Schwerpunkte

CUBITY

Vernetztes Wohnen der Zukunft

16. Juli 2018, 11:09 Uhr   |  Peter Wintermayr

Vernetztes Wohnen der Zukunft
© myGEKKO | Ekon GmbH/Thomas Ott

Das Plusenergiegebäude soll mehr Energie produzieren als verbrauchen.

Ein innovatives Energiekonzept, Platz für Gemeinschaft und eine für Studenten erschwingliche Miete: Das alles vereint das experimentelle Wohnprojekt CUBITY. Als Plusenergiegebäude steht das Studentenwohnheim für ein effizientes Energiemanagement – möglich macht das myGekko.

CUBITY ist nach dem Haus-im-Haus-Prinzip konzipiert: Auf einer Gesamtfläche von rund 250 m2 befinden sich zwölf Wohnboxen, die sogenannten Cubes. Ihre Nettowohnfläche beträgt pro Student nur 7,2 m2 – ein Meisterwerk des funktionsoptimierten Wohnraums.

»Die Cubes enthalten alles, was ein Student braucht: ein Bett, Stauraum, einen kleinen Schreibtisch, Stuhl und sogar ein minimalistisches Bad mit Dusche, WC und Waschbecken«, erklärt Elisa Stamm, Projektbetreuerin der Technischen Universität Darmstadt (TU). Ob Wohnbox, halbprivater Aufenthaltsbereich vor den Cubes oder Gemeinschaftsbereiche – im CUBITY schaffen sich die Studenten unterschiedliche Stufen der Privatsphäre.

Das Wohnheim
»Cube«, »City« und »Community«: Aus diesen Begriffen setzt sich der Titel des Projekts CUBITY zusammen. Sie verdeutlichen das Konzept des innovativen Wohnmodells, das 2014 als Sonderbeitrag für den Solar Decathlon Europe in Versailles von der Technischen Universität Darmstadt in Kooperation mit der Deutschen Fertighaus Holding AG entwickelt wurde. Dank seiner Fertigbaumodule aus nachwachsenden Rohstoffen kann CUBITY steigendem Wohnbedarf rasch nachkommen. Seit Oktober 2016 steht das als Studentenwohnheim genutzte Wohnprojekt für drei Jahre in Frankfurt Niederrad.

 

Die Smart-Building-Lösung wurde von Anfang an in die Planung einbezogen, sodass parallel eine integrale Gebäudesteuerung für das Wohnheim entstand. Innerhalb des Gesamtkonzepts nutzte die Projektleitung verschiedene Installationssysteme – wie KNX, SMI oder M-Bus. Auch unterschiedliche Geräteschnittstellen wurden eingebunden, unter anderem die Stiebel-Eltron-Wärmepumpe, der SMA-Photovoltaik-Wechselrichter und der Varta-Energiespeicher.

myGekko Slide ist zentrale Regelstelle

Eine Bedien- und Steuereinheit, der »myGekko Slide«, regelt das Zusammenspiel der Smart-Home-Anwendungen in den Gemeinschaftsräumen und den Wohnboxen. Heizung, Belüftung, Beleuchtung und Elektrotechnik sind in einem Gesamtkonzept eingebunden. Zudem sind auf dem Dach eine Photovoltaikanlage, eine Wetterstation und eine Wärmepumpe integriert. So können die gesamten Energiekosten und der Energieverbrauch erfasst sowie Licht, Heizung und Lüftung optimal auf die Wetterbedingungen abgestimmt werden.

»Zentrale Anlaufstelle für die visuelle Interaktion ist dabei der myGekko«, erläutert Christian Profanter, Projektleiter der myGekko | Ekon GmbH. Die im Haus generierten Daten werden in der Cloud gelagert und können dort für eine Langzeitanalyse zur technischen Auswertung abgefragt werden.

Die TU erforscht das CUBITY-Gebäude u. a. auch unter energetischen Gesichtspunkten. Als Plusenergiegebäude soll das innovative Wohnmodell mehr Energie produzieren als verbrauchen. Dazu wird Solarenergie über die lichtdurchlässige Fassade gewonnen. Zudem produziert die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom, der für den Energieverbrauch des Zwölf-Personen-Haushalts genutzt wird. Sobald die Stromproduktion den Verbrauch übersteigt, kann die elektrische Energie zur späteren Nutzung in einem Energiespeichersystem gespeichert werden.

Seite 1 von 2

1. Vernetztes Wohnen der Zukunft
2. Thermische Energie wird zwischengespeichert

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Ekon GmbH / myGekko, Stiebel Eltron GmbH & Co. KG, SMA Solar Technology AG, VARTA Storage GmbH