Elektromagnetische Verträglichkeit IX

Empfindliche Störungen

21. Juli 2016, 9:19 Uhr | Peter Respondek, freiberuflicher Fachautor und Publizist
Industrie 4.0 - weltweite Aktivitäten
© amgun - Shutterstock

Der Steuerungsbau hat in den vergangenen Jahren gravierende Veränderungen durchgemacht. Das Konzept der »Industrie 4.0« hat die Entwicklung noch einmal beschleunigt. Damit einher gehen aber nicht nur Vorteile, sondern auch einige Schwierigkeiten.

In der Praxis sieht man häufig, dass Leitungen direkt neben oder zusammen mit dem äußeren Blitzschutz verlegt sind.
In der Praxis sieht man häufig, dass Leitungen direkt neben oder zusammen mit dem äußeren Blitzschutz verlegt sind.
© Handbuch für Blitzschutz und Erdung, Pflaum Verlag, München.

Heute spricht man von »Embedded Systems«. Systeme, die neben elektronischen Halbleiter-Bauteilen Zugänge zum Industrial Ethernet ebenso umfassen wie zu speicherprogrammierbaren Steuerungen (PLC = Programmable Logic Controller), Prozessrechnern und NC-Steuerungen sowie Leistungsverstärkern, Koppelgliedern und Überwachungs- und Kontrollsystemen. Sie werden u. a. für die MSR-Technik zum Steuern, Messen und Regeln eingesetzt. Daneben sind aber auch die klassischen Schaltgeräte, wie Schütze und Ventile, sowie die Verwendung von Transformatoren und Motoren weiterhin üblich – und notwendig.

Das Problem: Im Zusammenwirken der unterschiedlichen elektrischen und elektronischen Bauteile und Geräte können Beeinflussungen auftreten, die empfindliche Komponenten stören oder sogar zerstören können. Hinzu kommen immer höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten wie z. B. bei der Logikfamilie MOSFETs, ACMOS oder BiCMOS sowie eine weiterhin zunehmende Miniaturisierung und Aufbaudichte innerhalb der Geräte bis hin zur Leiterplatte. Das »Mooresche Gesetz«, nachdem sich die Komplexität von integrierten Schaltungen etwa alle 18 Monate verdoppelt, ist nach wie vor gültig und verdient es, berücksichtigt zu werden.  

In diesem Zusammenhang können elektromagnetische Störungen eine Vielzahl von Ursachen haben. Sie können herrühren von:

  • geschalteten Lasten
  • getakteten Leistungsstufen
  • Unverträglichkeit von Schnittstellen
  • Erdschleifen
  • zu kleinen Leitungsquerschnitten
  • räumlich ungünstiger Leitungsführung
  • ungünstigem Bauteileeinbau

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