Gebäudeenergiegesetz

Automation folgt bald anderen Regeln

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Seit 01. November wird die Energie-Einsparverordnung (EnEV) durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt. Spätestens ab dann gelten neue energetische Anforderungen an Gebäuden und ihrer Automation. Konsequenzen hat das vor allem für die Anforderungen an die Regelung und Steuerung.

Kurz vor Jahresende greifen Änderungen der Anforderungen an die Gebäudeautomation. Wer dann bei wichtigen Neubauvorhaben oder größeren Renovierungen wichtige Aspekte der Regelung und Steuerung außer Acht lässt, dem entgeht unter Umständen eine positive Anrechnung des Energieausweises. Denn Wohngebäude mit "Smarthome-Funktionen" und Automatisierungsgrad, zum Beispiel für die Heizung, Lüftung oder Verschattung, ‚verbessern‘ unter Umständen die Berechnung des Energieausweises. Bisher galt dies nur für Nicht-Wohngebäude wie Büros, Verwaltungsgebäude oder Einkaufzentren.

Aus EnEV wird GEG

Gebäude verändern sich seit Jahren und erhalten einen immer höheren Automatisierungsgrad. Automatische Verschattung, intelligente Beleuchtung und Absicherung von Wohn- und Nichtwohngebäuden sind keine Seltenheit mehr.
Bereits seit 2011 wurde mit der DIN V 18599 der Einfluss der Vernetzung berücksichtigt und schlug sich sieben Jahre später in der Überarbeitung der European Performance of Buildings Directive (EPBD) auf europäischer Ebene nieder. Mit der Novellierung erhöhte sich die Intensität der Anforderungen an die Gebäudeautomation, auch abseits der Gebäudehülle und der Wahl beziehungsweise Auslegung von Anlagentechnik.

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Zusammenhang zwischen den Vorschriften und den geltenden Richtlinien ab Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetztes
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Offenbar bestand ein großer Nachholbedarf in der Regelung und Steuerung, für die es allerdings bisher nur wenig Anspruch an die Gebäudeautomation gab. Ab November steigen nun Anforderungen gemäß der 2018er Version der EPBD, die vor allem unwirtschaftliche Konsequenzen beim Nachrüsten zur Folge haben können.

Neuer Anspruch an Gebäudeautomation

Im Detail erhebt die Direktive auf europäischer Ebene den Anspruch, Anforderungen an folgende Kategorien der Gebäudeautomation zu stellen:

  • Kommunikationsfähigkeit / Monitoring
  • Installation von selbstregulierenden Einrichtungen
  • Intelligentes Aufladen von Elektrofahrzeugen
  • Intelligenzfähigkeitsindikator / Smart Readiness Indicator (SRI)

Mit der Umstellung und des Inkrafttretens des Gebäudeenergiegesetztes sollte bei Baumaßnahmen und der Gebäudeinfrastruktur künftig insbesondere ein Augenmerk auf Sensoren sowie Aktoren und dessen Kommunikationsfähigkeit gelegt werden. Das Institut für Gebäudetechnologie (IGT) empfiehlt daher sich rechtzeitig auf die Anforderungen vorzubereiten. Realistisch sei, nach Aussagen des IGT, eine vollzogene Umstellung spätestens nach der nächsten Bundestagswahl 2021 beziehungsweise der darauffolgenden Legislaturperiode.


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