzstromableiter bezeichneten Geräte werden im Hauptstromversorgungssystem möglichst nahe, idealerweise noch vor dem Zähler eingesetzt. Das gewährleistet, dass der Blitzstrom nicht in die Gebäudeinstallation fließt. Blitzstromableiter verhindern zwar unkontrollierte Überschläge in die Installation und Schädigungen der Isolation, sie können jedoch nicht die gesamte Niederspannungsinstallation bis hin zu den Endgeräten schützen, da diese meist zu weit entfernt sind und zudem eine niedrigere Bemessungsstoßspannung aufweisen.

Die Aufgabe des Geräteschutzes übernehmen Überspannungsableiter Typ 2. Diese werden als zwei­te Schutzstufe nach den Blitzstromableitern Typ 1 eingesetzt und eignen sich, um Blitzüberspannungen aus Ferneinschlägen oder Schaltüberspannungen zu begrenzen. Ihr Einsatz erfolgt koordiniert mit den Blitzstrom­ableitern in der festen Installation, beispielsweise in der Unterverteilung.

Überspannungsableiter Typ 3 werden nahe am zu schützenden Gerät wie beispielsweise einem Computer verbaut – typischerweise also im Kabelkanal oder im Steckdosenbereich.

Eine »Sonderform« stellen sogenannte Kombiableiter dar: Sie vereinen die Funktionen Blitz- und Überspannungsschutz der eben genannten Geräte vom Typ 1 und Typ 2 in einem Gehäuse. Darüber hinaus bieten sie durch die koordinierte Schutzwirkung zusätzlich auch einen Endgeräteschutz (Typ 3). Neben der bislang üblichen Bezeichnung »Überspannungsschutzgerät« ist zunehmend auch die englische Abkürzung SPD (Surge Protective Device) gebräuchlich.

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