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Fraunhofer UMSICHT

Intelligente Gebäudesteuerung für urbane Landwirtschaft

10. Oktober 2019, 16:00 Uhr   |  Stefanie Heyduck

Intelligente Gebäudesteuerung für urbane Landwirtschaft
© Fraunhofer UMSICHT

Auf dem Ebbe-Flut-Tisch werden Pflanzen zeitgesteuert mit Wasser und Nährstoffen versorgt.

Wissenschaftler vom Fraunhofer UMSICHT erforschen auf dem Dach des Oberhausener Jobcenters die innerstädtische Lebensmittelproduktion. Produktionssysteme und Gebäudeinfrastrukturen sind miteinander verknüpft, sodass sich Stoff- und Energieströme für den Anbau von Obst und Gemüse nutzen lassen.

Weltweit ist ein stetiges Wachstum der Städte und Megacitys zu verzeichnen. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 ca. 75 Prozent der Bevölkerung in Städten leben. Deren nachhaltige Versorgung mit regionalen Nahrungsmitteln ist eine enorme Herausforderung, denn für den Anbau von Lebensmittelpflanzen fehlen vor Ort die Flächen. Gefragt sind neue Konzepte für eine urbane Lebensmittelproduktion. Weltweit werden zurzeit verschiedene Möglichkeiten erforscht, wie diese Produktion unter optimalem Einsatz von Ressourcen wie Energie, Wasser und Nährstoffe realisiert werden kann. Das Fraunhofer UMSICHT hat mit dem inFARMING-Konzept einen Ansatz entwickelt, der Produktionssysteme und Gebäudeinfrastrukturen miteinander verknüpft.

Anbau in verschiedenen Klimazonen

Mit dem ALTMARKTgarten auf dem Dach des neuen Jobcenters in Oberhausen ist nun ein Zentrum zur nachhaltigen regionalen Lebensmittelversorgung entstanden, das auf dem inFARMING-Konzept basiert und laut eigenen Angaben in dieser Form einzigartig in Deutschland ist. In drei verschiedenen Klimazonen werden künftig Obst, Gemüse und Co. angebaut, in einer vierten Klimazone wird geforscht.

Die einzelnen Zonen des Dachgewächshauses lassen sich je nach Bedarf an Temperatur und Feuchtigkeit der Pflanzen unterschiedlich steuern. Eine weitere Besonderheit ist, dass die produktionsorientierten Bereiche unterschiedliche Kultivierungssysteme nutzen. Neben den Ebbe-Flut-Tischen, die Pflanzen zeitgesteuert durch Flutung mit Wasser und Nährstoffen versorgen, wird in UV-stabilen Growbags angebaut. Düngung und Wasserzugabe erfolgen hier per Tröpfchenbewässerung, das überschüssige Wasser wird durch ein Rinnensystem in den Wasserkreislauf zurückgeführt. Bei einem weiteren Kultivierungssystem befinden sich die Pflanzen auf Kulturplatten (Floats/Pontons) in Schwimmteichen. Aussparungen in den Platten sorgen für Halt und ermöglichen ein direktes Wurzeln in das Wasser.

Alle verwendeten Kultivierungssysteme sind somit hydroponisch, d. h. die Pflanzen werden durch eine wässrige Lösung ernährt. Ein Düngerautomat steuert die Nährstoffversorgung individuell angepasst an Pflanzen und Kultivierungssystem.

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2. Das Gebäude als Ressource

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