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Planungshilfen für den Überspannungsschutz

27. Mai 2019, 10:14 Uhr | Simone Kapp

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Welches Schutzkonzept für welche Anwendung?

Um den Überspannungsschutz in einer Installation zu planen und passend zu dimensionieren, sind einige Grundlagen zu beachten. Die Schutzgeräte sind in verschiedene Typklassen unterteilt, die mit dem Installationsort zusammenhängen. So kommen etwa SPD Typ 1 an der Schnittstelle zwischen den Zonen LPZ 0 und LPZ 1 zum Einsatz. Überspannungsschutzgeräte vom Typ 2 werden innerhalb der Zone LPZ 1 installiert und bilden dadurch die Zone LPZ 2. SPD vom Typ 3 kommen innerhalb der inneren Zone direkt als Geräteschutz zum Einsatz. Zusätzlich gibt es noch SPD Typ 1+2, die sowohl die Anforderungen des Typs 1 als auch die des Typs 2 erfüllen und somit den Schutz effizient realisieren können.

An welchen Stellen innerhalb der Installation die Überspannungsschutzgeräte zu platzieren sind, ist ebenfalls in den neuen Normen festgelegt. So sind etwa Unterverteilungen, die einen Abstand von mehr als 5 m aufweisen, jeweils separat abzusichern. Auch die Art der Installation, etwa als TN- und TT-Netze, spielt eine Rolle. Eine weitere Anforderung in der VDE 0100-443 ist, dass mindestens SPDs vom Typ 2 in der Nähe des Einspeisepunkts installiert werden müssen. SPD vom Typ 1 sind nun verpflichtend zu installieren, wenn die Anlage über eine Freileitung versorgt wird. Unverändert ist die Forderung nach der Installation von Typ 1 SPD für bauliche Anlagen mit einem externen Blitzschutzsystem.

Auswahlhilfe für Überspannungsschutzgeräte
Im Lieferprogramm der bereits erwähnten Serie 7P von Finder sind SPD Typ 1, SPD Typ 1+2, SPD Typ 2 und SPD Typ 3 erhältlich. Sämtliche Geräte entsprechen den Grundsätzen der Blitzschutznorm DIN EN 62305. Je nach Typ kommen Varistoren, Funkenstrecken oder eine Kombination aus beiden zum Einsatz. Um dem Anwender die Auswahl der passenden Überspannungsschutzgeräte zu erleichtern, hat Finder eine unternehmenseigene Auswahlmatrix erstellt. Eine umfassende Informationsbroschüre ist beim Hersteller erhältlich.

Sicher gegen Schäden
Eine Besonderheit beim Überspannungsschutz stellen Solaranlagen dar, die bis zum Wechselrichter mit Gleichspannung arbeiten. Finder bietet für solche DC-Installationen spezielle Geräte innerhalb der Serie 7P an. Die Typen »7P.23.9.X« sind für eine DC-Betriebsspannung bis zu 1500 V ausgelegt und entsprechen der Norm DIN EN 50539-12. Sie arbeiten mit der sogenannten Y-Schaltung auf Basis von Varistoren, die auch bei Solaranlagen mit hohen Betriebsspannungen für den notwendigen Schutz sorgen. Der Status des Varistors kann über einen Meldekontakt von einer übergeordneten Steuerung ausgelesen werden – wichtig vor allem bei großen Solaranlagen.
Bei der Planung von Neuanlagen sowie bei Umbau und Erweiterung bestehender Installationen müssen die Neuerungen der Normenlage des Überspannungsschutzes beachtet werden. Mit der Serie 7P von Finder steht dem Anwender ein umfangreiches Programm zur Verfügung, mit dem ein wirkungsvoller und zuverlässiger Schutz nach der neuen Richtlinien-Vorgabe realisiert werden kann. (ha)

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