Schneider Electric

Energieeffizient leben

19. Juli 2018, 11:55 Uhr | Konstantin Elstermann, Leiter Prosumer und Elektro­mobilität DACH bei Schneider Electric
Konstantin  Elstermann ist Leiter Prosumer und Elektro­mobilität DACH bei Schneider Electric.
Der Autor: Konstantin Elstermann ist Leiter Prosumer und Elektro­mobilität DACH bei Schneider Electric.
© Schneider Electric

Smarte Telefone, smarte Armbanduhren, smarte Steckdosen: Intelligente Geräte sind längst in den eigenen vier Wänden angekommen. Deshalb sind smarte Energiemanagement-Lösungen gefragt, welche die moderne Gebäudesteuerung intelligent mit stromerzeugenden und stromverbrauchenden Komponenten verknüpfen.

Die Nachfrage nach zuverlässiger und jederzeit verfügbarer Energie steigt kontinuierlich an: Wie zahlreiche Studien übereinstimmend prognostizieren, wird sich der weltweite Bedarf bis 2050 mindestens verdoppeln. Auch mit Blick auf die drei Megatrends der Zukunft – Digitalisierung, Urbanisierung und Industrialisierung – gewinnt der effiziente Einsatz von Energie immer mehr an Bedeutung.

So sollen in weniger als zwei Jahren über 50 Milliarden Geräte vernetzt sein und bis 2050 mehr als 2,5 Milliarden Menschen in Städten leben. Zusammen mit dem wachsenden Energiebedarf einer immer stärker automatisierten Industrie stellen diese Entwicklungen eine der größten Herausforderungen in der Energieversorgung der Zukunft dar.

Enorme Energiemengen fordern Umdenken

Nicht ohne Grund steht der Faktor der Versorgungssicherheit daher im Zentrum politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen und Bestrebungen, die einen signifikanten Einfluss auf die Energiebranche ausüben. Neben großen Unternehmen, die durch die Erreichung strenger Klimaziele steuerlich begünstigt werden, können auch Privathaushalte ihren Beitrag leisten und dabei finanziell profitieren. Eine Möglichkeit stellen Smart-Home-Systeme dar, die nicht nur Komfort bieten, sondern Energie-Einsparpotenziale aufzeigen. Solche Systeme, wie »Wiser« von Schneider Electric, offerieren einen echten Mehrwert. Sensible Messfühler in der Elektroverteilung überwachen dabei pausenlos den Stromverbrauch und informieren über dessen aktuelle Werte. Weichen die gemessenen Werte vom aufgezeichneten, typischen Nutzungsverhalten ab und lassen deshalb Rückschlüsse auf ein vorher festgelegtes Ereignis zu (z.B. eingeschalteter Herd oder offene Kühlschranktür), werden die Hausbewohner automatisch benachrichtigt.

Strom sparen per App

Die gesammelten Informationen werden mithilfe einer App auf dem Laptop, Smartphone oder Tablet aufbereitet. Verbrauchsmengen und -zeiten werden sichtbar, nächtliche Stand-by-Verluste, Tagesspitzen oder Jahreszeitenverläufe offengelegt. Dabei sind die Verbräuche nicht nur in kW sichtbar, sondern auch direkt in Euro umgerechnet. Zusätzlich wird dem Nutzer eine Monatsrechnung prognostiziert, die Bedarf und Kosten bei gleichbleibendem Nutzungsverhalten widerspiegelt.

Immer mehr erzeugen Strom selbst

Und auch unter Prosumern, die sowohl Strom konsumieren als auch selbst produzieren, wächst die Nachfrage nach leistungsstarkem Energiemanagement. Mithilfe solcher Systeme sehen die Betreiber jederzeit, wie viel Energie verbraucht oder gerade in das öffentliche Netz eingespeist wird. Energie erzeugende Systeme, wie z.B. Photovoltaik-Anlagen, lassen sich auf diese Weise intelligent mit Abnehmern, wie z.B. Ladesäulen oder Wärmepumpen, verknüpfen, um so eine optimale Energieverteilung zu erreichen. Verfügt der Betreiber über einen zusätzlichen Batteriespeicher, lässt sich die tagsüber gewonnene Energie speichern und so für diverse Verbraucher nachts nutzen. Und das bringt nicht nur ökologische Vorteile: Aus wirtschaftlicher Sicht ist es wegen der aktuell niedrigen Einspeisevergütung ohnehin rentabler, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen. Neben den gesparten Kosten und Ressourcen leisten die Privatbetreiber so mit ihrem umweltfreundlichen Eigenheim einen Beitrag zur Energiewende.

Der Strommarkt der Zukunft

Insbesondere Sonne und Wind, die saisonal und im Tagesverlauf unterschiedlich stark in das öffentliche Netz einspeisen, verändern schon heute den Umgang mit elektrischer Energie nachhaltig. Wagt man einen Blick in die smarte Zukunft, könnten künftig Angebot und Nachfrage das Nutzungsverhalten bestimmen. In diesem Zusammenhang werden bereits Modelle diskutiert, in deren Rahmen der Netzbetreiber den Verbrauchern Prognosen zu Kosten pro Kilowattstunde im Tagesverlauf bereitstellen soll. Ist die Stromproduktion dank günstiger Wetterbedingungen sehr hoch, sinkt der Preis. Wird hingegen wenig Strom produziert, ist der Strom teurer. Smarte Haushaltsgeräte könnten demnach automatisch dann anspringen, wenn der Strom am günstigsten ist.

Um den Informationsaustausch zwischen Netzbetreibern und Haushalten zu ermöglichen, soll die Installation intelligenter Messsysteme bis 2032 in allen deutschen Haushalten erfolgt sein. Setzen sich die Entwicklungen in dieser Weise fort, wären nur noch wenige Schritte bis hin zu intelligenten Netzen in dedizierten Arealen nötig. Diese sogenannten Smart Grids kombinieren Erzeugung, Speicherung und Verbrauch miteinander, sodass einspeisende wie verbrauchende Komponenten jederzeit effizient eingesetzt werden. Alles mit dem Ziel, die Energieversorgung immer überall zu gewährleisten und auf Schwachlast- oder Spitzenlastzeiten flexibel reagieren zu können.

Fazit: Wie die aufgezeigten Trends beweisen, schließen sich Komfort, Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit, niedrige Anschaffungskosten und Energieeffizienz längst nicht mehr aus. Derartige Anwendungen ermöglichen neben Grundfunktionen wie intelligenter Licht- und Jalousiesteuerung oder Temperaturregelung vor allem das konsequente Aufdecken von Einsparpotenzial im gesamten Gebäude. Dank der so erzielten intelligenten Verknüpfung von moderner Gebäudesteuerung und stromerzeugenden wie -verbrauchenden Komponenten ist mit geringem Aufwand langfristig ein gleichermaßen kostensparender wie umweltfreundlicher Umgang mit elektrischer Energie möglich.

 

Mehr Ausblicke in die Zukunft finden Sie in unserem Online-Special »70 Jahre elektrobörse smarthouse«.


Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Schneider Electric GmbH, Schneider Electric GmbH, Schneider Electric Energy GmbH