Effektiv und umweltschonend

Richtig kühlen mit Sonnenschutz

16. August 2018, 13:07 Uhr | Cornelia Meier

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Außen liegende, variable Beschattung

Markisen, Jalousien & Co.: Passiver Hitzeschutz ist effektiv und umweltschonend.
Markisen, Jalousien & Co.: Passiver Hitzeschutz ist effektiv und umweltschonend.
© Bundesverband Sonnenschutztechnik/Schlotterer

Gerstmann verweist auf den passiven Hitzeschutz mit Markisen, Roll- und Schiebeläden sowie Raffstore: Die Fenster bleiben während der Hitze des Tages geschlossen und die Glasflächen werden von außen abgeschattet. Gelüftet wird in den kühleren Nacht- und Morgenstunden. »Mit dieser einfachen Methode liegt Raumtemperatur im Vergleich zur Außentemperatur um 10 °C niedriger. Das ist ein deutlich spürbarer Unterschied.«

Private Bauherren interessieren sich zunehmend für diese Systeme. Bauliche Richtlinien geben den Planern ebenso vor, die Gebäude auch unter extremen Bedingungen sommertauglich zu planen und für Niedrigenergie- oder Passivhaus ist eine Klimaanlage ohnehin nicht denkbar. Auch im großvolumigen Bürobau schätzt man zunehmend die Vorteile solcher Lösungen.

Die Hersteller von Sonnenschutzsystemen reagieren darauf mit Neu- und Weiterentwicklung. Am deutlichsten zu sehen ist das bei der Automatisierung: 66 Prozent der Außenbeschattungsanlagen werden heute bereits motorisiert ausgeführt.

»Der immer größer werdende Fensterflächenanteil moderner Gebäude wirkt sich auch auf das Raumklima aus«, erklärt Gerstmann. »Automatisierte Beschattungssysteme regulieren den Licht- und Hitzeeintrag nach den individuellen Vorgaben der Bewohner – unabhängig davon, ob jemand zu Hause ist oder nicht.« Scheint die Sonne zu stark, wird der Sonnenschutz aktiviert und minimiert so sofort den Hitzeeintrag. Droht ein Unwetter, fahren Raffstore und Markise selbsttätig in ihre schützenden Kästen zurück.

 

Kein großes Ganzes, aber viele Einzelaktivitäten

Als größte Energieverbraucher haben Gebäude einen wesentlichen Anteil im Kampf gegen den Klimawandel. Auch wenn die globale Lösung nach wie vor auf sich warten lässt, so gibt es etwa in Österreich zahlreiche Aktivitäten auf Bundesländerebene. Beispielsweise beschäftigt sich die Stadt Wien bereits seit 2013 unter dem Titel »Bewusste Kühlung« mit dem Thema, der Oberösterreichische Energiesparverband behandelt es eingehend in seiner Broschüre »Sommertauglich Bauen« und seit 1. Oktober 2017 fördert das Land Tirol automatisierten und variablen Sonnenschutz als passive Maßnahmen zur Vermeidung sommerlicher Überwärmung – sowohl im Neubau als auch in der Sanierung.

Am besten wird der außen liegende Hitzeschutz individuell auf das Gebäude abgestimmt, geplant und gebaut. Umso wichtiger ist es daher, nicht auf den nächsten heißen Sommer zu warten, sondern schon jetzt zu handeln. Dann kann man schon nächstes Jahr die angenehmen Temperaturen in den eigenen vier Wänden genießen.

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