Energiemanagement

KNX spart Energie im Möbelhaus

18. Mai 2017, 10:42 Uhr | Günther Ohland, GO Redaktionsbüro + Innovationsberatung
Das Finke Möbelhaus in Hamm: 40.000 m² Verkaufsfläche direkt an der Autobahn A2.
Das Finke Möbelhaus in Hamm: 40.000 m² Verkaufsfläche direkt an der Autobahn A2.
© BAB Technologie GmbH

Beleuchtung und Klima sind im Einzelhandel essenziell – schließlich sollen sich Verkäufer und Kunden wohlfühlen. Auf großen Flächen treibt dieser Anspruch jedoch schnell die Energiekosten in die Höhe, wenn man nicht – wie das Möbelhaus Finke in Hamm – auf die richtige Technik setzt.

Licht lockt Leute – und deshalb strahlen überall auf der Welt Verkaufsflächen und Fassaden besonders hell. Wichtig für Verkäufer und Kunden ist außerdem ein angenehmes Klima. Heizung, Kühlung und Lüftung sowie Beleuchtung benötigen aber auch eine Menge Energie. Der Energieverbrauch einer Verkaufsfläche ist daher ein entscheidender betriebswirtschaftlicher Faktor. Denn gigantische Verkaufsflächen führen zu gigantischen Energiekosten.

Das muss nicht sein, fand Dietmar Schneider, Energieberater bei der Möbelhauskette Finke und setzte konsequent auf KNX-Sensoren und -Aktoren sowie auf den »eibPort« und »Facilitymaster« der BAB Technologie GmbH und reduzierte die Energierechnung um fast 50 Prozent.

Weg mit den Schaltern

Die Idee hinter dem Konzept bei Finke in Hamm – und in allen deutschen Finke-Häusern – ist es, den tatsächlichen Licht-, Luft- und Heizungs-Ist-Zustand fortlaufend zu ermitteln und den jeweiligen Notwendigkeiten anzupassen.

Licht leuchtet nur dort, wo es gebraucht wird. Das bedeutet, dass viele vernetzte Präsenzmelder installiert werden mussten. Lichtschalter fehlen dagegen fast gänzlich. Denn eins haben Energieberater gelernt: Der größte Störfaktor für eine Energieoptimierung ist der spontane Eingriff des Menschen. Licht wird in Räumen zwar eingeschaltet, aber oft nicht wieder ausgeschaltet. Die Heiztemperatur wird von einem Mitarbeiter nach oben korrigiert, der nächste senkt sie ab. Im Extremfall »kämpft« die Klimaanlage dann gegen die Heizung.

Bei Finke sorgen Sensoren dafür, dass stets ideale klimatische Bedingungen und Beleuchtungszustände für Kunden, Mitarbeiter und die Energierechnung herrschen. Im Hintergrund kümmert sich KNX darum, dass alle Regeln ausgeführt werden. »KNX ist zuverlässig und bietet alle Möglichkeiten der Automation, auch bei einer so großen und komplexen Installation wie hier. Facilitymaster, eibPort und die Visualisierungstools waren eine wichtige Voraussetzung, damit die Gebäudesteuerung auch Hausmeister-kompatibel gestaltet werden konnte«, erklärt Schneider. Bei Finke spricht die gesamte Haustechnik KNX. Komponenten, die nicht KNX-fähig sind, wurden entsprechend umgebaut. Das war unter anderem bei den beiden Heizkesseln notwendig – mit positiven Folgen.

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Der Facilitymaster von BAB Technologie.
Der »Facilitymaster« von BAB Technologie.
© BAB Technologie GmbH

Durch die Einbeziehung in das Gesamtsystem laufen die Kessel nun bedarfsgerecht zu 90 Prozent der Zeit auf der niedrigsten Stufe. Beide Kessel ergänzen sich bei Bedarf. Wärme wird nur dann erzeugt, wenn die Raumsensoren vor Ort einen Bedarf melden. So konnten die Zahl der Starts der Kessel von 271.000 auf ca. 80.000 reduziert werden. Das Ziel, die Kosten um 30 Prozent bis 40 Prozent zu reduzieren, wurde erreicht.

Angenehmer Nebeneffekt: Auch die Wartungskosten sanken. Bei weniger Starts und weniger Betriebskosten verschleißen die Komponenten langsamer als im Normalbetrieb.

Zahlen, Daten, Fakten
  • Verkaufsfläche: 40.000 m²
  • Gesamte bewirtschaftete Fläche: 2 ha
  • Fassadenfläche: 10.000 m²
  • Stromverbrach vor/nach der Automatisierung: 271.000 kWh/195.000 kWh
  • Anzahl KNX-Teilnehmer: 1200

 


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