Gerätesicherheit

Was Smart-Home-Systeme sicher macht

25. Juli 2017, 10:01 Uhr | Cornelia Meier
Häufig unterschätzt, aber besonders wichtig: das Passwort.
Häufig unterschätzt, aber besonders wichtig: das Passwort.
© Pixabay

Viele Smart-Home-Anwendungen sind heute dauerhaft mit dem Internet verbunden. Dadurch lassen sich Zusatzdienste nutzen; die ständige Verbindung birgt aber auch Gefahren. Darum ist es wichtig, die Übertragungswege zu sichern. Doch was unterscheidet sichere von unsicheren Smart-Home-Systemen?

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass der größte Teil der Smart Home-Nutzer in Deutschland alle systemrelevanten Daten in die Cloud (60 Prozent) auslagert. Nur 22 Prozent geben an, dass die Daten im Haus, lokal auf den Geräten oder im Heimnetzwerk, gelagert werden.

Auf alle Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, kann theoretisch von außen zugegriffen werden. Deshalb ist eine digitale Absicherung so wichtig. Selbst wenn die Hausautomationsdaten und -software lokal hinterlegt sind, greifen diese zeitweilig auf Internetdienste zu – zum Beispiel bei der Fernschaltung über eine App oder wenn man webbasierte Dienste wie der Wettervorhersage abruft.

Wie können Smart-Home-Systeme geschützt werden?

»Der erste Schritt hin zu sicheren Hausautomationssystemen liegt bei den Geräteherstellern, die die IT-Sicherheit schon bei der Produktentwicklung mit im Blick haben müssen«, sagt Hartwig Weidacher, Geschäftsführer der myGEKKO | Ekon GmbH. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Geräte ab Werk serienmäßig mit starken Passwörtern ausgestattet werden. Zumindest für die Übertragung sensibler Daten sollte eine Verschlüsselung zum Einsatz kommen. Auch ein verlässlicher Support unverzichtbar, der regelmäßige Software-Updates liefert.

Doch der bestgeschützte Gerätezugang nützt wenig, wenn sich der Nutzer oder die Installationsfirma nicht auch an bestimmte Sicherheitsvorkehrungen halten. Dazu gehört die Festlegung von Zugriffsrechten. Nicht jeder Anwender im System muss die vollen Administrator-Rechte besitzen – meist reichen Anwender-Optionen. Und natürlich sollten Smart-Home-Besitzer die werksseitig voreingestellten Passwörter gleich zu Beginn ändern und neue, komplexe Passwörter vergeben.

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Hartwig Weidacher, Geschäftsführer der myGEKKO
Hartwig Weidacher ist Geschäftsführer von myGEKKO.
© myGEKKO | Ekon GmbH

Gerätesicherheit: Hersteller in der Pflicht

»Neben dem Schutz der Smart Home-Systeme von außen übersehen Anwender oft Schutzvorkehrungen im eigenen Haus oder Netzwerk«, weiß Hartwig Weidacher. »Die Zugänge zum Hausnetzwerk – LAN oder WLAN – müssen ebenfalls gesichert werden. Denn neben der Haustechnik verbinden auch sie Laptops, PCs und Smart Devices.«

Weidacher sieht für die Absicherung dieser Bereiche auch die Hersteller in der Pflicht. Bei myGEKKO ist zum Beispiel für die Kommunikation zwischen dem Endgerät – wie zum Beispiel der Heizung – und der Steuerzentrale der Hausautomation zwingend eine Verschlüsselung vorgesehen. Der Datenaustausch läuft zudem nur nach einem gezielten Pairing-Prozess ab.

Smart Home und Internetdienste – weniger ist mehr

Je geringer der Umfang und die Dauer der Verbindung von Smart Home und Internet ist, desto weniger anfällig ist es. Bewohner eines Smart Home sollten abwägen, welche internetgestützten Funktionen gewünscht sind und einen tatsächlichen Mehrwert bieten. Die Fernbedienung des Systems per Smartphone während der Abwesenheit gehört für die meisten Anwender sicher dazu. Auch eine Kommunikationsverbindung zum Wetterbericht ist  für die Steuerung der Heizungsanlage sinnvoll.


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