ABI-Sicherheitssysteme

Mehr als Sicherheit

25. Juni 2019, 9:14 Uhr | Simone Kapp
KNX-Haus
Hochwertige Sicherheitsanlagen können mehr als Einbruchschutz: In Kombination mit den Funktionen der Gebäudeautomation entstehen willkommene Synergien.
© ABI-Sicherheitssysteme GmbH

Die Anforderungen an die Sicherheit und den Komfort moderner Gebäude steigen stetig. Durch die Verbindung von intelligenten Gebäudefunktionen mit zertifizierten Sicherheitssystemen können Synergien geschaffen werden, die sowohl die Sicherheit als auch das Energiemanagement des Gebäudes verbessern.

Da hochwertige Sicherheitsanlagen ohnehin eng mit den Funktionen der Gebäudeautomation verknüpft sind, bietet es sich geradezu an, ihre Grundfunktionen außer zum Einbruchschutz außerdem auch für das Energiemanagement zu nutzen. So verbindet etwa die wahlweise unidirektionale/bidirektionale MC 1500 KNX-Kommunikationsbaugruppe 2.0 von ABI-Sicherheitssysteme die Gebäudeautomation nach internationalen KNX-Standards mit professioneller Sicherheitstechnik.  Sicherheit, Komfort und Energiemanagement werden so auf zuverlässige und sichere Weise verbunden. Die so entstehenden Smart-Building-Anlagen bieten ein hohes Sicherheitsniveau und stellen gleichzeitig sicher, dass die verwendete Energie sinnvollen Zwecken zugeführt wird. Die Sensorik der Gefahrenmeldeanlage bietet sich für diese Aufgabe geradezu an: Durch die gemeinsame Nutzung etwa von Magnetkontakten, Riegelkontakten oder Bewegungsmeldern können diese mit Hilfe einer KNX-Kommunikationsbaugruppe gleichzeitig auch als Sensoren für die Gebäudeautomation verwendet werden. Das spart Komponenten und ermöglicht ein gebäudespezifisches Rundumkonzept.

Willkommene Synergieeffekte
Eine Anwendungsoption ist etwa eine automatische Senkung der Heiztemperatur, sobald die Alarmanlage scharfgeschaltet wird. Durch eine automatische Regulierung der Heiz- und Lüftungssysteme beim Öffnen der Fenster werden sogar die Forderungen der vom Gesetzgeber erlassenen Energieeinsparverordnung (EnEv 2016) erfüllt. Nach hohen Sicherheitsstandards wird das Objekt gesteuert und überwacht, während gleichzeitig dieselben Funktionen die Beleuchtung, Heizfunktion oder Beschattung regulieren. Durch eine Nutzung der Sicherheitsanlage für die Gebäudeautomation kann außerdem eine Manipulation der Gebäudefunktionen verhindert werden. Die durch die KNX Association zertifizierte Kommunikationsbaugruppe wirkt somit als Vermittler zwischen der Gefahrenmeldezentrale und der KNX-Steuerung im Gebäude. Durch diese Verbindungen werden willkommene Synergieeffekte möglich: Die Gefahrenmelde- und Zutrittskontrollzentrale sichert in dieser Konstellation beispielsweise nicht nur Leben und Sachwerte, sondern wird direkt mit der Gebäudeleittechnik gekoppelt und somit ein aktiver Teil des Smart Building. Es werden gegenseitig Meldungen ausgetauscht und Steuerungsvorgänge eingeleitet. So kann die Zentrale zum Beispiel digitale Informationen aus unterschiedlichen Subsystemen wie etwa Heizung, Klima, Beleuchtung oder Sicherheitstechnik einlesen, Steuerfunktionen ausführen und Meldungen und Alarme an Leitstellen übertragen.  

Verbrauch nur bei Anwesenheit
Der Anwender hat darüber hinaus die Option, alle Zustände gebündelt über ein zentrales Objekt abzurufen. Die Aktualisierung, etwa für Visualisierungen, erfolgt über den Bus, die mühsame Abfrage jedes einzelnen Datenpunkts entfällt. Möglich ist dies, weil die Kommunikationsbaugruppe zwei vollwertige KNX-Devices in einer Hardware vereint; zwischen TP- und IP-Device wird ganz einfach per Web-Interface umgeschaltet. In der Praxis könnte die Zusammenarbeit zwischen der Sicherheitsanlage und der Gebäudeautomation folgendermaßen aussehen: Die eingesetzten Bewegungsmelder werden neben den eigentlichen Sicherheitsfunktionen auch für das Beleuchtungsmanagement genutzt. Abhängig davon, ob der Alarm scharf oder unscharf gestellt wurde, werden entsprechende Schaltungen für die Beleuchtung vorgegeben. Gleiches gilt für Szenarien für die Jalousieanlage. Zutrittskontrollfunktionen regeln den Zugang zum Objekt, sodass erst beim Betreten die Raumbeleuchtung und andere Stromverbraucher freigeschaltet werden. Beim Verlassen werden diese automatisch wieder abgeschaltet. Folgekosten aufgrund unzureichender Reaktionszeiten können vermieden werden.
Die Vernetzung von Sicherheitsanlage und Gebäudeautomation bietet sich auch in der Industrie an. Beispielsweise können Temperatursensoren nicht nur die Heiz- oder Kühlanlagen steuern, sondern im Falle eines Defekts über das Gefahrenmeldesystem ein Alarmsignal senden und so verhindern, dass gelagerte Güter oder gar das Gebäude Schaden nehmen. Auch unnötige Energienutzung wird so verhindert.

Steuerung auch via App
Dabei darf der Sicherheitsaspekt natürlich nicht außer Acht gelassen werden: Durch die Steuerung von Lichtszenarien kann die Anwesenheit von Personen im Objekt simuliert werden – potentielle Täter werden so abgeschreckt. Im Fall eines tatsächlichen Einbruchs wird gezielt die gesamte Beleuchtung angeschaltet, wenn es brennt, fahren automatisch die Rollläden hoch. Die Alarmmeldung erfolgt über das Gefahrenmeldesystem. Durch die Bidirektionalität der Kommunikationsbaugruppe ist  es einerseits möglich, Zustände aus der Gebäudetechnik auf den Bedien- und Anzeigeteilen der Gefahrenmeldeanlage abzubilden und auch Schaltungen aus der Gebäudetechnik in der Gefahrenmeldeanlage durchzuführen, aber auch Zustände der Gefahrenmeldeanlage auf den Visualisierungen der Gebäudetechnik darzustellen und in der Gebäudetechnik Schaltungen durchzuführen. Zusätzlich steht für die MC 1500 KNX-Kommunikationsbaugruppe auch die Produktdatenbank der Gefahrenmelde- und Zutrittskontrollzentrale zum Import in die ETS-Software zur Verfügung. Mit einem integrierten Service-Tool in Form einer Web-Applikation kann sowohl der Errichter des Sicherheitssystems als auch der KNX-Integrator die Kommunikation in beiden Richtungen ohne Kenntnisse des jeweils anderen Gewerks verfolgen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Systeme mittels App zu steuern, mit der Smart Devices wie Smartphones und Tablets zum »Smart-Bedienteil« für die Gefahrenmeldeanlage werden. Zudem stehen umfangreiche Funktionen für Smart-Building-Anwendungen zur Verfügung. Die Datenübertragung erfolgt über eine hochsichere 256-Bit-verschlüsselte IP-Verbindung. Die Bedienungsapplikation ist als iOS- und Android-App erhältlich.

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