Fehlalarme bei Einbruchmeldeanlagen

VdS-Zwangsläufigkeit jetzt europäisch geregelt

EMA-Prüfung in den VdS-Laboratorien
Das VdS-Konzept der Zwangsläufigkeit bei EMA wird jetzt als »Best Practice« in die bald erscheinende TS 50131-12 übernommen und vermutlich auch zu einer weltweiten IEC-Norm (im Bild: eine EMA-Prüfung in den VdS-Laboratorien).
© VdS

Die »Zwangsläufigkeit«, ein VdS-Konzept zur Minimierung von EMA-Fehlalarmen, ist seit den 70er Jahren Standard in Deutschland. Jetzt wird die Absicherung auch in den kommenden Teil 12 der EN 50131er-Normenreihe übernommen.

Ein wichtiges Kriterium für den erfolgreichen Einsatz von Einbruchmeldeanlagen (EMA) ist nicht nur die schnelle Detektion und Alarmierung bei drohendem Unheil, sondern auch die Fehl- bzw. Falschalarmsicherheit. VdS, Europas größtes Institut für Einbruchschutz, tritt diesem Problem seit Jahrzehnten mit dem Konzept der »Zwangsläufigkeit« entgegen.

Einfach, aber wirkungsvoll

»Ein Großteil der Fehlauslösungen resultiert aus menschlichem Fehlverhalten während des Betretens des überwachten Bereiches – und zwar durch den oder die EMA-Betreiber selbst«, erklärt Günter Grundmann, Leiter der VdS-Laboratorien für elektronische Sicherungstechnik. »Die wichtige Minimierung dieser Fehlalarme sichern wir unter anderem dadurch, dass eine VdS-EMA nur von außen scharfgeschaltet werden kann. Um den gesicherten Bereich wieder zu betreten, muss der Berechtige die EMA zunächst unscharf schalten. Ansonsten wird der Zugang durch ein zusätzliches elektromechanisches Element, eine sogenannte Sperreinrichtung, verhindert. Ein sehr einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip

Trotz der damit zunächst erhöhten Kosten bei der EMA-Installation führt die Minimierung unerwünschter Alarme über den gesamten Lebenszyklus der Anlage hinweg zu hohen Einsparungen. Zudem stellt das VdS-Konzept sicher, dass alle überwachten Fenster, Türen etc. geschlossen sind, bevor scharfgeschaltet werden kann. So ist auch eine kostspielige Obliegenheitsverletzung des Versicherungsvertrages durch zum Beispiel gekippte Fenster ausgeschlossen.

Best Practice

Diese »Zwangsläufigkeit« genannten VdS-Anforderungen an die Scharfschaltung der Systeme sind in Deutschland seit den 70er-Jahren fest etabliert. In den EU-Vorgaben für EMA, EN 50131-1, wurde dieses auch in den Anschlussbedingungen der Deutschen Polizei verlangte Verfahren bisher zwar aufgelistet, aber nicht spezifisch gefordert.

Das wird sich jetzt ändern: Das zuständige Gremium bei CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) hat die »Zwangsläufigkeit« gerade in seine Technische Spezifikation TS 50131-12, die Vorstufe einer Europäischen Norm, übernommen – als »Best Practice«. Auch spezielle Produktanforderungen auf Basis der VdS-Richtlinien wurden seitens der Arbeitsgruppe formuliert. Zusätzlich wird die TS wohl auch als weltweit gültige IEC-Norm zur Anwendung kommen.

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