Issendorff

Visualisierung von Gebäudefunktionen

5. August 2013, 15:11 Uhr | Issendorff
Ein intelligentes Energiemanagement mit dem LCN-Bussystem der Issendorff KG senkt Kosten, ermöglicht einfache Einstellungen per Mausklick und schützt die Umwelt.
Ein intelligentes Energiemanagement mit dem LCN-Bussystem der Issendorff KG senkt Kosten, ermöglicht einfache Einstellungen per Mausklick und schützt die Umwelt.
© Issendorff

In Gebäuden gibt es eine Vielzahl an Ansatzpunkten zur Steigerung der Energieeffizienz.

Diese mitunter komplexen Maßnahmen tragen zur nachhaltigen Kostenreduzierung und gleichzeitigen Senkung von CO2-Emissionen bei.

Die Wirkungskette bei der Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden beginnt überall dort, wo Wärme, Kälte, Licht und Strom zum Einsatz kommen und bislang durch herkömmliche Energie von einem Energieversorger gespeist werden. Dabei halten jedoch bislang die Komplexität der Materie aufgrund von verschiedenartigsten Parametern unterschiedlicher Systeme sowie die erforderlichen Anfangsinvestitionen noch viele Gebäudebetreiber von entsprechenden Maßnahmen ab. Mittel- und langfristig jedoch, wird dieses (nicht nur über gesetzliche Vorgaben), sondern durch steigende Energiekosten eine zwingende Notwendigkeit werden. Dank seines umfassenden Verständnisses dieser Wirkungskette wollte der Begründer der Cytop GmbH, Hannover, eines Laboratoriums für Cytologie (Cytologie: Zellkunde, hier steht es für Zelldiagnostik), einen umfangreichen Maßnahmenmix für seinen Neubau in Hannover umsetzen lassen.

Der Auftrag
Das Ingenieurbüro G. Fleischhauer aus Hannover hat im Zuge der Bedarfsanalyse die technischen und kaufmännischen Wünsche des Bauherrn in technologische Komponenten und Programmierbefehle übersetzt, in ein intelligentes Gebäudemanagement implementiert und eine frei programmierbare Visualisierung als Steuerelement geschaffen. Die technische Basis dafür ist das LCN-Bussystem von Issendorff.

Die Wärme
Die Natur wurde als maßgeblicher kostenfreier Faktor in die Energiegewinnung bzw. in die Energierückgewinnung einbezogen. Das Erdreich dient als Speichermedium und wird mittels Wärmepumpe zum Heizen bzw. Kühlen benutzt. Hierfür wurden in den Boden Tiefenbohrungen eingelassen, die für einen optimalen Wärmeübergang sorgen. Weiterhin wurde ein Wärmetauscher eingesetzt, um die in das Gebäude einströmende kalte oder warme Luft mit der ausgeführten Abluft vorzuwärmen bzw. vorzukühlen. Ebenso wird das temperierte Wasser der Erdsonden zur direkten Vorheizung oder Vorkühlung verwendet, hierfür ist außer der Umwälzpumpe und der intelligenten Steuerung mit LCN keine weitere Primärenergie notwendig. Durch intelligente Baumaßnahmen von Zu-, Abluft- und Belüftungssystemen ist es möglich, einzelne Bereiche in einen Tag- und Nachtmodus zu versetzen oder spezielle Szenarien, z. B. für Seminare, abzurufen. Die zusätzliche Heizung erfolgt durch eine Außentemperaturgeführte Fußbodenheizung, die ebenfalls über die Wärmepumpe gespeist wird. Eine zusätzliche Kühlung erfolgt durch eingebaute Kühldecken. Die Programmierung der Umwälzpumpen für die Fußbodenheizung und Kühldecken wurde so ausgelegt, dass diese abgeschaltet werden, wenn keine Kälte-/Heizanforderung aus den Einzelraumregelungen ansteht.

Das Energiemanagement
Das mit LCN-Modulen realisierte Energiemanagement steuert sämtliche Parameter in mehreren Teilbereichen entweder allein oder im Verbund an. Nicht benötigte Techniken werden automatisiert abgeschaltet und zeit- oder ereignisgesteuert wieder aktiviert (z. B. Nachtabsenkung), wodurch weniger Strom verbraucht wird und sich die Einspareffekte kumulieren können.

Die Jalousienanlage wurde mit verschiedenen LCN-Sensoren verknüpft: die Verknüpfung mit einer Lichtsteuerung und den Daten der Wetterstation LCN-WIH schützt das Objekt vor unnötigem Aufwärmen oder Auskühlen durch externe Faktoren. Bei kritischen Windgeschwindigkeiten lässt das LCN-Bussystem die Jalousienanlage hochfahren, um sie so vor Beschädigungen zu bewahren. Dank der Kopplung mit Zeitgebern in den LCN-Modulen wird einerseits über Nacht die Temperatur im Objekt länger konserviert und andererseits die Fassade zusätzlich gesichert.

Die Beleuchtung
Für die Beleuchtung kamen ausschließlich energiesparende LED-Komponenten und Energiesparlampen zum Einsatz. Diese werden ebenfalls durch das LCN-Bussystem zeit-, umgebungs- und ereignisabhängig (Bewegungs-/Präsenzmelder) gesteuert. So werden Lampen nur aktiviert, wenn die vorhandene Helligkeit im Innen- und Außenbereich nicht mehr ausreicht und unter einen bestimmten Vorgabewert fällt. Sämtliche Durchbrüche für die Kabelwege mussten aus klimatischen und brandschutztechnischen Gründen verschlossen werden. Der energetische Ansatz wurde auch im unternehmensinternen Rechenzentrum fortgesetzt: Temperaturfühler und granulare Bewertung des Klimatisierungsbedarfs der eingesetzten Komponenten. Der Datenschrank wurde verschlossen und erhielt einen autarken Solekühlkreislauf mit automatischer Temperaturregelung. Dies ermöglicht die Nutzung der EDV-Abwärme über den Erdwärmesondenkreislaufs (Nutzung des Bodens als Wärme-/Kältespeicher).

Die Visualisierung
Über das Intranet sowie einen gesicherten Online-Zugang können der Inhaber, der Haustechniker und Servicetechniker direkt vom Arbeitsplatz alle Werte über LCN-GVS, das »Globale-Visualisierungs-System«, von der Arbeitsplatzbeleuchtung über CO2-Wert bis zur Soletemperatur, abrufen und regeln. Alle Komponenten sind mit Sollwerten versehen, die ebenfalls über diese Visualisierung mittels Schieberegler in Prozentstufen, Gradzahlen oder Mengenangaben durch den Kunden individuell angepasst werden können.

Wasser und Sonne
Um Ressourcen zu schonen wird das auf dem Gelände anfallende Regenwasser aufgefangen und für die Gartenbewässerung sowie die Toilettenspülung verwendet. Alle auf dem Gelände befindlichen Freiflächen sind als Drainage-Pflaster ausgelegt. Auf allen Dachflächen wurden Photovoltaikanlagen installiert um die notwendige Primärenergie zu kompensieren.

Was tun bei Störung?
Bei Störung in einem bestimmten Segment bzw. einer Komponente wird der Haustechniker sofort vom Alarmserver benachrichtigt und zusätzlich werden vorbeugende Maßnahmen eingeleitet. Zum Beispiel wird bei zu niedrigem Füllstand des Wassertanks automatisch Frischwasser in den Wasserkreislauf geleitet oder im Brandfall werden die Lüftungsklappen geschlossen und dem Brandherd somit der Sauerstoff zur Ausbreitung des Feuers entzogen. Dabei nutzt das System die umfangreichen Alarmtechnik-Funktionen von LCN-GVS und seine Möglichkeit, auf Ereignisse nach beliebigen Kriterien zu reagieren. So kann bei LCN-GVS ein Ereignis mit logischen Verknüpfungen versehen werden und die Software veranlassen, bei definierten erfüllten Bedingungen Meldungen auszudrucken oder sie per E-Mail oder SMS zu versenden.

Emissionen reduzieren
Alle vorgenannten Maßnahmen haben den Vorteil, die vorhandene Energie effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren, wenig externe Energie zukaufen zu müssen und an arbeitsfreien Zeiten und Tagen Energieaufwendungen für Heizung, Klima, Beleuchtung und Serverleistung automatisiert reduzieren zu können.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Issendorff LCN Gebäudeleittechnik