Schutzkonzepte

Sichere Elektroinstallation im Smart Building

28. Januar 2019, 13:21 Uhr | Ottmar Lehmann, Siemens AG

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Personenschutz durch FI-Schutz­einrichtungen

FI/LS-Schalter »5SV1« von Siemens
Die neuen FI/LS-Schalter »5SV1« von Siemens vereinen erstmals Fehlerstrom- und Überlastschutz in einer Teilungseinheit (TE).
© Siemens

Für viele Anwendungsbereiche sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (FI-Schutzschalter) mit Bemessungsfehlerströmen von maximal 30 mA schon seit Jahren Pflicht. Trotzdem haben sich die lebensrettenden Schutzgeräte, die den Strom im Fehlerfall sicher abschalten, immer noch nicht lückenlos durchgesetzt. Dabei ist ihr Einsatz angesichts neuer Anforderungen in Smart Buildings wichtiger denn je.

FI-Schutzschalter sind in mehreren Typen und Ausführungen erhältlich, die sich zur Erfassung von unterschiedlichen Fehlerstromarten und für verschiedene Anwendungsbereiche eignen. FI-Schutzschalter des Typs A lösen sowohl bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen als auch bei pulsierenden Gleichfehlerströmen aus. In vielen modernen Betriebsmitteln sind einphasige Frequenzumrichter eingesetzt. Diese können auf der Abgangsseite Fehlerströme aus einem Frequenzgemisch mit Frequenzanteilen im kHz-Bereich erzeugen. FI-Schutzschalter des Typs A sind dafür nicht ausgelegt. Um in diesen Situationen die Schutzfunktion zu gewährleisten, hat beispielsweise Siemens den neuen FI-Schutzschalter des Typs F eingeführt, der den Schutz- und Funktionsumfang des Typs A erweitert.

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen des Typs A und des Typs F sind allerdings nicht in der Lage, glatte Gleichfehlerströme zu erfassen, wie sie beim Einsatz von dreiphasigen Frequenzumrichtern, medizinischen Geräten, USV-Anlagen und beim Laden von Elektrofahrzeugen im Fehlerfall auftreten können. Entsprechende FI-Schutzeinrichtungen für »frequenzgesteuerte Betriebsmittel« werden deshalb auch in den einschlägigen Normen und Richtlinien gefordert. Damit rückt eine weitere Variante stärker in den Fokus: der Fehlerstrom-Schutzschalter des Typs B. Als allstromsensitive Schutzkomponente verfügt er über einen zusätzlichen Wandler, der mit einem Steuersignal beaufschlagt wird. Dadurch erfassen sie neben Wechselfehlerströmen und pulsierenden Gleichfehlerströmen auch glatte Gleichfehlerströme. Die angestrebte Schutzfunktion ist so bei allen Fehlerstromarten gesichert.

 

Leitungsschutz durch Leitungsschutzschalter und Sicherungen

Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) und Sicherungen schützen elektrische Leitungen, Anlagen und Geräte im Fall von Überlast und Kurzschluss. Sie garantieren eine sichere und schnelle Abschaltung und können so Sachwerte und Menschenleben schützen.

Mit vier Auslösecharakteristiken (A, B, C und D) werden alle Anwendungsbereiche in Industrie, Zweck- und Wohnbau im Bereich von 0,3 bis 125 A abgedeckt. Der besondere Aufbau der Klemmen bei Geräten von Siemens gewährleistet dabei einen hoch wirksamen Berührungsschutz. Die Leitungsschutzschalter können mit vielfältigen Zusatzkomponenten beliebig kombiniert werden, etwa mit Hilfsstromschaltern, Fehlersignalschaltern, Arbeitsstromauslösern, Unterspannungsauslösern, Fernantrieben oder mit FI-Blöcken für einen kombinierten Personen- und Brandschutz.

Anbieterkompass Anbieter zum Thema

zum Anbieterkompass

  1. Sichere Elektroinstallation im Smart Building
  2. Personenschutz durch FI-Schutz­einrichtungen
  3. Überspannungsschutz durch Überspannungsschutzgeräte
  4. Präventiver Brandschutz durch Brandschutzschalter

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Siemens Aktiengesellschaft