Visionssysteme in der Gebäudeautomation

Vom »sehenden« Gebäude

29. März 2016, 12:16 Uhr | Gabriele Fulco, Omron Electronic Components Europe
Das HVC-Modul kann die Anwesenheit, den Standort und die Identität von Gebäudenutzern zuverlässig erkennen.
Das HVC-Modul kann die Anwesenheit, den Standort und die Identität von Gebäudenutzern zuverlässig erkennen.
© Omron Electronic Components Europe

Vision-Funktionalität aus der Consumer-Elektronik könnte die Gebäudeautomation revolutionieren und den Weg für eine volle Integration mit Sicherheitssystemen ebnen.

Visionstechnologie ist heute ein anerkannter Bestandteil von Consumer-Elektronikanwendungen: Ein Telefon erkennt seinen Besitzer und antwortet entsprechend. Spielkonsolen und Fernseher reagieren auf Gesten, was Fernbedienungen überflüssig macht und den Zugriff auf immer ausgereiftere Funktionen erleichtert.

Vor diesem Hintergrund erscheint es seltsam, dass visionsbasierte Funktionalitäten noch nicht in Gebäudeautomationssysteme übernommen wurden. Gewerbliche und private Räumlichkeiten verfügen gewöhnlich über Kameraüberwachungssysteme (CCTV-Systeme), doch diese übermitteln lediglich ein Bild. Die Auswertung eines solchen Bildes bleibt dem menschlichen Anwender überlassen, der in der Regel nur für die Sicherheit zuständig ist. So kann es passieren, dass der passive Infrarotdetektor (PIR) eines Raums das Licht mitten in einer Besprechung ausschaltet, auch wenn die ebenfalls vorhandene Sicherheitskamera die Teilnehmer deutlich erkennt.

Potenzial für die Gebäudeautomation
Systeme zur Gebäudeautomatisierung sind weitaus anspruchsvollere Anwendungen als Smartphones und Spielkonsolen – und doch sind es ursprünglich für Mobiltelefone konzipierte Technologien, die innovative Anbieter zu Lösungen für professionelle Umgebungen weiterentwickeln.

Mit solchen Technologien können Automatisierungssysteme von der Kamera eingefangene Bilder interpretieren. Sie unterscheiden dann zwischen Mensch oder Katze, erfassen ihre Bewegungen und Gesten und reagieren darauf. Sie können auch Individuen wiedererkennen. So ließen sich Sicherheits- und Gebäudeautomationssysteme letztendlich integrieren, um einen Visionsmodulsatz gemeinsam zu nutzen. Die gesammelten Daten könnten zentral zusammengetragen und gespeichert, automatisch mit der passenden Reaktion beantwortet und nur wenn nötig an einen physischen Bediener weitergegeben werden. Ein Büro könnte ein Individuum bei Ankunft »erkennen« und die Heizung und Beleuchtung je nach Vorgabe in Gang setzen.

»HVC» von Omron ist das erste Visionsmodul, das sich speziell für Anwendungen wie Gebäudeautomationssysteme eignet. Das Modul ist in niedrigen Stückzahlen erhältlich und lässt sich einfach integrieren – ohne dass der Designer die komplexen Algorithmen verstehen muss, die zur Erkennung von Gesten, Gesichtern, Mienen oder der optischen Gestaltung notwendig sind. Das Modul ist eine voll integrierte, steckerfertige Komplettlösung. Der Entwickler muss lediglich die ausgegebenen Daten in seinem System weiterverarbeiten, damit es angemessen reagiert.


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